Rekord-Lücke: MINT-Arbeitskräfte fehlen

Rekord-Lücke: MINT-Arbeitskräfte fehlen Den Unternehmen fehlten im April 237.500 Fachkräfte im MINT-Bereich. Dies sind 38,6% mehr als im Vorjahr und ist seit der Erhebung 2011, der höchste Stand. Dies geht aus dem MINT-Report hervor, der zweimal jährlich vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln erstellt wird.

Hilfe von Fachkräften aus dem Ausland

Noch deutlichere Engpässe würde es geben, wenn ausländische Arbeitskräfte in diesem Bereich nicht arbeiten würden. Hier ist die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte in akademischen MINT-Berufen seit 2013 um 43% gestiegen. Daher ist es wichtig, dass die Zuwanderung gestärkt wird, damit der Fachkräftemängel nicht weiter ansteigt.

Im MINT-Report geht zudem hervor, dass Zuwächse bei Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern und Rückgänge bei beruflich Qualifizierten festgestellt werden können. Die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern ist in der gesamten Volkswirtschaft von rund 2.366.000 Personen im Jahr 2011 auf rund 2.617.000 Personen im Jahr 2014 gestiegen, was einen Anstieg von 10,6% ausmacht. Hohe Zuwächse gab es dabei unter Frauen (plus 16,4%), älteren Menschen ab 55 Jahren (plus 19,9%) und Zuwanderern (plus 17,9%). Eine ungünstige Entwicklung ist jedoch bei der Erwerbstätigkeit von beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften im Zeitraum von 2011 bis 2014 festzustellen. Hier sank die Anzahl um 0,4% von 9.178.400 auf 9.142.900 Arbeitskräfte. Ein deutlicher Rückgang ist dabei unter Frauen zu verzeichnen mit minus 3,5%. Zuwächse gab es vor allem unter älteren Menschen ab 55 Jahren mit plus 18,8% und unter Zuwanderern mit plus 2,4%.

Es ist wichtig, MINT-Kräfte aus demografiestarken Drittstaaten für das Leben und Arbeiten in Deutschland zu gewinnen. Hier richtet sich z.B. das Portal „Make-it-in-Germany“ gezielt an MINT-Akademiker aus Drittstaaten wie Indien. Im 3.Quartal 2016 waren etwa 7.000 Inder in akademischen MINT-Berufen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und machen damit unter Ausländern die häufigste Nationalität in den MINT-Expertenberufen aus. Bemerkenswert ist, dass nach dem 31.12.2012 die Anzahl der Inder um rund 87% gestiegen ist. Zum 30.09.2016 waren zudem rund 6.600 Italiener, knapp 6.600 Franzosen, rund 6.100 Spanier und 5.500 Chinesen in akademischen MINT-Berufen beschäftigt.

MINT bietet Chancen

Schaut man sich die Arbeitsbedingungen von MINT-Arbeitskräften an, sind diese generell sehr gut. Nach Angaben des Mikrozensus waren im Jahr 2014 10,4% der MINT-Akademiker befristet beschäftigt im Vergleich zu 12,1% der sonstigen Akademiker. Befristungen sind damit in der Industrie für MINT-Akademiker äußerst selten. Anders sieht dies im Öffentlichen Dienst aus. Hier sind 28,3% der MINT-Fachkräfte befristet beschäftigt, wohingegen sonstige Fachrichtungen auf 13,2% kommen. Hier dürften Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit einem hohen Anteil befristeter Wissenschaftler eine große Rolle spielen.

Auch arbeiten MINT-Akademiker häufiger Vollzeit mit 86,2% gegenüber anderen Fachrichtungen, die hier eine Prozentzahl von 74,5% aufweisen. MINT-Kräfte sind zudem mit 37,3% häufiger in leitender Position tätig. Andere Fachrichtungen kommen hier gerade einmal auf einen Wert von 33,1%.

MINT-Arbeitskräfte erzielen höhere Bruttolöhne

Die Nachfrage nach MINT-Akademikern spiegelt sich auch bei der Entwicklung der Löhne wider. So stieg der durchschnittliche Bruttomonatslohn vollzeiterwerbstätiger MINT-Akademiker von 3.600€ im Jahr 2000 über 4.500€ im Jahr 2005 auf 5.300€ im Jahr 2015 deutlich dynamischer an, als der entsprechende Lohn von allen Akademikern in Vollzeit.

Betrachtet man die Stundenlohnprämie, so verdienten MINT-Akademiker im Jahr 2015 rund 92,3% mehr als Geringqualifizierte. Die Lohnprämie liegt damit höher als bei Wirtschaftswissenschaftlern mit 86,5%.

Bei beruflich qualifizierten Personen im MINT-Bereich lag die Lohnprämie im Jahr 2015 bei 66,7%, welches etwa der Lohnprämie akademischer Fachrichtungen ohne Medizin, Jura, WiWi und MINT entspricht. Aufgrund der kürzeren Ausbildungsphase und der damit verbundenen geringeren entgangenen Löhne sind die Bildungsrenditen einer beruflichen MINT-Qualifikation deutlich attraktiver als die anderer Studiengänge.

Höchster Bildungsaufstieg mit MINT

Gerade in den MINT-Berufen ist die Anzahl an akademischen Bildungsaufsteigern besonders hoch. Zwischen 2001 und 2015 waren 69,8% der Ingenieure und 66,3% der Personen sonstiger akademischer MINT-Berufe Bildungsaufsteiger. Den geringsten Anteil an Bildungsaufsteigern machen Juristen (43,1%) und Mediziner (50,1%) aus. Auch geisteswissenschaftliche Berufe, Lehrberufe und wirtschaftswissenschaftliche Berufe weisen mit 63,2 und 65,0% nur einen geringeren Anteil an Bildungsaufsteigern auf.

Autorin: Darja Kibke
Bildquelle: Vielen Dank an Unsplash für das Bild (©Unsplash /www.pixabay.de)

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