Wie schreibe ich einen Lebenslauf?

Wie schreibe ich einen Lebenslauf? Bewerbung, Vorstellungsgespräch, Einstellung. So sieht das idealtypische Bewerberverfahren aus, das für Viele jedoch fernab der Realität ist. Manchmal scheitert die Bewerbung schon an der ersten Station – die Unterlagen haben den Personaler offensichtlich nicht überzeugt. Mit der Zahl der gescheiterten Versuche steigt auch der Frust. Schuld an der Misere könnte ein suboptimaler Lebenslauf sein, denn hier kann man eine ganze Menge falsch machen. Wie du mit deinem Lebenslauf künftig punkten kannst, verraten wir dir im Folgenden.

Lebenslauf richtig schreiben: welche Software?


Einen Lebenslauf richtig schreiben, erfordert keine spezielle Software. Gängige Textverarbeitungsprogramme wie Microsoft Word bieten auch schon entsprechende Vorlagen.

Steht dir kein Microsoft Office zur Verfügung, kannst du auch eine der OpenSource-Alternativen verwenden, beispielsweise LibreOffice.

Lebenslauf schreiben
©5138153/pixabay.com

Lebenslauf richtig schreiben: formale Kriterien


Ein Lebenslauf dient dem Personaler als schneller Überblick über deine Person. Für die erste Sichtung einer Bewerbung nimmt man sich kaum mehr als 1-2 Minuten Zeit, dann ist schon der nächste Kandidat an der Reihe. Hieran siehst du schon, wie wichtig ein gut strukturierter Lebenslauf eigentlich ist. Damit deine Bewerbung Erfolg hat, musst du es dem Personalverantwortlichen so einfach wie möglich machen, deine besonderen Vorzüge zu erfassen.

Aus diesem Grund sollte dein Lebenslauf eine schlichte, vor allem aber gut lesbare Abhandlung deines bisherigen Werdegangs sein. Dafür ist es wichtig, dass er sich von den anderen Bestandteilen deiner Bewerbung, also Anschreiben und Deckblatt, nicht zu sehr abhebt. Idealerweise wählst du für die komplette Bewerbung dasselbe Layout. Geeignete Schriftarten sind Times New Roman, Open Sans oder Verdana. Verwende Schriftgrößen zwischen 10-12pt, Überschriften können auch etwas größer sein. Das hebt sie von den Aufzählungen ab und macht deine Vita übersichtlicher.

Wichtig: Von schrillen Farben und skurrilen Fonts solltest du in jedem Fall die Finger lassen, selbst wenn du dich für einen Job mit künstlerischen Bereich bewirbst – hierfür eignen sich Motivationsschreiben und Arbeitsproben als Zeugnis deiner Kreativität.

Lebenslauf richtig schreiben: Aufbau und Inhalt


Das beste Layout nützt nichts, wenn dein Lebenslauf vom Aufbau her vollkommen chaotisch ist. Hier verbergen sich wohl die meisten Fehlerquellen, was jedoch im Umkehrschluss bedeutet, dass du mit einem guten Aufbau wirklich punkten kannst!

Titel und persönliche Angaben


Der Titel „Lebenslauf“ ist zwar alles andere als originell, aber genau das muss er auch nicht sein. Vielmehr ist es die gängige Praxis, hier das Kind beim Namen zu nennen. Der Hauptüberschrift folgen alle persönlichen Angaben, also Name, Anschrift, E-Mail, Telefon, Geburtsdatum und -Ort. Es tut nichts zur Sache, dass du den Großteil deiner Daten bereits auf dem Deckblatt erwähnt hast – doppelt hält besser!

Rechts neben deinen Angaben ist Platz für dein Bewerbungsfoto, sofern du es nicht bereits auf dem Deckblatt platziert hast. Ein Foto je Bewerbung ist vollkommen ausreichend.

Beruflicher und schulischer Werdegang


Beim Lebenslauf schreiben, erfolgt die Auflistung deiner beruflichen Laufbahn und deiner schulischen Ausbildung in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, also beginnend mit der aktuellen Station. Dabei solltest du unbedingt ein einheitliches Datumsformat verwenden, das sich nicht nur auf das Jahr beschränkt. Den Monat solltest du auch angeben.

Beispiel: 09/2016 – 04/2017

Hast du eine Station in deiner Vita zum Zeitpunkt deiner Bewerbung noch nicht abgeschlossen, kannst du dies mit der Bezeichnung „laufend“ deutlich machen.

Beispiel: 05/2018 – laufend

Bei der Aufzählung kommt es vor allem auf den Informationsgehalt an. Die Namen deiner Hochschule bzw. deiner Arbeitsgeber sollten auch immer den jew. Ort und die Rechtsform enthalten.

