Richtig Zitieren im Studium

Richtig Zitieren im Studium In wissenschaftlichen Arbeiten und Abschlussarbeiten gilt: Sobald du fremdes Gedankengut verwendest, musst du dieses in Form eines Zitats kenntlich machen. Der richtige Umgang mit bestehenden Zitiertechniken macht den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Hausarbeit aus – und entscheidet somit in hohem Maße über Erfolg und Misserfolg in deinem Studium! Richtiges Zitieren will allerdings gelernt sein und fällt vielen Studierenden immer wieder schwer. In diesem Beitrag findest du alle Tipps und Hinweise, was es bei wissenschaftlichen Zitaten zu beachten gilt.

Wissenschaftliches Schreiben


Zuweilen werden an den Universitäten und Fachhochschulen Leistungsnachweise erfordert, die manche vor Angst nicht schlafen lassen. Bei einigen sind es die Referate, bei anderen Klausuren oder die guten alten Hausarbeiten. Letztere sind dabei eigentlich die perfekte Vorbereitung auf eine Abschlussarbeit und sollten daher auch als solche angesehen werden.

Auch stellen Dozenten im Laufe des Studiums unterschiedliche Ansprüche an schriftliche Arbeiten und verzeihen so in den früheren Semestern den einen oder anderen Fehler in Hausarbeiten, zumindest im Normalfall. Spätestens bei Diplom- Bachelor-, oder Masterarbeiten sollten sich Stil und vor allem Technik aber auf einem Niveau befinden, das eines Studiums wirklich würdig ist. Dabei stellt das Zitieren in Haus- oder Diplomarbeiten nicht erst seit den Plagiatsvorwürfen um Theodor zu Guttenberg eine wichtige, wenn nicht die wichtigste Fertigkeit dar.

Richtig zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten


Um dir der Wichtigkeit des Zitierens bei wissenschaftlichen Arbeiten bewusst zu werden, stellst du dir am besten einmal folgendes Szenario vor: Der Leser ist von deiner mühevollen Arbeit, in die du unzählige Stunden des Schreibens investiert hast, derart angetan, dass er gerne mehr über den Ursprung deiner Argumentation erfahren möchte. Um seinen Wissensdurst stillen zu können, folgt der demselben Pfad, den auch du beschritten hast: Er durchforstet also die von dir angegebenen Quellen in Fußnoten und Literaturverzeichnis. Damit dies von Erfolg gekrönt ist, ist es an dir, deine Quellen möglichst genau und natürlich korrekt auszuweisen. Dafür existieren mehrere Vorgehensweisen.

Neben der Bedeutsamkeit für den Leser ist das korrekte Zitieren auch für dich als Verfasser deiner Arbeit enorm wichtig. Wissenschaftliche Quellen dienen der Unterstützung deiner Argumente, so dass aus deinen Hypothesen letztlich fundierte Erkenntnisse werden. Nur wer seine Thesen auch beweisen kann, hält einer kritischen Hinterfragung stand. Und wäre es nicht fatal, wenn deine Recherche zwar den benötigten Beweis erbracht hat, der Leser diesen Beweis aber aufgrund mangelhafter Zitation gar nicht erst findet?

Richtiges Zitieren aus Printmedien


Das wohl zurzeit noch geläufigste Zitat ist das der „einfachen“ Textpassagen aus Büchern, Zeitschriften oder anderen gedruckten Medien.

Hierbei spielen Informationen zu Autor, ggf. Herausgeber, Titel des Textes, Titel der Publikation, Ort, Verlag und Zeit der Veröffentlichung sowie entsprechende Seitenzahlen die Hauptrolle und sollten daher auch immer (!) im Literaturverzeichnis mit angegeben werden. Im nächsten Abschnitt erfährst du, wie du deine Zitate am besten in deine Arbeit einarbeitest.

Monographien:

Nachname, Vorname: Titel, Untertitel, Auflage, Ort: Verlag Jahr.


Pindyck, Robert S./ Rubinfeld, Daniel L.: „Mikroökonomie“, 8. Auflage, München: Pearson 2008.

Nachname, Vorname: Titel, hrsg. von: Vorname Nachname, Ort Jahr.



