StudentInnen in der Stadt

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    Studiengebühren, wieso sollte es mich auch mal interessieren??

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    revo (Leipzig)
    am 01.07.06
    Nach einer Vielzahl von Aktionen und Protesten gegen die Einführung von Studiengebühren gingen auch am 28.06.2006 wieder tausende StudentInnen in Wiesbaden und Hamburg auf die Straße um friedlich gegen Studiengebühren zu protestieren. Unterstützung kam von Studierenden aus dem gesamten Bundesgebiet, unter anderem auch aus Leipzig.

    Inzwischen sind bereits in 6 Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Hessen und Hamburg) Studiengebühren beschlossen und werden ab dem Wintersemester 2006/2006 für Neu-Immatrikulierte bzw. ab Sommersemester 2007 für alle Studierende fällig. Es sind nicht allein die Studiengebühren, die finanziell zu Buche schlagen, es werden je nach Region auch noch 60 bis 250 Euro fällig für Verwaltungsaufwand und Semesterticket (ÖPNV), welches in vielen Teilen obligatorisch ist und nur in Härtefällen umgangen werden kann.
    Das einzige Bundesland, welches noch keine offiziellen Pläne zur Einführung einen gebührenpflichtigen Studiums hat ist z.zt. Mecklenburg-Vorpommern.

    Die Einführung von Studiengebühren trifft ausnahmslos JEDEN, da sie sozial nicht gerechtfertigt sind und keinerlei Studienvorteile bieten wird.

    Studiengebühren verbessern keine Lehre, da im Gegenzug die Bundesländer den Hochschulen die Mittel weiter kürzen werden. Zudem bedarf es einen neuen monströsen Verwaltungsapparat, der die Zahlungen koordiniert, abwickelt und die Einzelfälle bearbeitet. Allein dieser Verwaltungsaufwand wird nach einer Studie („Eine Analyse des Studiengebührenmodells der niedersächsischen Landesregierung“, Dezember 2005), vom Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie Köln, bis zu einem Drittel der Gebühreneinnahmen verschlingen.

    Die Argumentation, dass weiterhin ALLE die Chance auf ein gerechtes Studium haben, wurde bereits in einer Studie des Huchschul-Informations-Systems (HIS) „Studienberechtigte 2004“ deutlich. Danach machen über 20% der jungen Erwachsenen die Einführung von Studiengebühren und ebenfalls über 20% die fehlenden finanziellen Vorraussetzungen für ihre Studienbereitschaft abhängig.

    Aufgrund der Vorgaben für das Bachelor-/Masterstudium, wo ein jährlicher Workload von ungefähr 60 Leistungspunkten (ca. 1800 Stunden Arbeitsaufwand) angegeben ist, würde dies bei 2 Semestern á 15 Semesterwochen einen wöchentlichen Aufwand von 60 Stunden bedeuten. Bei einer solchen zeitlichen Belastung wird für kommende StudentInnen immer schwerer bzw. teils unmöglich werden einer Nebentätigkeit nachzugehen um sich etwas dazu zuverdienen bzw. die eigenen Lebenskosten zu decken. Ebenso wird auch das soziale Engagement vieler Studierender darunter leiden, was auch die studentische Selbstverwaltung/Vertretung zu spüren bekommen wird. Somit wird wahrscheinlich der studentische Einfluss innerhalb der Hochschulen zurückgehen und die Gruppe der BildungsnehmerInnen kann kaum mehr eine aktive Interessensvertretung haben.

    Die überwiegende Mehrheit der Studierenden wird somit zu Beginn ihres Studiums zwangsweise in die Schuldenfalle getrieben. Ein normales Bachelor-Studium von 6 Semestern kann bei einem verzinsten Darlehen schnell eine Summe von mehreren tausend Euro bedeuten, dazu kommt eine gewisse Karenzzeit bevor AbsolventInnen mit einem entsprechenden Einkommen rechnen können um die Rückzahlung ihrer Schulden aus eigener Kraft bewältigen können. Die Rückzahlung kann und wird sich je nach Höhe der Rückzahlungsraten über mehrere Jahre und gar Jahrzehnte hinziehen, wobei der Zinses-Zins-Effekt zu berücksichtigen ist, der das Studium zusätzlich „verteuert“.

    Ein weiterführendes Master-Studium würde die finanzielle Lage eines Schulden-Studierenden noch weiter verschlimmern, da hierbei weitere Gebühren für mind. 4 Semester hinzukommen und ebenso der Zinses-Zins-Effekt weiter zuschlägt.

    StudentInnen die Bafög beziehen werden all diese Regeln doppelt treffen, da sie auch noch Teile des Bafög-Darlehens zurückzahlen müssen, auch wenn dies zinslos ist.

    Es arbeiten seit mehreren Jahren bereits Aktionsbündnisse und Studierendenvertretungen auf Landes-/Bundesebene an Konzepten gegen die Einführung von Studiengebühren. Ebenso gibt es auch aus einen großem Teil der Bundes- und Landespolitik GegnerInnen von „Studienbeiträgen“, wie es z.B. in einigen Ländern verharmlost genannt wird.