Bei bisherigen Arbeitgebern erwähnst du die Positionen und Abteilungen, in denen du tätig warst. Praktika und Nebenjobs solltest du unbedingt auch aufführen, schließlich hast du diese ja unter anderem absolviert, um berufliche Kenntnisse zu erwerben!

Besonders wichtig: Widme den von dir ausgeführten Aufgaben 5-6 Stichpunkte – auf die kommt es Personalern wirklich an! Je mehr sie mit den Anforderungen der vakanten Stelle harmonieren, desto besser scheinst du für den Job geeignet.

Dem beruflichen Werdegang schließt sich die schulische Ausbildung an. Erwähne dabei die von dir erlangten Abschlüsse. Solange deine Noten oberhalb der 3,0-Marke liegen, kannst du sie auch angeben. Ebenso nennenswert sind Spezialisierungen und Themen deiner Abschlussarbeiten. Das gilt vor allem dann, wenn diese direkt oder indirekt etwas mit der Stelle zu tun haben, auf die du dich bewirbst.

Lebenslauf schreiben
©geralt/pixabay.com

Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, etc.


Im nächsten Abschnitt kannst du, sofern vorhanden, bereits absolvierte Weiterbildungen und Zertifikate auflisten. Diese haben vor allem bei Berufsanfängern ein hohes Gewicht, immerhin hast du zu Beginn deiner Karriere noch nicht allzu viel an praktischer Erfahrung vorzuweisen. Einen Lebenslauf richtig schreiben, heißt deshalb auch, mit Zusatzqualifikationen zu punkten!

Bei Weiterbildungen zählt vor allem die Relevanz. Hast du vor x Jahren mal ein Seminar besucht, das mit der ausgeschriebenen Stelle nichts gemein hat, solltest du darauf verzichten. Irrelevante Informationen blähen den CV zu sehr auf und gehören deshalb zu den häufigsten Fehlern im Lebenslauf.

Tipp: Hast du bei Weiterbildungen und/oder Seminaren Zertifikate oder Zeugnisse erhalten, sollten diese per Anhang unbedingt den Weg mit in die Bewerbung finden. Der DATEV-Schein beispielsweise ist eine gefragte Zusatzqualifikation im Steuerrecht.

Berufsbezogene Kenntnisse, die du nicht durch Belegen einer Weiterbildung erlangt hast, kannst du auch angeben – wichtig ist hier nur wieder die Relevanz. Hast du dir beispielswiese ein paar Grundlagen zu Photoshop angeeignet, einfach, weil dich die Bildbearbeitungssoftware interessiert hat, kann dein potenzieller Arbeitgeber in spe ruhig davon erfahren, wenn du dich im Online-Marketing bewirbst. Deine Kenntnisse solltest du nach Möglichkeit schon in deinem Lebenslauf einordnen. Dazu verwendest du am besten die Begriffe Grundkenntnisse/fortgeschrittene Kenntnisse/Expertenkenntnisse.

Sprachkenntnisse gibst du am besten nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (A1-C2), an. Falls du mit diesen Kürzeln nichts anzufangen weist, finden sich im Netz entsprechende Definitionen. Ansonsten kannst du dein Sprachniveau auch dem Zeugnis vom Abitur entnehmen.

Tipp: Sprachreisen werten deine Sprachkenntnisse natürlich auf und gehören deshalb auch in den Lebenslauf! Wichtig ist allerdings, dass du nachweisen kannst, dass du die Reise tatsächlich zu Bildungszwecken gemacht hast und nicht nur im Urlaub warst. Ein guter Beleg wäre beispielsweise das Abschlusszeugnis der Sprachreise oder die Immatrikulationsbescheinigung der Hochschule deines Gastlandes bei einem Auslandssemester.

Eine letzte Rubrik kannst du schließlich deinen Hobbys widmen. Selbst wenn diese allenfalls indirekt mit dem neuen Job zu tun haben, vermitteln sie dem Personaler dennoch einen ersten Eindruck von deiner Person. Hast du dir beispielswiese das Gitarre spielen selbst beigebracht, zeugt dies von einem gewissen Maß an Eigeninitiative und Ausdauer. Bist du ehrenamtlich in einem gemeinnützigen Verein tätig, fördert dies dein soziales Engagement zutage. Vielleicht teilt der Personaler ja sogar dein Interesse, dann wirkst du direkt sympathisch und ihr seid auf einer Wellenlänge.

Unterschrift


Der Lebenslauf gehört zur Bewerbung. Die wiederum ist ein rechtsgültiges Dokument, für das du bei Falschangaben auch die Konsequenzen zu tragen hast.

