FÖJ - Freiwilliges Ökologisches Jahr

FÖJ - Freiwilliges Ökologisches Jahr Die gute alte Schulzeit ist vorbei und der Schulabschluss steckt in der Tasche, doch du weißt noch nicht so recht wie es jetzt weitergeht? Als Hochschul-Absolvent stehst du sicher vor genau der gleichen Frage. Nach all den Jahren voller Denkarbeit ist es vor dem Studien- oder Berufseinstieg vielleicht an der Zeit für eine eher Praxis orientierte Tätigkeit. Mit einem Freiwilligen Ökologischen Jahr lässt sich genau das mit einem Engagement für die Umwelt verbinden.

Was ist das FÖJ genau?


Das Freiwillige Ökologische Jahr richtet sich –ähnlich wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ)- an junge Leute zwischen 16 und 27 Jahren. Die Beendigung der Vollschulzeitpflicht ist Voraussetzung für die Teilnahme. Auch Jugendliche, die nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, können ein FÖJ ableisten.

Dein Engagement ist für zwölf volle Monate gefordert, denn ein FÖJ beginnt meist am 01. September und endet am 31. August des folgenden Jahres. Wenige Träger bieten auch die Möglichkeit eines halbjährliches FÖJ oder gar einer Verlängerung bis zu 18 Monaten an.

Warum FÖJ?


Das FÖJ ermöglicht seinen Teilnehmern sich persönlich weiterzuentwickeln, sich zu entfalten und sich zu orientieren. Du lernst deine jeweiligen Fähigkeiten zu erkennen und gewinnbringend einzusetzen. Die 12 Monate lassen sich wunderbar nutzen, um sich beruflich zu orientieren oder auch den passenden Studiengang ausfindig zu machen.

Der große Pluspunkt an der Sache: Zeitgleich trägst du zur Erhaltung der Umwelt bei. Neben all dem theoretischen Wissen aus Schule oder Studium, lässt sich hier hautnah Wichtiges über Umwelt- und Naturschutz erfahren.

Auch ein potentieller Wechsel des Wohnorts für ein FÖJ kann neue Perspektiven ermöglichen.

Übrigens: Für ein FÖJ kannst du dir zwei Wartesemester an der Uni anrechnen lassen.

Ganz ohne Theorie geht es nicht


Natürlich ist das Freiwillige Ökologische Jahr grundsätzlich sehr auf die Praxis bezogen. Dennoch erwartet dich eine Verknüpfung mit der Theorie. In fünf einwöchigen Seminaren erhältst du spannende Infos zu den Themen Ernährung und Gentechnik, Nachhaltigkeit, Ökologischer Landbau und Klimawandel, aber auch über Möglichkeiten für den Einstieg in „grüne Berufe“ oder Studienfächer, die das Thema Umwelt beinhalten. Die Seminare können aktiv von dir mitgestaltet werden. Es ist sogar erwünscht, dass die Teilnehmerinnen eigene Ideen einfließen lassen.

Über die Seminare kannst du deine speziellen Interessen einbringen und Kontakte zu anderen FÖJ-lern knüpfen.

Deine Einsatzstelle ist darüber hinaus verpflichtet, dich pädagogisch zu begleiten und sie sollte dir ebenfalls die Möglichkeit bieten, ein eigenes Projekt zu entwickeln und umzusetzen. Das FÖJ ist nicht dafür gedacht, dass die Einsatzstelle dich als reine Hilfskraft anstellt. Das Lernen und deine Weiterentwicklung sollte immer Priorität haben.

Welche Einsatzstellen kommen in Frage und wie findest du sie?


Als Einsatzstelle kommen verschiedene Einrichtungen in Betracht. Wichtig ist, dass sie im Naturschutz oder der Umweltbildung bzw. –Forschung angesiedelt sind.

Beispiele:
• Wald- und Naturkindergärten
• Tierschutzzentren
• Jugendverbände mit ökologischen Projekten
• Umweltlabore
• Unternehmen
• Ökologische Landwirtschaft
• Naturschutzzentren
• Landschaftspflege

Ein Liste der möglichen Einsatzstellen erhältst Du bei den Trägern des jeweiligen Bundeslands (Übersicht hier).

Ist ein FÖJ auch im Ausland möglich?


Ja. In Frankreich, Estland, Litauen, Österreich und Polen ist ein Freiwilliges Ökologisches Jahr möglich. Die Rahmenbedingungen sind für das Ausland die gleichen wie in Deutschland. Momentan ist die Anzahl der FÖJ Plätze im Ausland recht gering, weshalb es eher einen Seltenheitswert besitzt. Erkundige dich einfach beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst oder aber bei den Webseiten der Träger, um eine passende Stelle für Dich zu finden.

Wie bewerbe ich mich für ein FÖJ?


Erst einmal schickst Du deine Bewerbung an den Träger deines gewählten Bundeslandes. Grundsätzlich gehört hierzu ein Bewerbungsschreiben inklusive eines Motivationsschreibens, ein Lebenslauf und eine Kopie deines letzten Schulzeugnisses.

Der Träger händigt Dir im Anschluss eine Liste von staatlich anerkannten Einsatzstellen aus. Sobald Du eine Passende gefunden hast, solltest Du dort ebenfalls eine Bewerbung hin senden. Bei einigen Einsatzstellen ist auch ein Probearbeiten möglich, was für deine Entscheidung sehr von Vorteil sein kann.

Du bist zu spät dran? Zögere nicht, dich dennoch bei einem Träger zu bewerben, denn oft werden Plätze auch Ende August oder im September im Nachrückverfahren vergeben.

Wird ein FÖJ entlohnt?


Ja. Während deines Freiwilligen Ökologischen Jahrs erhältst du ein monatliches Taschengeld in Höhe von 180€ bis 370€. Einige Einsatzstellen übernehmen auch deine Verpflegung und Unterkunft. Die Kosten hierfür werden jeweils anteilig von den Einsatzstellen, dem Träger sowie den Bundesländern übernommen. Weiterhin ist es möglich zusätzlich Kindergeld zu beziehen oder aber Wohngeld oder Hartz IV zu beantragen.

Da Du dich während deines FÖJ in einem Arbeitsverhältnis befindest, werden deine Beiträge für Renten-, Kranken-, Unfall- Renten- und Arbeitslosenversicherung vom Träger übernommen.

Spezielles Angebot


Eine äußerst interessante Möglichkeit des Austauschs mit anderen FÖJlerinnen bietet sich Dir über Ökiglück. Mit Ökiglück kannst Du eine Woche lang eine/n anderen FÖJ-Teilnehmerin in ihrer/seiner Einsatzstelle begleiten. Diese/r kommt dann im Gegenzug auch für eine Woche in deine Einsatzstelle. Es ist ebenfalls möglich, dass die Besuchswoche nur von einer Partei genutzt wird. Meist beschränken sich die Wochen für einen solchen Austausch auf die Reisekosten. Unterkunft und Verpflegung bekommt man in der Regel bei deinem/r Partner-FÖJlerin. Für die Organisation von Ökiglück bist Du jedoch allein und in Absprache mit deinem Träger zuständig.

Fazit


Alles in allem ist das Freiwillige Ökologische Jahr eine prima Gelegenheit in naturbezogene Berufsfelder zu schnuppern, sich selbst zu entfalten und mal eine Pause vom Lernstress einzulegen. Du lernst dich selbst, deine Interessen und Fähigkeiten besser kennen, was für deine kommenden Bewerbungen mehr als hilfreich sein wird.

Bildquelle: Vielen Dank an Bo & Lill für das Bild (©Bo & Lill/ pixelio.de).

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