    In den letzten Jahren fanden bereits mehrere dutzend Protestaktionen statt.
    In Frankfurt/Main hat die Polizei am 22.06.2006 eine friedliche After-Demo Party gestürmt und von allen Anwesenden die Personalien aufgenommen. Die stud. Vertretung der Uni Fankfurt/Main sieht das Eingreifen der Polizei als Einschüchterungsversuch und plant mit allen nötigen rechtlichen Mitteln gegen diese offensichtliche rechtswidrige Maßnahme der Polizei vorzugehen.

    weitere Informationen unter:
    http://wiki.bildung-schadet-nicht.dehttp://wiki.bildung-schadet-nicht.de
    http://www.gegen-studiengebuehren.dehttp://www.gegen-studiengebuehren.de
    http://www.fsz.dehttp://www.fzs.de

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    Sachsen:
    Die Einführung von Studiengebühren wurde bisher von der zuständigen Ministerin Ludwig (SPD) strikt verweigert und es wurde auch im Koalitionsvertrag von CDU/SPD festgehalten, dass mind. bis 2009 keinerlei Gebühren erhoben werden sollen.
    Der derzeitige Ministerpräsident Milbradt hat sich jedoch schon mehrfach offentlich als Befürworter von Studiengebühren positioniert. Nach der Wahl von Barbara Ludwig zur neuen Oberbürgemeisterin von Chemnitz, soll es für den Minister-Posten einen Nachfolger geben (bis 1. August 2006). Ob und inwiefern dann die Einführung von Studiengebühren auch in Sachsen einen "Aufschwung" bekommen, oder ob die SPD immernoch willig ist dies zu unterbinden, ist im Moment noch strittig.
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    Aktionen, wie Proteste gegen Studiengebühren sollen friedlich verlaufen und durch rege Beteiligung nicht nur die restliche Bevölkerung/Gesellschaft, sondern auch die Politik anregen ihre Position und ggf. auch ihr Handeln zu überdenken.
    Eine eher dürftige Beteiligung der Leipziger StudentInnen an Vollversammlungen der Studierendenschaft, zeigen auf der einen Seite zwar, dass es viele einfach "nicht interessiert", sondern das ebenfalls viele sich einfach nicht bewusst sind, was und wie tiefgreifend von der Politik "über ihre Köpfe hinweg" entschieden wird.
    Der Stura der Uni Leipzig ruft nicht nur zur Solidarität mit anderen auf, sondern unterstützt auch ebenso Kampagnen.

    Das Prinzip, dass sich jeder daran beteiligen kann, gilt nicht nur für die studentische Selbstverwaltung, sondern auch für die Präsenz der Studierendenschaft. Derzeit wird die Zahl der innerländischen StudentInnen auf über 1,7 Millionen beziffert.

    Das Contra zu Studiengebühren zeigt auch, dass man nicht bereit ist alle Entscheidungen der Volksvertreter in den Landtagen mitzutragen, da es nicht zu besseren, sondern eher schlechteren Studienbedingungen und einer sinkenden Zahl von StudienanfängerInnen führen wird.

    -> Österreich führte im Jahr 2000 Studiengebühren ein, im Zuge dessen ging die Zahl der StudentInnen und Neu-Immatrikulationen um ca. 20% zurück. Dies ist ein Beispiel wo durch Studiengebühren kein positiver Effekt erzielt wurde.
    -> Finnalnd hat sich per Gesetzestext absolut gegen Studiengebühren ausgesprochen und hat eines der, im europäischen Vergleich, leistungsfähigsten Bildungssysteme. Dies belegen auch Studien der OECD.
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    Kiro (Leipzig)
    am 01.07.06
    Guter Text und stimme auch größtenteils überein , nur das "finale" stört mich ein wenig.

    Zitat:



    ...da sie sozial nicht gerechtfertigt sind und keinerlei Studienvorteile bieten wird.


    Zitat:


    Studiengebühren verbessern keine Lehre, da im Gegenzug die Bundesländer den Hochschulen die Mittel weiter kürzen werden.

    ich denke zwar auch das sich nichts verbessern wird , aber definitiv sagen kann man das wohl nicht.
    auch haben zb. in hessen die politiker gesagt ,dass die komplette summe studiengebühren den unis zugeht und auch nichts gekürzt wird. sicher , ich glaub denen auch kein wort. aber trotzdem kann man da nicht von _wird_ _werden_ etc sprechen.
    hellsehen kann ja (trotz berichten der bildzeitung) doch niemand.

    woher stammen die texte , wenn ich fragen darf ? (sieht schon nach c&p aus)

    edit: jetzt wo ich die umfrageergebnisse sehe , frage ich mich doch wie manche zu ihrem votum kommen.
    wäre nett wenn manche erläutern könnten warum sie für studiengebühren sind , und warum es sie nicht interessiert.
    und selbst wenn mami und papi alles zahlen , sollte man vielleicht doch auch an andere denken, die nicht mit dem goldenen löffel im mund geboren sind ?
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    revo (Leipzig)
    am 01.07.06
    >> der text ist von mir.
    und nicht von irgendeiner einrichtung/agentur/unternehmen (was auch immer "c&p" sein sollte)

    >> wer meint, er habe ähnliche texte schonmal gelesen, dann ist das vielleicht im groben umfang richtig, aber genau diesen text (s.o.) habe ich auf meiner eigenen tastatur produziert.

