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12.01.2009 Man sieht nur, was man zu wissen glaubt - Amerika der Jahrhundertwende

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brann (Chemnitz)
am 09.01.09
Info von Prof. Dr. Klaus Eichner, Tel.: 42838 3820

Man sieht nur, was man zu wissen glaubt: Max und Marianne Weber im Amerika der Jahrhundertwende.

12.01.2009, 16:15 - 18:00, Allendeplatz 1, Raum 250

Vor mehr als 100 Jahren machten sich viele renommierte deutsche Professoren auf in die USA, um an einem anlässlich der Weltausstellung in St. Louis stattfindenden Wissenschaftskongress teilzunehmen. Unter ihnen Max Weber, in Begleitung seiner Frau Marianne Weber. Aus dieser Reise gingen Max Webers berühmte Arbeiten zum Sektenwesen in den USA hervor, die noch immer sowohl das wissenschaftliche Bild Amerikas als auch unser Alltagsverständnis von der amerikanischen Gesellschaft prägen. Dirk Kaesler wird sich in seinem Vortrag der Frage widmen, wie Max Weber und seine Frau Marianne, zur damaligen Zeit eine prominente deutsche Frauenrechtlerin, die USA wahrnahmen, welchen Missverständnissen sie aufsaßen und wie sich das auf ihre anschließende wissenschaftliche und politische Arbeit auswirkte. Kaesler, der in den Jahren 1984 bis 1995 am Institut für Soziologie der Universität Hamburg forschte und lehrte, und seitdem Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie an der Philipps-Universität Marburg ist, hat sich wie wenige andere um die Aufarbeitung der Geschichte der Soziologie in Deutschland verdient gemacht. In mehreren großen Publikationen hat er vor allem seit den frühen 1980er Jahren die Entstehungs-Milieus der frühen deutschen Soziologie in der Zeit zwischen dem beginnenden 20. Jahrhundert und der Frühphase der Nazi-Herrschaft einer genauen Prüfung unterzogen, wobei er immer wieder die Hilflosigkeit vieler Soziologen gegenüber der Verführungskraft des Nationalsozialismus herausarbeitete, die sich diesbezüglich von ihren Kollegen in anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen in Nichts unterschieden. Neben der Aufarbeitung des geistigen Erbes der Soziologie mit ihren „Klassikern“ und ihren „Hauptwerken“ steht im Mittelpunkt von Kaeslers Schaffen durchgehend Person, Werk und Wirkung des vielleicht größten deutschen Sozialwissenschaftlers: Max Weber. Kaeslers ausgewiesene Stellung in der internationalen Weber-Forschung bildet auch den Hintergrund seines Vortrags.
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