Aufsätze:

Nachname, Vorname: Aufsatztitel, Untertitel, in: Nachname, Vorname (Hg.): Titel, Untertitel, Ort (Verlag) Jahr, Auflage, S. x-y.


Nachname, Vorname: Aufsatztitel, in: Zeitschriftentitel Jahresbandzahl (Jahr), S. x-y.


Die unterschiedlichen Zitier-Stile


Es existieren für das Zitieren in Seminararbeiten einige unterschiedliche Praktiken. Welche Vorgehensweise für deine Arbeit die richtige ist, kann von Universität zu Universität, von Studiengang zu Studiengang, ja sogar von Prof. zu Prof. unterschiedlich sein.

Es ist daher extrem wichtig, dass du dich in Bezug auf die formellen Kriterien – und dazu zählt nun mal auch die Zitierweise – mit deinem Prüfer abstimmst! Vielleicht lässt er dir bei der Wahl deiner Zitiertechnik aber auch freie Hand. Dann ist nur wichtig, dass du dich auf eine bestimmte Technik festlegst und diese konsequent beibehältst. Damit du eine grobe Vorstellung bekommst, werden dir hier einmal zwei der gängigsten Zitier-Stile vorgestellt.

Zitieren nach APA-Richtlinien


Da wäre der sog. Stil nach APA-Richtlinien, auch Harvard-Stil oder Kurzbeleg genannt. Wie die Silbe „Kurz“ erahnen lässt, beschränkt sich der APA-Stil dabei auf die wesentlichsten Angaben einer Quelle.

Diese sind: Nachname des Autors bzw. der Autoren: Titel des Werkes, dem Entstehungsort mit Erscheinungsjahr: Seitenzahl. Dabei erfolgt der Nachweis einer Quelle in Klammern hinter dem Fließtext. Haben mehrere Autoren an einem Werk mitgearbeitet, werden ihre Namen mit einem Schrägstrich („/“) voneinander getrennt.

Ein Beispiel: (Pindyck/Rubinfeld: „Mikroökonomie“, München 2008: 278) Grundlegend kommt der APA-Stil ohne die Verwendung von Fußnoten aus.

Deutsche Zitierweise


Sollte deinem Prüfer das Zitieren im APA-Stil zu dürftig erscheinen, wird er dir womöglich die deutsche Zitierweise nahelegen. bei der deutschen Zitierweise wird die Quelle nicht im Fließtext angeben. Ihr Verweis erfolgt über hochgestellte Ziffern, den Fußnoten, am Ende der Seite. Zudem bedient sich der deutsche Stil eines sog. Vollbeleges, wie er auch im Literaturverzeichnis erfolgen soll.

Folgende Angaben sind dabei relevant: Nachname, Vorname des Autors/der Autoren: Buchtitel, Entstehungsort: Verlag mit Erscheinungsjahr, Seitenzahl.

Unser Beispiel sähe mit der deutschen Zitierweise wie folgt aus: Pindyck, Robert S./ Rubinfeld, Daniel L.: „Mikroökonomie“, 8. Auflage, München: Pearson 2008, S. 278.

Wie sich unschwer erkennen lässt, bedeutet die deutsche Zitierweise deutlich mehr Aufwand für den Verfasser – was nicht unbedingt zu ihrer Beliebtheit beträgt. Dafür lassen sich Quellen aber ganz eindeutig zuordnen, sodass Missverständnisse bei korrekter Anwendung so gut wie ausgeschlossen sind. Der Aufwand kann sich also durchaus lohnen! Wenn du mehrmals auf eine Quelle zurückgreifst, darfst du bei den weiteren Verweisen auch einen Kurzbeleg anführen.

Unterschiede beim direkten und indirekten Zitieren


Neben der Wahl der Zitierweise solltest du Unterschiede beim direkten bzw. indirekten Zitieren beachten.

Direktes Zitieren


Willst du den genauen Wortlaut eines Autoren wiedergeben, ihn also wortwörtlich zitieren, dann ist von einem direkten Zitat die Rede. Das Geschriebene muss dann in Anführungszeichen gesetzt werden.

