Selbstzweifel und Versagensangst während der Prüfung

Selbstzweifel und Versagensangst während der Prüfung Was passiert, wenn ich das hier nicht schaffe…? STOPP. Jetzt heißt es raus aus der Zwickmühle, kühlen Kopf bewahren und weg mit all den Selbstzweifeln und der Prüfungsangst. Jeder wird einmal Angst vor einer Prüfung gehabt haben. Es ist aber ein Unterschied, ob man mit gesundem Respekt in eine Prüfung geht oder den ganzen Druck zu sehr an sich ran lässt. Damit du mit Selbstzweifeln und Versagensängsten besser umgehen kannst, stellen wir dir beide Phänomene vor.

Ursachen und Definition von Selbstzweifeln und Versagensangst


Angst vor etwas ist die natürliche Reaktion des Körpers auf eine Gefahrensituation. Hast du vor etwas Angst signalisiert dir das dein Körper durch eine Abwehrreaktion: Du weichst zurück, verharrst auf deiner Position. Natürlich handelt es sich bei einem Referat nicht um eine lebensbedrohliche Gefahrensituation. Dennoch reagiert der Mensch überall da, wo Stress und Risiko aufeinanderprallt, mit ähnlichen Reaktionen. Selbstzweifel und Versagensangst sind zwei psychische Phänomene, die sich negativ auf das Verhalten des Menschen ausüben können:

Was sind Selbstzweifel?

Selbstzweifel manifestieren sich durch eine innere Unzufriedenheit und Unsicherheit darüber, was man gerade selbst tut, kann oder will. Aus diesem Grund wird auch von Selbstunsicherheit gesprochen. Symptomatisch ist die subjektive Wahrnehmung. Positives wird vernachlässigt und die Person sieht an sich selbst nur die negativen Aspekte.

Was ist Versagensangst?

In der modernen Leistungsgesellschaft sind Versagensängste sehr weit verbreitet. Leistung ist das oberste Gut. Läuft es aber nicht wie geplant, ist das Versagen die größte Angst. Wer an Versagensangst leidet, der hat das Gefühl nicht die erwünschte Leistung bringen zu können. Die Begriffe Leistungsangst oder Lampenfieber beschreiben dasselbe Phänomen.

Beide Verhaltensweisen zeichnen sich also dadurch aus, dass man sich selbst unterschätzt. Diese depressive Fehldeutung kann sehr schwere Folgen für den eigenen Charakter haben. Während einer starken Stresssituation sehen sich die Betroffenen aus Angst zu scheitern, komplett gelähmt. Aufgrund der Lustlosigkeit und negativen Grundstimmung können Selbstzweifel wie Versagensängste eine Depression auslösen. Es geht gar nichts mehr - die Person befindet sich in einem Teufelskreis.

Prüfungsangst Selbstzweifel Versagensangst
©Pixabay/pexels.com

Wo es herkommt: Selbstzweifel und Versagensangst im Studium


Die einen werden sagen, dass die Gründe auf der Hand liegen: Nach neuer Hochschulreform entspricht ein Leistungspunkt dem Arbeitsaufwand von 30 Arbeitsstunden. In der abschließenden Klausur erhält man bei bestandener Prüfung nicht selten 10 oder sogar 20 ECTS Punkte. Das bedeutet, dass du am Ende eines Semesters in einer Prüfung sitzt, die einen Lerninhalt von ca. 300 bis 600 Stunden auf 90 Minuten Klausur komprimiert. Ein Zweit- oder Drittversuch schmälert die Versagensangst zwar ein wenig, aber die Selbstzweifel bleiben bestehen.

Die Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem spielt eine Rolle, ist aber nicht der alleinige Grund für die psychischen Probleme vieler Studierenden. Ein Studium heute ist vor allem effizient und ökonomisch. Der Leistungsdruck ist dementsprechend hoch. Dank Turbostudium leidet die akademische Freiheit stark. Der Zeitdruck erlaubt es den Studierenden kaum noch anderen freiwilligen Lehrveranstaltungen zu folgen.

