Lücken im Lebenslauf kaschieren

Lücken im Lebenslauf kaschieren Viele Personaler erwarten einen perfekten Lebenslauf bei Bewerbungen. Doch wie realistisch ist das? Kann ein Lebenslauf überhaupt perfekt sein?

Einige Monate nach Semesterbeginn das Studium abgebrochen? Ein halbes Jahr zur Selbstfindung gebraucht? Das kommt in der Personalabteilung gar nicht gut an. Es sei denn, du verkaufst die vermeintlichen Leerstellen in deinem CV gut und stehst zu ihnen!

Lügen bringt nichts und es ist wichtiger, ehrlich zu zeigen, wer du bist und woher du kommst. Oft machen Lücken einen Lebenslauf sogar interessanter! Wir geben dir ein paar Tipps, wie du deine Vita aufpeppen kannst und wie du bereits jetzt einige Zeitlöcher geschickt vermeiden kannst.

Lebenslauf optimieren, aber nicht lügen!


Als allererstes gilt: Den Lebenslauf optimieren ist erlaubt, lügen verboten. Lügen haben bekanntlich kurze Beine und früher oder später fliegt ein erfundenes Praktikum oder ein behauptetes Ehrenamt auf.

Denn Personalchefs haken gerne im Bewerbungsgespräch mal genauer nach und so wirst du schnell ins Straucheln geraten, wenn dir der Name deines ehemaligen Chefs nicht mehr einfällt.

Auf gar keinen Fall solltest du auf die Idee kommen, irgendwelche Fremdsprachenkenntnisse vorzutäuschen. Personaler wechseln im Bewerbungsgespräch auch gern mal ins Englische oder Französische.

„Ehrlich währt am längsten“- das solltest du dir zu Herzen nehmen. Fliegt nämlich deine Falschinformation (auch erst nach Jahren) auf, kann das ein Grund zur fristlosen Kündigung sein!

Ein Lebenslauf mit thematischer Gliederung versteckt „Leerphasen“


Wenn du deinen Werdegang strikt chronologisch aufzeichnest, fallen Zeitlöcher in deiner Vita schnell auf. Besser ist es, deinen Lebenslauf thematisch zu gliedern.

Unterteilst du ihn nämlich in Rubriken, stechen die Lücken nicht sofort hervor.

Mögliche Oberbegriffe sind zum Beispiel Ausbildung, Auslandsaufenthalte, Soziales Engagement und besondere Qualifikationen.

Durch die Sparten hebst du besonders hervor, was du gemacht hast und nicht, wann du nichts gemacht hast.

Studiengang wechseln: Einen Fehlversuch hat jeder?


Einser-Abi, FSJ in Südamerika, Studium, Job: So perfekt kann es gar nicht immer laufen. Stimmt, sagen wir. Denn einen Fehlversuch hat jeder. Wichtig ist aber, dass du nach dem Studienabbruch nicht den Kopf hängen lässt, sondern dich damit beschäftigst, was du wirklich machen möchtest.

Du könntest derweil ein Praktikum machen, das thematisch zu deinem Wunsch Studium passt. Eine andere Möglichkeit ist es, einen Nebenjob anzunehmen. Angehende Lehrer können beispielsweise Nachhilfe geben.

Auch Reisen gehören in den Lebenslauf! Solange du sie nicht als Urlaub verkaufst


Mittlerweile ist es fast gang und gäbe unter jungen Leuten, ein paar Monate mit dem Rucksack durch Asien, Südamerika oder Down Under zu reisen. Dieses Erlebnis solltest du keinesfalls unter den Tisch fallen lassen, denn Reisen gehören genauso wie Praktika in den Lebenslauf.

Reisen bildet und zeigt, dass du kulturell interessiert bist. Daneben zeigst du mit einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt oder Auslandssemester, dass du flexibel bist und dich an verschiedene Lebenssituationen anpassen kannst.

Besonders gut im Lebenslauf macht sich natürlich ein Sprachaufenthalt oder die Mitarbeit in einem sozialen Projekt wie z.B. in Indien. Steht deine Rucksackreise noch bevor, kannst du dich also bereits jetzt informieren, was du an deinem Reiseziel machen könntest.

Auslandspraktikum, Freiwilligenarbeit, Sprachkurs oder Arbeiten auf dem Bauernhof – die Möglichkeiten sind vielfältig, nutze sie! Denn eines solltest du im Bewerbungsgespräch sicher nicht auf die Frage antworten, was du in den sechs Monaten in Asien gemacht hast: „Chillen!“.

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Den 400 Euro Job erwähnen! Nebenjobs sind völlig normal und zeigen Einsatzbereitschaft


BAföG und das Taschengeld von Oma reichen nicht aus, um nach der Prüfungsphase zwei Wochen nach Spanien zu fahren?

Unter Studenten ist es völlig normal, einen Nebenjob anzunehmen. Ob nach dem Abi, studienbegleitend oder in den Semesterferien – für einen Minijob musst du dich nicht schämen!

Denn ein Studentenjob zeigt, dass du engagiert, belastbar und einsatzbereit bist. Also rein damit in den Lebenslauf! Versuche allerdings nur die Jobs aufzuzählen die du über einen längeren Zeitraum gemacht hast. Das einmalige Babysitten bei deiner Cousine gehört also nicht in deinen Lebenslauf.

Ein Praktikum beweist Berufserfahrung! Aber worin genau?


Praktika machen sich immer gut im Lebenslauf. Vor allem dann, wenn du sie unter der Rubrik „Berufserfahrung“ auflistest. Denn so zeigst du, dass du bereits während des Studiums engagiert Praxisübung gesucht hast und kein absoluter Newcomer in deinem späteren Beruf bist.

Noch besser ist es allerdings, wenn du konkret auflistest, für welche Bereiche du zuständig warst. Hast du sogar ein eigenes Projekt betreut? Diese Info gehört unbedingt in deinen Lebenslauf! Sprich also am Ende deines Praktikums mit deinem Chef und bitte ihn, dir kein „08/15“ Arbeitszeugnis auszustellen, sondern deine Aufgabenbereiche detailliert zu beschreiben. Mit einer originellen Arbeitsdarstellung kannst du das Praktikum wirklich als Berufserfahrung verkaufen.

Lücke im Lebenslauf wegen längerer Krankheit? Grundsätzlich ist das privat


Wenn du über einen längeren Zeitraum erkrankst, kann das schon einmal große Lücken in deinem Lebenslauf hinterlassen. Ob Burnout oder Depression – an was du damals erkrankt bist, geht niemanden etwas an!

Du musst deinem zukünftigen Arbeitgeber nur die Krankheiten nennen, die andere gefährden könnten. Ansonsten ist deine Erkrankung privat! In deiner Vita genügt der Vermerk „Oktober 2017 – Januar 2017: Längere Erkrankung“. Alles Weitere kannst du im Vorstellungsgespräch erklären.

Fazit: Lücken im Lebenslauf füllen, Leerläufe nutzen, zu deinem Werdegang stehen! Viel wichtiger als ein Muster Lebenslauf ist dein Werdegang selbst. Wie bist du zu dem Menschen geworden, der du bist? Wenn du dich und deine Erlebnisse gut verkaufen kannst und Leerläufe nutzt, um dich selbst weiterzubilden, sind Lücken in deinem Lebenslauf gar nicht tragisch. Mit unseren Tipps wandern deine Bewerbungsunterlagen sicher nicht in den Papierkorb.

Bildquelle: Vielen Dank an HebiFot für das Bild (© HebiFot/www.pixabay.de).



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