23. September 2011 · 07:12 Uhr
Ansturm auf die deutschen Hochschulen
Durch die Abschaffung der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge gibt es dieses Jahr einen immensen Run auf die deutschen Hochschulen.
Durch den gleichzeitigen Abschluss der G8 und G9 Abiturjahrgänge in Bayern und Niedersachsen sowie die Abschaffung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 wird es nun zum Wintersemester 2011/2012 ziemlich eng an den deutschen Hochschulen. Und das ist wörtlich zu nehmen. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle rechnet 2011 mit ca. 50.000 zusätzlichen Studenten. Insgesamt werden bundesweit bis zu 500.000 Studienanfänger erwartet.
Werden restlos überfüllte Seminare jetzt die Regel?
Es sieht fast so aus, denn die Studienplatzzahlen werden stetig erweitert. Und damit steigen wohl bald nicht nur die frühmorgendlichen Diskussionen um den letzten freien Platz im Hörsaal, sondern auch der Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt.
Zusätzliche Professoren und Professorinnen werden an den meisten Hochschulen trotzdem nur unzureichend eingestellt. Man versucht eher, die steigenden Studentenzahlen auf die Professoren aufzuteilen. So haben in den letzten Jahren bereits 10 Bundesländer das Lehrdeputat ihrer Professoren erhöht. Die Verpflichtung zu zusätzlichen Lehrstunden verschlechtert aber nicht nur die Qualität der Lehre, sondern verringert auch zunehmend die Zeit für die Forschung. Zusätzliche Abfederung soll die Steigerung der Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter und externer Lehrkräfte bringen.
Um die steigende Zahl an Bewerbern (20-50% mehr im Vergleich zu 2009) zu kompensieren, behelfen sich die Hochschulen vor allem mit schärferen Zulassungsbeschränkungen. So sind beispielsweise an der FU Berlin mittlerweile nur noch die Bachelor-Studiengänge Mathematik und Physik NC-frei. An der Uni Bremen geht hingegen gar nichts mehr ohne Numerus Clausus.
Wer in den nächsten Jahren an den deutschen Hochschulen studieren möchte, sollte sich daher schon frühzeitig informieren, wie es sich an den Unis und Fachhochschulen mit Bachelor- und Masterplätzen, Lehrkräften und der Studienzufriedenheit verhält.
Autor: Uniturm-Team
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