Empirische Arbeit - Leitfaden und Tipps zur Gliederung

Empirische Arbeit - Leitfaden und Tipps zur Gliederung Fragebogen basteln? Kinderspiel. Denkste! Eine empirische Forschungsarbeit ist keine einfache Sache, gerade, wenn man zum ersten Mal damit konfrontiert wird. Denn hier geht es nicht nur darum, sich ein paar Fragen auszudenken und von ein paar Freunden beantworten zu lassen, sondern um eine wissenschaftlich fundierte Arbeit. Was ihr bei der Durchführung beachten müsst und welche Begrifflichkeiten wichtig sind, lest ihr hier.

Die Grundlagen zum empirischen Arbeiten
In der Empirie geht es, vereinfacht gesagt, um die Sammlung oder Erhebung von Informationen mittels verschiedener Instrumentarien. Bis heute wird gestritten, ob empirische Daten Theorien nun bestätigen oder nur widerlegen können. Es geht um die objektive, reproduzierbare Überprüfung von Theorien, in der Regel per Befragung, Beobachtung oder Messung. Man unterscheidet zwei Arten von Untersuchungen: Bei der deskriptiven Untersuchung geht es um die Beschreibung realer Phänomene. Bei der theorie- oder hypothesentestenden Untersuchung ist das Ziel die empirische Überprüfung von Theorien und Hypothesen.

Die Durchführung einer empirischen Arbeit
Zu Beginn müsst ihr für euch (und euren Professor) erst einmal einige Vorüberlegungen klären. Hier gelten 4 W-Fragen: Was wird untersucht? Wer wird untersucht? Womit wird untersucht? Wie wird untersucht? Nach den ersten Überlegungen (wir befinden uns quasi in der Planungsphase) ist auch hier zuerst einmal die Literaturrecherche dran. Wie ist der Forschungsstand? Wie umfangreich wurde sich mit dem Thema oder Problem bisher auseinander gesetzt? Daraus ergeben sich grobe, offene Fragestellungen, aus denen ihr Hypothesen entwickelt. Wissenschaftliche Hypothesen müssen drei Qualitätsmerkmale erfüllen: Sie müssen operationalisierbar sein, also messbar gemacht werden können. Sie müssen widerspruchsfrei sein und ganz wichtig: Sie müssen falsifizierbar sein. Dabei können nur gewisse Aspekte eines Problems untersucht werden, ihr müsst also selektieren. Die Stichworte lauten hier Erkenntnis- und Verwertungsinteresse. Man kann nicht alles auf einmal untersuchen, sondern muss spezifizieren.

Dann wird die Untersuchung operationalisiert. Ihr wählt die passende Untersuchungsmethode (Befragung, Beobachtung, Messung), das Untersuchungsfeld (die Stichprobe, etwa die Teilnehmer der Befragung) und überlegt euch ein Auswertungsverfahren. Mit diesen Vorüberlegungen wird die Untersuchung durchgeführt, die Daten werden erhoben. In der Auswertung folgt dann die Datenanalyse. Das geschieht meist mit elektronischen Analyseprogrammen wie etwa SPSS.






Ergebnisdarstellung
Wenn ihr eure Ergebnisse zu Papier bringt, geht es darum, den Leser genau durch die Untersuchung zu führen. Überlegt euch also eine sinnvolle Gliederung! In der Einleitung gebt ihr einen Überblick über den Forschungsstand, eure Fragestellungen und Vorüberlegungen. Im Hauptteil erklärt ihr im Prinzip, was ihr gemacht habt. Ihr nennt und erläutert eure Hypothesen, ihr erklärt, warum ihr welche Methoden genutzt und welche Probanden befragt habt. Eure Ergebnisse stellt ihr vor, am besten anhand von Grafiken und Tabellen. Am wichtigsten ist aber eigentlich die Diskussion und die Interpretation eurer Ergebnisse. Nicht nur, was ihr herausgefunden habt, ist wichtig, sondern vor allem, wie die Ergebnisse zustande gekommen sind und was sie bedeuten. Ihr müsst eure Hypothesen überprüfen und erklären, warum sie zutreffend waren oder warum eure Annahmen nicht eingetroffen sind.

Formal schreibt ihr diese Arbeit wie eine „normale“ Hausarbeit oder Bachelorarbeit. Mit Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Einleitung, Hauptteil und Schluss, Literatur- und Abbildungsverzeichnis. Genauere Vorgaben bekommt ihr immer vom Professor. Mit dem solltet ihr ohnehin Rücksprache halten, wenn es irgendwo hängt oder wenn ihr merkt, dass die Arbeit in eine falsche Richtung geht. Denn hier gilt: Fehler, die früh gemacht werden, lassen sich während oder nach der Untersuchung schwer wieder ausbügeln.

Bildquelle: Vielen Dank an sheela2010 für das Bild (© sheela2010 / freeimages.com).

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