Für die Gültigkeit deines Lebenslaufes ist deine Unterschrift von Nöten. Wenn du keine Vorlage verwendest, wo die entsprechenden Zeilen eh schon vorhanden sind, solltest du deinem Lebenslauf am Schluss noch Datum und Unterschrift hinzufügen. Bei postalischen Bewerbungen unterschreibst du handschriftlich, bei Online-Bewerbungen genügt deine eingescannte Unterschrift, die du als Bilddatei einfügen kannst.

Das war jetzt sehr viel Input für den Aufbau des Lebenslaufs, hier deshalb die wichtigsten Punkte noch einmal im Überblick:

• Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Bewerbungsfoto (falls nicht auf Deckblatt)
• Geburtsdatum und Geburtsort
• Beruflicher Werdegang (Dauer der Tätigkeit, Stellenbezeichnung, Name des Arbeitgebers inkl. Rechtsform, Ort, Aufgaben)
• Schulische Ausbildung (Dauer, Name der Lehranstalt, Ort, Abschlüsse, ggf. Themen von Abschlussarbeiten und Vertiefungen)
• Weiterbildungen/Berufsbezogene Kenntnisse
• Sprachkenntnisse
• Interessen + Hobbys
• Unterschrift, Ort, Datum

Ein geeignetes Muster findest du hier:


Quelle:bewerbungstraining.de

Lebenslauf richtig schreiben: was du beim Inhalt beachten solltest


Auch wenn der Aufbau beim Lebenslauf eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt, sollte es dem Personaler doch eigentlich vielmehr um den Inhalt deiner Unterlagen gehen, oder nicht? Dem ist auch so!

Um deinen Lebenslauf zu optimieren, solltest du deshalb noch die folgenden inhaltlichen Aspekte berücksichtigen.

#1 Bleib bei der Wahrheit


Lügen haben kurze Beine, nicht zuletzt deshalb solltest du beim Erstellen deines Lebenslaufs bei der Wahrheit bleiben. Personalbeauftragte sind darauf trainiert, Beschönigungen im Lebenslauf zu entlarven. Spätestens im Vorstellungsgespräch kann dir das zum Verhängnis werden.

#2 Du warst nicht „arbeitslos“


… Jedenfalls nicht in deinem Lebenslauf. Idealerweise ist deine Vita natürlich absolut lückenlos, doch ist das heutzutage selten der Fall. Bezeichnungen wie „berufliche Neuorientierung“ sind durchaus vertretbar, schließlich ist es mittlerweile eher die Regel, dass der erste Weg nicht automatisch der richtige sein muss und man sein Berufsfeld wechselt.

Idealerweise kannst du für deine Überbrückungszeit Praktika, Weiterbildungen oder dergleichen heranziehen. Diese können ein Beleg dafür sein, dass du nicht „nichts“ gemacht hast.

#3 Weniger ist mehr


Achte darauf, dass dein Lebenslauf eine Länge von 3 Seiten nicht überschreitet. Wenn du gerade erst mit dem Studium fertig bist und noch am Anfang deiner beruflichen Laufbahn stehst, solltest du kaum an diese Grenze stoßen.

#4 Achte auf Rechtschreibung und Grammatik


Was für das Anschreiben gilt, ist auch für den Lebenslauf extrem wichtig. Rechtschreibung und Grammatik sind sog. Hygenefaktoren: Sie werden den Leser nicht von den Socken hauen, wenn ihre Grundregeln eingehalten wurden. Sollte das jedoch nicht der Fall sein, kann es passieren, dass du nur auf Grund kleiner Flüchtigkeitsfehler aus dem Kreis der interessanten Bewerber ausscheidest. Denn das Nicht-Einhalten geltender Rechtschreibregeln gehört zu den häufigsten Fehlern in der Bewerbung.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass du deine Bewerbung – inklusive Lebenslauf – vor Versenden noch einmal gründlich durchliest. Vier Augen sehen besser als zwei: Wenn du sprachlich versierte Freunde und/oder Verwandte hast, lass sie deine Unterlagen noch einmal gegenlesen.

Fazit

Den Lebenslauf richtig zu schreiben, will gelernt sein. Es existieren unzählige Bücher zu diesem Thema, das deshalb aber noch lange keine Wissenschaft ist. Auf ein gut strukturiertes Layout und aussagekräftige Informationen kommt es an. Diese müssen für die vakante Stelle Relevanz haben, dann kann der Lebenslauf eine Menge zur erfolgreichen Bewerbung beitragen.

Vielen Dank an © Uli Carthäuser/www.pixelio.de für das Titelbild!

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