Darüber hinaus ist das Studium eine risikoreiche Investition in die eigene Zukunft. BAföG muss man z. B. -zumindest anteilig- wieder zurückzahlen. Wirst du von deinen Eltern finanziert, dann möchten sie auch, dass du damit dein Studium bestmöglich abschließt. Sind die Anforderungen des Studiums zu hoch oder der Drittversuch hat nicht geklappt, hast du nichts in der Hand, musst das BAföG sofort zurückzahlen oder deinen Eltern Rechenschaft ablegen. Am Ende steht und fällt die Zukunft mit dem Abschluss des Studiums - eine Bürde die sich nicht jeder auferlegen möchte.

Besonders Studierende fortgeschrittenen Semesters leiden an Selbstzweifeln, weil der Abschluss immer näher rückt und man sich fragt, ob das alles überhaupt das Richtige war. Studienanfänger zweifeln ebenso an ihren eigenen Fähigkeiten. Studiengänge werden als zu schwer aus der näheren Studienwahl genommen oder kategorisch nach falschen Maßstäben bemessen. An dieser Stelle die Perfekte Auswahl zu treffen, fällt vielen nicht leicht.

Depression Selbstzweifel im Studium
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Selbstzweifel und Versagensangst während Klausuren und mündlichen Prüfungen abbauen


Niemand kann etwas gegen eine gesunde, kritische Selbstreflexion einwenden. Selbstzweifel zu haben, ist somit durchaus eine normale Erscheinung. Jedoch ist es problematisch, wenn die Ängste überwiegen oder unbegründet entstehen. Das führt dazu, dass Menschen mit ausgeprägten Formen der Selbstzweifel und Versagensängste Handlungen vermeiden, bei denen sie ein Risiko eingehen müssen oder vermutlich scheitern. Die betroffene Person fühlt sich wie gelähmt und verpasst die Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln.

Eine Entwicklung oder Verbesserung setzt einen Lernprozessvoraus. Dinge auszuprobieren, Fehler zu machen und auch möglicherweise daran zu scheitern, gehören dazu. Wie man so schön sagt: Aus Fehlern lernt man. Mit der Angst vor dem Versagen fehlt aber dieser notwendige Lernprozess. Gleichzeitig verschließt man sich vor einer Verbesserung der eigenen Fähigkeiten. Viele Menschen die an Versagensangst leiden, verbleiben deshalb unter ihren Möglichkeiten.

Damit du dein Potenzial voll ausnutzen kannst, stellen wir dir 6 Tipps vor, mit denen du während der Prüfung Versagensängsten und Selbstzweifeln abbaust.

1. Tipp: Die richtige Vorbereitung

Schon vor der eigentlichen Prüfung müssen Vorkehrungen getroffen werden. Um unangenehme Momente während der Klausur oder der mündlichen Prüfung zu vermeiden, ist es notwendig, dass du dich optimal vorbereitest. Plane zum Lernen ausreichend Zeit ein. Übe außerdem die Prüfungssituation. Frage dazu einfach einen Freund. In entspannter Atmosphäre kannst du effektiv an deinem Auftreten arbeiten bzw. dein Prüfungswissen festigen.

2. Tipp: Die Kleidung

Unbequem ist während der Prüfung ein No-Go. Bei der mündlichen Prüfung zählt zwar immer der erste Eindruck, aber ein zu enges Hemd schränkt deine Atmung ein, was schließlich deine Versagensangst nur noch weiter anfeuert. Denke also an eine entsprechende Kleidung, in der du dich wohlfühlst. Achte dennoch darauf, dass du nicht zu leger angezogen bist, wenn du vor einer wichtigen mündlichen Prüfung stehst. Für die Klausur ziehst du einfach das an, was dir gefällt, unabhängig von dem, was andere davon denken. Hier kannst du dich frei entfalten, sodass die Prüfungssituation viel angenehmer sein wird.