Selbst wenn dem Urheber bei seinem Werk Rechtschreibfehler unterlaufen sind, finden diese ihren Weg ins direkte Zitat. Um auszuschließen, dass es sich dabei um deine eigenen Fehler handelt, kannst du mit dem Ausdruck [sic] (lat. für „wirklich so“) hinter dem fehlerhaften Wort darauf hinweisen.

Beispiel: „Die Betribswirtschaft [sic] ist eine bedeutsame, wissenschaftliche Disziplin.“

Auslassungen in wörtlichen Zitaten werden mit einem […] gekennzeichnet.

Beispiel: „Die Betriebswirtschaft ist eine […] wissenschaftliche Disziplin.

Die Quellenangabe, bzw. die Fußnote, muss bei einem direkten Zitat unmittelbar nach dem direkten Zitat erfolgen.

Indirektes Zitieren


Wenn du lediglich die Gedanken eines Autors wiedergibst, deine Argumentation also „nur“ auf seinen Ideen beruht, dann handelt es sich um ein indirektes Zitat. Hier sind keine Anführungszeichen von Nöten. Die Quellenangabe oder Fußnote erfolgt am Ende eines Absatzes. Sollte sich dein Absatz aus mehreren Quellen zusammensetzen, dann trennst du die Angaben am besten mittels Semikolon.

Das Zitieren von Internetquellen


Bei den oben gezeigten Beispielen handelt es sich in beiden Fällen um die Angabe eines Printbuches. In Zeiten von Web 4.0 rücken aber vor allem Internetquellen immer mehr in den Fokus der Recherchen. Oft sind Beiträge aus Onlinemagazinen oder Blogs heutzutage nicht minder fundiert als Bücher, besitzen aber eine höhere Aktualität und einen stärkeren Sachbezug als die ganz allgemeine Literatur. Wer also eine gute Facharbeit abliefern will, der sollte bei seiner Recherche nicht auf das Internet verzichten!

Wichtig ist, richtig auf Internetquellen zu verweisen. Da das Internet ein veränderliches Medium ist und Webseiten ebenso schnell wieder verschwinden können, wie sie aufgetaucht sind, ist es enorm wichtig, bei der Quelle auch das Zugriffsdatum anzugeben. So kann es später nicht auf dich zurückfallen, wenn eine Quelle aus dem Netz beim Prüfer plötzlich nicht mehr verfügbar ist. Glück gehabt!

Der Verweis einer Internetquelle sollte mindestens im Literaturverzeichnis, bei deutscher Zitierweise schon innerhalb der Fußnote, mit vollständiger URL erfolgen.

Zum Beispiel:

Autor: „Name des Textes“, in: Name des übergeordneten Werkes (Jahreszahl) (wenn vorhanden) S. x-y, unter: vollständige URL der Quelle (abgerufen am Datum)


Schäfers, Manfred: „Die rote Null“ unter: www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-zum-bundeshaushalt-die-rote-null-15570442.html (abgerufen am 03.05.2018).

Wie zitiere ich richtig aus eBooks?


Der Vorstoß der eBooks hat auch bei Sachbuch-Autoren und Fachliteratur-Verlagen keinen Halt gemacht. Es kann also durchaus sein, dass sich die ideale Quelle für deine Hausarbeit hinter einem eBook verbirgt. Du solltest dich bei deiner Recherche zumindest nicht vor dieser Möglichkeit verschließen.

Auch das Zitieren von eBooks kann eine Herausforderung sein, vor allem wenn sie in Form einer EPUB-Datei (Kurzform für: „electronic publication“) vorliegen. Bei diesem Format wird das Layout des eBooks vom Leser selbst bzw. von dessen eBook-Reader bestimmt. Deshalb ist es schwierig, eine genaue Seitenzahl beim eBook festzustellen. Diese ist aber für eine präzise Quellenangabe notwendig. Existiert neben der eBook-Version auch eine Printvariante des Buches, hat es sich aufgrund der Probleme beim Zitieren bei Fachverlagen eingebürgert, das Layout der Print-Ausgabe auch für das eBook zu verwenden. Dann kann die Seitenzahl einfach am Seitenrand, wie bei jedem herkömmlichen Buch auch, abgelesen werden. Diese Seitenzahl ist dann natürlich jeder eventuell vom Reader generierten Angabe vorzuziehen, da es dabei nie zu Abweichungen kommen kann.

