Führungskraft werden ohne Studium?

Führungskraft werden ohne Studium? Die meisten Studenten werden jetzt wahrscheinlich wieder in den Prüfungen schwitzen und um das Bestehen der verhassten Mathe- oder Physikprüfung bangen. Ist man dann bei einer Prüfung durchgefallen, kommt schnell die Frage auf, ob das mit der Karriere nicht auch einfacher geht. Immerhin gibt es einige Leute, die auch ohne Studium reich und berühmt geworden sind. Um diese Fragen beantworten zu können, haben wir uns das Thema mal genauer angeschaut.

Karriere ohne Studium? Diese Leute haben es geschafft!


Martin Schulz ist das derzeit prominenteste Beispiel, wenn es darum geht ohne Abschluss bis nach ganz oben zu kommen. Dabei stammt er selbst aus bescheidenen Verhältnissen. Der Vater war Polizist und die Mutter Hausfrau. Zwar besuchte Schulz das Gymnasium, musste aber in der 11.Klasse abbrechen und mit der mittleren Reife von der Schule gehen. Nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung zum Buchhändler und arbeitete später mit seiner Schwester als selbstständiger Verlagsbuchhändler.

Den wirklichen Erfolg fand er aber in der Politik. Mit 19 Jahren trat der in die SPD ein und engagierte sich schon früh bei den Jusos. Später wurde er erst zum Würselener Stadtrat gewählt und später zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Stadt. 1994 gelang ihm, mit der Wahl ins Europäische Parlament, dann der Sprung nach Brüssel und 2012 schließlich die Präsidentschaft des Europaparlaments. Vor seiner Kanzlerkandidatur war er damit lange Zeit einer der einflussreichsten Politiker Europas.

Ein anderes Beispiel ist der heute berühmte Fernsehkoch Tim Mälzer. Als Sohn eines Kaufmannes geboren besuchte auch er das Gymnasium, schaffte aber nur ein Abitur mit Vierer-Durchschnitt. Nach einigen Jahren mit Zivildienst und Gelegenheitsjobs absolvierte er schließlich eine Lehre als Koch im Hotel "Intercontinental" in Hamburg. Danach ging er nach Großbritannien und arbeitete in verschiedenen Hotels und Restaurants, um Erfahrungen zu sammeln. Dabei lernte er, dass man nicht handwerklich perfekt sein muss, um erfolgreich zu sein, sondern es vor allem auf die Leidenschaft für den Beruf ankommt.

Als er 1997 wieder nach Deutschland zurückkehrte, arbeitete er zunächst in Hamburgs Restaurant Tafelhaus. 2002 übernahm er mit Christian Senkel zusammen das Weiße Haus am Museumshafen Övelgönne und gründete als selbstständiger Unternehmer in den folgenden Jahren noch weitere Restaurants. Zusätzlich trat er ab 2003 in diversen Kochsendungen auf und gelangte so zu seiner heutigen Berühmtheit.

Kommt man mit Engagement allein bis an die Spitze?


Trotz der Einzelbeispiele muss diese Frage mit einem klassischen Jein beantwortet werden. Es stimmt zwar, dass Leidenschaft die halbe Miete ist, wenn es darum geht im Beruf voranzukommen, aber ohne die entsprechende Qualifikation werden es die meisten auf der Karriereleiter nicht bis zum Manager schaffen.

Laut Michael Hartmann, seines Zeichens Professor für Soziologie und Elitenforschung aus Darmstadt, haben in den 100 größten deutschen Unternehmen heute mehr als 95% der Vorstandsmitglieder studiert. 85% davon an einer Universität. Aber auch kleinere Unternehmen vertrauen beim Besetzen der Führungsetage hauptsächlich auf Akademiker. Laut Marko Reimer, Professor am Institut für Management und Controlling an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar, ist der Anteil an Vorstandsmitgliedern ohne Studium oft nicht größer als 10%. Und das unabhängig von der Unternehmensgröße.

Als Gründe für die Unverzichtbarkeit des Studiums im Top-Management werden oft die Qualifikationen angeführt, die für einen erfolgreichen Abschluss parallel zum Studi-Stress in Eigenregie erworben werden müssen. Selbstmanagement, analytisches Problemlösen und die theoretische Durchdringung von komplexen Sachverhalten. Ein abgeschlossenes Studium sagt für viele Personalchefs neben der fachlichen Qualifikation eben auch etwas über die persönliche Kompetenz und Leistungsbereitschaft aus.

Über Umwege zum Ziel – Mit dem zweiten Bildungsweg aufsteigen


Aber auch wenn es damals mit dem Abitur nicht geklappt hat oder das Studium abgebrochen werden musste, gibt es eine Möglichkeit parallel zum Job den Sprung nach vorne zu schaffen. Laut einer Studie der IHK sind nämlich 47% aller Absolventen einer nebenberuflichen Weiterbildung heute Führungskräfte.

Mit so einer Weiterbildung der IHK oder dem Fernstudium eines privaten Trägers, kannst du auch noch nachträglich und vor allem unabhängig von deinem Schulabschluss etwas für deinen Lebenslauf tun. Außerdem wird der besondere Einsatz, der für so eine berufsbegleitende Weiterbildung notwendig ist, von den Personalchefs hoch angerechnet. Damit stehen die Absolventen des zweiten Bildungsweges den Studierten in puncto Eignung für Führungspositionen in nichts nach.

Autor: Johannes Rausch
Bildquelle: Vielen Dank an Unsplash für das Bild (© unsplash/www.pixabay.de).
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Kommentare

01. März 2017 · 22:50 Uhr
j.kaus
Ich denke, die Mischung macht´s!

So ein Studium allein ist auch kein Garant für einen Manager-Posten...Lebenserfahrung und die damit verbundene Gelassenheit, Menschenkenntnis, etc. kann man sich nicht in 10 Semestern aneignen.
Das "Jein" im Artikel trifft es schon ganz gut! :-)
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