3. Tipp: Auf Alkohol, Kaffee oder Zigaretten verzichten

Um Hemmungen zu verlieren oder Stress abzubauen, ist die Stresszigarette, der obligatorische Kaffee oder ein Schnaps vor der Prüfung gängige Praxis unter Studenten. Alkohol und Kaffee putscht auf, kann aber die Leistungsfähigkeit rapide einschränken – die komplett falsche Art, um in eine Klausur oder mündliche Prüfung zu starten. Gleichfalls senkt das Rauchen nicht den Stress und die Versagensangst, sondern verlagert sie nur. Durch das Rauchen wird Kohlenmonoxid aufgenommen, der die körperliche Leistungsfähigkeit nachweislich senkt. Genussmittel in Verbindung mit jeglicher Prüfungssituation solltest du unbedingt vermeiden.

4. Tipp: Atemkontrolle und positive Gedanken

Du sitzt im Warteraum und wirst sofort zur mündlichen Prüfung aufgerufen. Bei einer Klausur hast du deinen Platz eingenommen und wartest auf das Aufgabenblatt. Jetzt musst du Ruhe bewahren. Atme tief ein und wieder aus. Erinnere dich an all das, was dich überhaupt zu dieser Prüfung gebracht hat, wie viel du schon vorher erreicht hast. Der Fokus auf deine Atmung und die positiven Gedanken verdrängen Versagensängste und helfen dir die mündliche Prüfung oder Klausur erfolgreich zu überstehen.

5. Tipp: Nimm dir einen Glücksbringer in die Prüfung mit

Solltest du im Alltag stolzer Träger von Glücksbringern sein, dann wird die Prüfung zur Pflichtveranstaltung all dieser treuen Begleiter. Und keine falsche Bescheidenheit. Ein kleiner Fanblock in der Tasche oder sogar sichtbar aufgereiht am Ort der Entscheidung kann wahre Wunder bringen. Du musst nur fest daran glauben.

6. Tipp: Selbstvertrauen stärken

Während der Prüfung Selbstzweifel und Versagensängste abzubauen, ist eine Charakterfrage. Denke daran, dass du dich mit der Prüfung in diesem Moment verbesserst. Egal was passiert, du lernst gerade das Selbstvertrauen deine Ziele zu erreichen und dein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Schlussendlich kannst du quälende Selbstzweifel nur überwinden, wenn du dich dem Ungewissen stellst. Woran gezweifelt wird, ist meistens unbegründet. Banalitäten wie zu wenig Zeit oder „zu schwer“ sind überhaupt kein Grund für dich, dich hinter deinen Ängsten zu verstecken. Was andere können, kannst du schon lange!

Angst während der Prüfung überwunden
©Sebastian Voortman/pexels.com

Fazit:

Sicherlich hast du vor der Prüfung intensiv gelernt und jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt zur Prüfung. Du musst dir selbst die positiven Aspekte vor Augen halten. Was hält dich auf, einen Vortrag vor vielen Menschen zu halten? Niemand nimmt es dir übel, wenn du kurze Pausen einlegst oder ein Wort falsch ausgesprochen hast. Hier heißt es einfach Ruhe bewahren und auf das Geübte Vertrauen. Während der Prüfung kannst du die Symptome von Selbstzweifeln und Versagensängsten bekämpfen, aber nicht die Ursache. Möchtest du dich weiterentwickeln, stellst du dich den neuen Herausforderungen und lässt dich nicht von Ausreden stoppen. Rede mit Freunden und Familienmitgliedern über deine Gedanken. Sie werden dir im besten Falle eine objektive Meinung geben.

Bildquelle: Vielen Dank an Pixabay für das Titelbild (© Pixabay / pexels.com)

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