Handelt es sich bei dem eBook um ein Exemplar mit festem Layout, also mit angegeben Seitenzahlen, dann lässt es sich wie ein ganz normales Buch zitieren.

Bei flexiblem Layout, etwa bei EPUBs, wäre es eine Möglichkeit, zumindest die Stelle im Buch, also das Kapitel und den Absatz, mit anzugeben.

Zum Beispiel: (Pindyck/Rubinfeld, 2013, Kap. 4.1.2, Abs. 3). Am besten hältst du dazu aber noch einmal Rücksprache mit dem Betreuer deiner Arbeit.

Bildzitate in Hausarbeiten


Für Bildzitate gibt es aufgrund des relativ komplizierten Urheberrechtes feste Gesetze, an die man sich beim Publizieren fremden Bildmaterials halten muss. So regelt § 51 UrhG das Einbringen fremden Materials und regelt die Umstände, unter denen dies überhaupt geschehen darf. Eine genaue Quellenangabe ist beim Zitieren von Bildern auch absolute Pflicht. Entweder geschieht dies direkt unter dem eingefügten Bild oder aus Platzgründen ebenfalls in einer Fußnote genauer aufgenommen.

Quellen in das Literaturverzeichnis einbetten


Ob APA oder deutscher Zitier-Stil, ob eBook, Website oder Printmedium, es ist in jedem Fall notwendig, dass du jede deiner Quellen noch einmal separat im Literaturverzeichnis aufführst. In der Regel erfolgt diese Auflistung den Nachnamen der Autoren nach alphabetisch geordnet. Jede Quelle wird im Literaturverzeichnis nur einmal aufgeführt, selbst wenn du sie während deiner Arbeit mehrfach verwendet hast. Wie oben erwähnt erfolgt die Angabe einer Quelle im Literaturverzeichnis in jedem Fall im Vollbeleg, jedoch ohne die Angabe der Seitenzahlen.

Vermutlich wird deine Hausarbeit auch Abbildungen enthalten. Diese sind nicht Teil des Literaturverzeichnisses. Sie werde in ein zusätzliches Abbildungsverzeichnis abgelegt.

Fachspezifische Angebote für die eigene Recherche


Das Problem könnte dir bekannt vorkommen: Man will mit der Recherche für eine Hausarbeit beginnen, weiß aber gar nicht, wo man suchen soll. Hier noch ein paar schnelle Tipps für eine möglichst ertragreiche Quellensuche:

WISO – Eine Datenbank für Hochschulen, die prall gefüllt ist mit Aufsätzen, Beiträgen aus Fachzeitschriften und Literaturnachweisen, vor allem für die Bereiche Wirtschaft, Medien und Soziales.

Statista – Neben dem Statistischen Bundesamt wohl die Anlaufstelle für Infografiken und Diagramme. Für die Nutzung der Pro-Version benötigt eure Hochschule/Universität jedoch eine Kooperation mit Statista.

nwb – Bei Facharbeiten in den juristischen Fächern, oder wenn eure Arbeit eines gesetzlichen Hintergrundes bedarf, eignet sich die Datenbank des nwb-Verlages besonders und liefert Gesetzestexte zum Steuer- und Wirtschaftsrecht.

Beck Online – Ähnlich wie bei der nwb-Datenbank finden sich bei Beck Online reihenweise Materialien zu Rechtsprechung, Gesetzestexten und Fachliteratur.

WTI Frankfurt – Sind Informationen in den Bereichen Technik und Management gefragt, eignet sich die Datenbank der WTI Frankfurt.

Am Schluss noch ein allerletzter Tipp zum Zitieren
Jede Arbeit, egal ob die erste Hausarbeit mit einem Umfang von 8 Seiten im 2. Semester oder die Master- oder Doktorarbeit hat ihren eigenen Anspruch an Wissenschaftlichkeit! Das wusste übrigens auch Umberto Ecco, der neben „Der Name der Rose“ und anderen Romanen auch eine Anleitung zum Anfertigen wissenschaftlicher Abschlussarbeiten verfasst hat.

Bildquelle: Vielen Dank an jarmoluk für das Bild (© jarmoluk/www.pixabay.com).



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