Die wissenschaftliche Hausarbeit Teil 2

Die wissenschaftliche Hausarbeit Teil 2 Die nervige Literaturrecherche ist geschafft und du hast auch schon die relevante Fachliteratur ausgearbeitet. Herzlichen Glückwunsch!!! Damit ist schon ein großer Schritt geschafft. Jetzt geht es von den Gedanken aufs Papier. Doch wie war das noch mal mit den Zitaten und wie baut man eine wissenschaftliche Arbeit formal auf?

Zitieren und Bibliographieren
Das oberste Prinzip einer wissenschaftlichen Arbeit ist die Einheitlichkeit. Wer verschieden bibliographiert oder Fußnoten unterschiedlich aufbaut, hat bei seinem Dozenten schon von vornherein einen fetten Minuspunkt. Zitate belegen das von dir Behauptete. Direkte Zitate sind in Anführungszeichen zu setzen. Wichtig ist, dass du den Text wortgetreu übernimmst, d.h. auch Fehler im Original werden mit übernommen! Allerdings solltest du selbst auch keine Fehler in das Zitat hineinschreiben, also hier am besten zwei- dreimal schauen, dass auch wirklich alles stimmt. Wenn du inhaltliche Einfügungen bei Zitaten vornimmst, dann werden diese in eckige Klammern [] gesetzt, Auslassungen werden durch […] vermerkt. Grundsätzlich gilt: alles, was nicht von dir selbst kommt und du irgendwo direkt oder indirekt übernommen hast, musst du durch Fußnoten kennzeichnen, also auch sinngemäßes Zitieren. Andernfalls rückt deine Arbeit schnell in den Verdacht des geistigen Diebstahls. Fremdsprachliche Zitate musst du übrigens nicht übersetzen.

Wichtig ist, dass du die in deiner Arbeit genannte Literatur auch wirklich in den Fußnoten benennst. Viele denken zwar, dass es schlecht ist, viele Fußnoten zu haben, weil es so aussieht, als hätte man alles nur übernommen. In Wirklichkeit ist aber eher das Gegenteil der Fall. Als kleiner Anhaltspunkt: jede Seite sollte wenigstens drei Fußnoten haben. Wenn du ein Werk zum ersten Mal zitierst, musst du das Buch in der Fußnote zunächst vollständig bibliographieren. Bei jeder weiteren Erwähnung genügt dann der Kurztitel mit entsprechender Seitenangabe. Abkürzungen sind in den Fußnoten und Literaturverzeichnissen insofern erlaubt, wenn es sich um gängige Abkürzungen von Zeitschriften handelt, es z.B. mehrere Erscheinungsorte gibt (dann einfach (u.a.) schreiben) oder man den Vornamen der Autoren durchweg als Initiale abkürzt. Auch wenn du für eines der von dir genutzten Werke keine Orts- oder Jahresangabe findest, darf die Bibliographie nicht unvollständig sein. In einem solchen Fall behilfst du dir mit o.O. (= ohne Ortsangabe) oder o.J. (= ohne Jahresangabe). Deine Fußnoten beinhalten bibliographische Angaben sowie zusätzliche Angaben, die nicht in den Haupttext passen (wissenschaftliche Verweise zu zitierter Literatur, Zitate, die den Textfluss nicht stören sollen, Anregungen, Belege, Hinweise, Definitionen etc.).

Achtung: beim Bibliographieren lohnt sich meist eine kurze Nachfrage beim Dozenten, da häufig unterschiedliche Bibliographierweisen favorisiert werden. Gängige Muster für richtiges Zitieren sind:

Monographien:
Nachname, Vorname: Titel, Untertitel, Ort (Verlag) Jahr, Auflage.

Nachname, Vorname: Titel, hrsg. von: Vorname Nachname, Ort Jahr.

Aufsätze:
Nachname, Vorname: Aufsatztitel, Untertitel, in: Nachname, Vorname (Hg.): Titel, Untertitel, Ort (Verlag) Jahr, Auflage, S. x-y.

Nachname, Vorname: Aufsatztitel, in: Zeitschriftentitel Jahresbandzahl (Jahr), S. x-y.

Der formale Aufbau deiner Arbeit:
Eine Hausarbeit wird im DIN A4-Format einseitig bedruckt. Wenn nicht anders verlangt, wählst du beim Formatieren wissenschaftlicher Arbeiten Schriftgröße 12 (bei Fußnoten und längeren Zitaten Größe 10). Die Schriftart wird verschieden gehandhabt, aber wenn keine Angaben gemacht werden, solltest du auf Times New Roman oder Arial zurückgreifen. Als Zeilenabstand ist meist 1,5 gewünscht. Wichtig: die Arbeit muss im Blocksatz stehen. Wie oben bereits erwähnt, gilt als oberstes Prinzip die Einheitlichkeit, d.h. Zitieren und Bibliographieren erfolgt nach einem identischen Schema.

Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit:
1. Deckblatt
Das Deckblatt ist das erste, was dein Dozent von deiner Arbeit sieht, deshalb solltest du hier sorgfältig sein, auch wenn die Frontseite „nur“ informativen Charakter trägt. Der Titel der Arbeit wird groß und fett gedruckt in der Mitte des Blattes positioniert. Oben links vermerkst du den Name deiner Uni, das Institut, den Seminartitel, den Namen deines Dozenten sowie das jeweilige Semester. Oben rechts steht das Abgabedatum. In den unteren Bereich kommen deine persönlichen Angaben (Name, Matrikelnummer, Studiengang, Semester, Adresse, Telefonnummer, E-Mail). Wichtig: das Deckblatt bekommt keine Seitenzahl!

2. Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis beschriftest du mit deinen verschiedenen Gliederungspunkten. Dabei werden die einzelnen Kapitel mit Zahlen/Buchstaben (I; I.1…) sowie Seitenzahlen aufgeführt. Prinzipiell kannst du dich an der klassischen Einteilung: Einleitung, Hauptteil und Schluss orientieren. Das Inhaltsverzeichnis selbst wird genau wie das Deckblatt hier nicht mit aufgeführt, sondern der Überblick beginnt erst mit dem Text. Dabei wird der Hauptteil am stärksten ausdifferenziert. Du solltest eine sinnvolle Gliederung erstellen (Chronologie, Teilbereiche, Unterpunkte), die eine gewisse Logik erkennen lässt und bereits deine Thesen untermauert. Prägnanz & Aussagekräftigkeit sind hier die Schlüssel zum Erfolg.

3. Haupttext mit Fußnoten
Der Haupttext einer wissenschaftlichen Arbeit umfasst Einleitung, Hauptteil und Schluss und wird, wie im Inhaltsverzeichnis angegeben, gegliedert. Zur Übersichtlichkeit und für eine leichtere Nachvollziehbarkeit setzt du Absätze, die einzelne Unterpunkte voneinander abheben. Deine Fußnoten werden durchnummeriert und unten mit einem Trennungsstrich vom Haupttext abgehoben (das macht die Textverarbeitung automatisch). Die Zahl im Text, die auf die jeweilige Fußnote verweist, muss in kleinerer Schriftgröße hochgestellt sein. Prinzipiell gilt, dass Fußnoten genau dort angefügt werden, wo sie dazugehören (nach Name, Begriff, am Ende des Satzes oder Zitates…).

4. Anhang
Wenn du einen Anhang benötigst, fügst du hier deine verwendeten Abbildungen, Diagramme, Zitate, Karten etc. ein. Die einzelnen Teile des Anhangs werden durchnummeriert. Im Text verweist du dann in den Fußnoten auf die entsprechende Nummer des Anhangs.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis
Etwas, das nie und unter keinerlei Umständen in einer wissenschaftlichen Arbeit fehlen darf: das (Quellen- und) Literaturverzeichnis. Hier listest du alphabetisch die gesamte Literatur auf, die du verwendet hast. Wenn du von einem Autor mehrere Werke/Aufsätze genutzt hast, dann werden diese nach dem Erscheinungsjahr sortiert. Es ist es übrigens völlig ok, wenn du nicht die komplette Bibliographie zu deinem Thema verwendet hast. Da die üblichen Hausarbeiten nur einen Umfang von 10-20 Seiten haben, wäre dies auch ziemlich viel verlangt. Wichtig ist aber, dass du dich mit der wichtigsten Literatur zum Thema beschäftigt hast und sie hier aufführst.

6. Bei Bedarf: Abkürzungsverzeichnis
Ein Abkürzungsverzeichnis macht nur dann Sinn, wenn du viele ungewöhnliche Abkürzungen verwendet hast. Für gängige Abkürzungen wie u.a., etc. oder jene einschlägiger Zeitschriften brauchst du kein separates Abkürzungsverzeichnis anzulegen. Kurzformen von Werktiteln erklärst du bei Erstnennung im Text in der jeweiligen Fußnote.

7. Eidesstattliche Erklärung
Für eine normale Hausarbeit wird nicht immer gefordert, eine Selbstständigkeitserkläung mit anzufügen. Trotzdem ist es sicherer, denn du erklärst damit, deine Arbeit eigenständig und nur mit den im Quellen- und Literaturverzeichnis angegebenen Werken verfasst zu haben.

Hier ein kurzes Muster für eine Selbstständigkeitserklärung in Abschlussarbeiten:
Hiermit versichere ich, [Name, Vorname, Matrikelnr.], dass ich die vorliegende Abschlussarbeit zum Thema [Themenname (siehe Deckblatt)] selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Alle Zitate wurden kenntlich gemacht.

Diese Erklärung versiehst du anschließend noch mit Ort/Datum und unterschreibst jene handschriftlich.

TIPP: Alles zum Thema inhaltlicher Aufbau einer Hausarbeit findest du in unserem 3. Teil von "Die wissenschaftliche Hausarbeit."

Bildquelle: Vielen Dank an nkzs für das Bild (nkzs/www.sxc.hu).

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