Die wissenschaftliche Hausarbeit Teil 3: inhaltlicher Aufbau und Korrektur

Die wissenschaftliche Hausarbeit Teil 3: inhaltlicher Aufbau und Korrektur In den ersten beiden Teilen haben wir bereits die formalen Fragen zum Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ geklärt. Nun weißt du, wie du Literatur recherchierst und deine Arbeit formal strukturierst. Im letzten Teil dreht sich nun alles um den inhaltlichen Aufbau deines Meisterwerks und das wissenschaftliche Schreiben.

Inhaltlicher Aufbau einer Hausarbeit

Wissenschaftliches Arbeiten ist das möglichst objektive Argumentieren, Erörtern, Diskutieren, Referieren und Zitieren einer bestimmten Fragestellung. Deine Eigenleistung soll hierbei darin bestehen, das Thema aus einer neuen Perspektive zu sehen, verschiedene Forschungsstandpunkte zusammenzuführen sowie eigene Thesen zur Fragestellung zu entwickeln.

Dabei kannst du dich auch auf aufgeworfene Fragen aus dem zugehörigen Seminar beziehen. Dies sollte aber dann nicht in der Form geschehen: „Wie Herr Prof. Dr. … gesagt hat…“. Bemühe dich darum, die im Seminar aufgeworfenen Fragen als wissenschaftlich relevante Fragen aufzunehmen und das Interpretierte kritisch zu übernehmen. Dabei aber den Quellennachweis nicht vergessen! Ziel ist eine wissenschaftliche Analyse mit klaren Aussagen. Deshalb solltest du schon vorab deine Thesen formulieren und die Aufgabenstellung definieren.

Einleitung

In der Einleitung geht es nicht um die Darstellung von Selbstverständlichem. Am besten leitest du mit einer Erläuterung der Relevanz des Themas ein, die zeigt, dass du dich intensiv mit der Themenfindung auseinander gesetzt hast (auch dann, wenn dein Dozent eigentlich das Thema vorgegeben hat). Es folgt eine Erörterung der Problemstellung, Gedanken zur Literaturlage mit wichtigen Vorarbeiten, die Begründung der Gliederung, die Nennung der eigenen Thesen sowie die Methoden und Ziele der Arbeit. Obwohl Einleitungen erfahrungsgemäß eher kurz zu halten sind, solltest du wenigstens eine 3/4 –Seite zu Papier bringen.

Hauptteil

Im Hauptteil ist es am wichtigsten, zielgerichtet auf das Ergebnis zuzusteuern. Es muss immer ein roter Faden erkennbar sein, der deine eigenen Thesen aus der Einleitung stützt und begreifbar macht. Zur Argumentation dienen dir aufgegriffene Forscher-Thesen, wobei es hier darauf ankommt, die Positionen kritisch zu hinterfragen. Einfaches Nachbeten ist nicht sinnvoll, denn deine Aufgabe ist es schließlich, die verschiedenen Forscher-Meinungen in einer neuen Perspektive (also in der Perspektive deiner eigenen Fragestellung) zu sehen und zusammenzustellen.

Schlussteil / Resümee

Im Fazit fasst du deine Ergebnisse noch einmal zusammen. Günstig ist es, zur Abrundung des Themas, noch einen kleinen Ausblick zu geben bzw. anzumerken, in welche Richtung man weiter forschen sollte.

Korrekturlesen und Formatieren der Hausarbeit

Wenn du deinen gesamten Text selbst noch einmal Korrektur gelesen hast, solltest du ihn möglichst noch an Freunde oder Kommilitonen zur Durchsicht geben. Auch wenn sie sich thematisch nicht so gut auskennen, können sie dir bei Fehlern in Rechtschreibung, Ausdruck und Kommasetzung helfen.

Wenn dann soweit alles passt, musst du deine Arbeit nur noch formatieren. Du stellst das gewünschte Seitenlayout mit entsprechenden Rändern ein (je nach Vorgabe, meist: links mind. 3 cm, rechts ca. 3 cm, 2-2,5 oben und unten) und kontrollierst noch einmal Schriftart, Zeilenabstand sowie Blocksatz. Sorge auch dafür, dass deine Fußnoten möglichst auf der dazugehörigen Seite stehen und nicht eine Zeile eines Kapitels allein am Seitenanfang oder –ende steht.

Anschließend heißt es schon mal tief durchatmen, denn das Schlimmste hast du definitiv hinter dich gebracht. Zum Schluss musst du deine Arbeit nur noch zu Hause oder im Copy Shop ausdrucken und sie in eine präsentable Mappe stecken. Dann kannst du deinem Prof die Hausarbeit in die Hand drücken und dich freuen, dass es endlich geschafft ist ;-)

Kleiner Tipp zum Schluss:
Hol deine Arbeit persönlich wieder bei deinem Prof ab und besprich sie noch einmal mit ihm. Dozenten müssen die abgegebenen Arbeiten lesen und beurteilen und dürfen nicht automatisch einen Schein ausstellen, auch wenn das leider immer mehr zur Sitte wird. Bestehe auf eine Besprechung, damit du eventuelle Fehler beim nächsten Mal vermeiden kannst und die Bestätigung für deine Leistung erhältst.

Fazit:
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Kopf hoch, mit jeder neuen Arbeit wird es ein bisschen leichter für dich.

Bildquelle: Vielen Dank an StartupStockPhotos für das Bild (© StartupStockPhotos/www.pixabay.com).



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Kommentare

Userbild von sophasi
29. März 2012 · 10:48 Uhr
sophasi
..ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine gut gebundene Arbeit ggü. dem Prof das Signal setzt: Ich habe die Aufgabe ernst genommen und Ihre Meinung ist mir wichtig. Und wenn´s dem Prof runterfällt, muß er nicht sortieren. Habe für meine Bindungen bisher viel Wohlwollen geerntet und scheinbar hat auch noch der Inhalt gepasst. Also lohnt es sich, die 3 fuffzich zu investieren.
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