    >> ja ich hab nur rechtschreibfehler im text editiert.
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    sabine2902 (Leipzig)
    am 01.07.06

    Zitat:


    Original geschrieben von revo

    der text ist von mir.
    und nicht von irgendeiner einrichtung/agentur/unternehmen (was auch immer "c&p" sein sollte)


    c&p = copy and paste ;-)
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    Userbild von Kiro
    Kiro (Leipzig)
    am 01.07.06
    ich vermutete dies , da ich einige stellen schon mal zu lesen geglaubt habe.
    und was haste oben editiert ?
    irgendetwas gravierendes ? oder nur schreibfehler?
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    Userbild von sabine2902
    sabine2902 (Leipzig)
    am 01.07.06
    @revo:

    Wenn du den Text echt komplett selbst geschrieben hast, dann Respekt, dass du sowas komplexes um drei Uhr früh auf die Reihe gekriegt hast...

    @Kiro:
    Die große Mehrheit derer, die abgestimmt haben, haben sich doch eindeutig GEGEN Studiengebühren ausgesprochen. War glaub ich nur einer, der meinte, dass es ihm egal sei, weil die Eltern eh zahlen. Es ist zwar löblich, dass du dazu aufrufst, auch an jene zu denken, die nicht aus begüterten Elternhäusern kommen, aber es ist halt nicht jeder so sozial eingestellt (ich weiß dass das platt klingt...). Und ich finde durchaus, dass es auch Argumente FÜR Studiengebühren gibt. Nur die Art und Weise, wie das Modell in Deutschland umgesetzt wird, irritiert und verärgert mich genau wie viele andere auch.
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    Userbild von Kiro
    Kiro (Leipzig)
    am 01.07.06
    klar , mich interessieren nur die ansichten , vielleicht haben die ja argumente , die noch keiner gehört hat und vielleicht zum umdenken anregen ?
    vorhin waren auch weitaus weniger gegen (5) und 2 dafür. da sah das bild noch anders aus.
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    Userbild von mirolino
    mirolino (Leipzig)
    am 01.07.06
    also wenn mir was geboten wird für das geld was ich zahlen würde könnte man drüber nachdenken! aber in anbetracht der tatsache was zur zeit z.b wegen der bachelor umstellung abgeht an der uni da kann ich nur sagen von mir gibts keinen cent, ich zahl doch keine 500€ für ne zirkuskarte.
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    sabine2902 (Leipzig)
    am 01.07.06

    Zitat:


    Original geschrieben von Kiro

    klar , mich interessieren nur die ansichten , vielleicht haben die ja argumente , die noch keiner gehört hat und vielleicht zum umdenken anregen ?
    vorhin waren auch weitaus weniger gegen (5) und 2 dafür. da sah das bild noch anders aus.


    Das erste was mir einfallen würde wär z.B. der Snob-Effekt... sich dadurch einfach von der Masse abheben, die es sich schlichtweg nicht mehr leisten kann, zur Bildungsoberschicht zu gehören. Man wird sicher erst in einigen Jahren erkennen können, welche Auswirkungen die Studiengebühren auf die jeweiligen Hochschulen haben, alles andere ist ja im Moment Spekulation.

    SOLLTE das Geld den Hochschulen uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden, sehe ich aber noch das Problem, dass die Unis dann erstmal lernen müssen, Dienstleistungsunternehmen geworden zu sein, und sie kundenfreundlich und serviceorientiert arbeiten müssen, weil sonst die Kunden, also die Studenten, lieber woanders hingehen.
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    Userbild von frozenDaiquiri
    frozenDaiquiri (Leipzig)
    am 01.07.06

    Zitat:


    Original geschrieben von mirolino

    also wenn mir was geboten wird für das geld was ich zahlen würde könnte man drüber nachdenken! aber in anbetracht der tatsache was zur zeit z.b wegen der bachelor umstellung abgeht an der uni da kann ich nur sagen von mir gibts keinen cent, ich zahl doch keine 500€ für ne zirkuskarte.


    meine meinung. mittlerweile rücke ich auch immer mehr vom pro ab. wenn man sich mal die zustände an unserer uni/fakultät anschaut, gibt es noch enorm viel zu verbessern, für das man keine zusätzlichen gelder braucht. das fängt bei der einstellung einiger uni-leute an. wenn die jetzt schon nicht kunden-/studentenorientiert denken und handeln, wird das zusätzliche geld auch nur für sinnlose sachen rausgeschmissen. wenn es überhaupt der uni zugute kommt.

    schade eigentlich!
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