BAföG-Rückzahlung: Wie gehst du es am besten an?

BAföG-Rückzahlung: Wie gehst du es am besten an? Eines Tages möchte Vater Staat einen Teil deiner BAföG Zahlungen zurückhaben. Viele Studenten verdrängen diese Tatsache, obwohl es eigentlich keinen Grund zur Sorge gibt. Wer sich rechtzeitig Gedanken macht, kann sehr viel Geld bei der BAföG Rückzahlung sparen. Hier erfährst du, welche Möglichkeiten es dafür gibt.

Die Höhe des Darlehens


Das BAföG ist nur zum Teil ein Geschenk des Staates. In der Regelstudienzeit wird die eine Hälfte als Zuschuss und die andere als unverzinsliches Staatsdarlehen geleistet. Wer z.B. über 10 Semester rund 600 Euro monatlich bekommen hat, ist insgesamt mit 36.000 Euro gefördert worden. Die Hälfte beträgt 18.000 Euro, aber diese Summe musst du nicht zurückzahlen. Der zurückzuzahlende Höchstbetrag liegt grundsätzlich bei 10.000 Euro.

Doch es gibt eine kleine Sonderregel: Dauert das Studium länger als es die Förderungshöchstdauer vorsieht, wird das BAföG für einige Semester als Bankdarlehen gewährt. Somit handelt es sich hier um einen Studienkredit der KfW Förderbank. Und dieser ist in vollständiger Höhe inklusive der Zinsen zu begleichen.

Rückzahlung: Zeitliche Vorgaben


In der Regel erfolgt die Rückzahlung in Raten mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren. Einige Eltern raten ihren Kindern, lieber auf BAföG zu verzichten, obwohl es praktische Vorteile hat. Da es sich um ein zinsloses Darlehen handelt, spielt dir die Inflationsrate voll in deine Karten. Denn 10.000 Euro haben in 10 oder 15 Jahren eine geringere Kaufkraft als zum Zeitpunkt der Auszahlung.

Zudem musst du dir in den ersten 5 Jahren nach Studienende keine Gedanken machen. Die erste Rate steht erst dann an, wenn dein monatliches Einkommen bei über 1.145 Euro liegt. Für den Ehe- bzw. Lebenspartner gilt ein Freibetrag von 570 Euro, wobei sich dieser Betrag um 520 Euro pro Kind erhöht. Du kannst die Rückzahlung jeweils um ein Jahr aufschieben, sofern du diese Freibeträge nicht übersteigst.

Tipps zur BAföG Rückzahlung


Aktuell liegt die monatliche Mindestrate bei der BAföG Rückzahlung bei 105 Euro. Du alleine bist für die Tilgung verantwortlich und der Staat darf sich nicht an deinen Eltern oder dem Ehepartner bedienen.

Begleichst du die BAföG-Rückzahlung auf einen Schlag, kannst du die Darlehensschuld um bis zu 50 Prozent verringern. Das ist ein stolzer Betrag, den du dir nicht entgehen lassen solltest. Um die genaue Höhe zu ermitteln, kannst du den Brief vom Bundesverwaltungsamt (BVA) abwarten. Dieser wird etwa 4,5 Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit zugestellt. Teile deine neue Anschrift unbedingt dem BVA mit, denn sonst können für die Ermittlung deiner Adresse weitere Kosten anfallen. Alternativ ist ein BAföG-Rechner zu empfehlen.

Beispiel: Bei einer Darlehensschuld von 12.000 Euro wären bei einer kompletten Sofortzahlung nur 8.160 Euro fällig - das macht einen Rabatt von 32 Prozent! In der aktuellen Niedrigzinsphase gibt es kaum eine Anlage, mit der sich eine ähnliche Rendite erzielen lässt.

Nach dem Studium ist das Geld knapp, denn die neue Wohnung muss finanziert werden. Oftmals ist ein Auto notwendig, um den Arbeitsplatz zu erreichen. Was tun, um von der kompletten BAföG-Rückzahlung zu profitieren? Solltest du selbst das Geld nicht aufbringen können, ist es ratsam, zunächst bei deinen Eltern oder Großeltern vorstellig zu werden. Wenn sie dir das Geld leihen, musst du zumindest keine Zinsen später zurückzahlen. Ist auch das nicht möglich, wäre auch ein Sofortkredit eine Überlegung wert.

Angesichts des aktuellen Niedrigzinsniveaus stehen die Chancen auf einen besonders günstigen Sofortkredit sehr gut, sofern du bis zum Zeitpunkt der BAföG-Rückzahlung einen festen Job mit geregeltem Einkommen und keinen negativen Schufa-Eintrag hast. Durch den Rabatt von 32 Prozent bei sofortiger Rückzahlung deines BAföGs sparst du trotz Sofortkredit-Zinsen eine beträchtliche Summe.

Teilerlass für gute Leistungen


Vielleicht hast du von Kommilitonen gehört, dass sie eine Prämie bei der BAföG Rückzahlung für ihr schnelles Studium erhalten haben.

Wichtig: Bis zum 31.12.2012 existierten derartige Teilerlässe, doch sie wurden mittlerweile ersatzlos gestrichen! Da die Rückzahlung erst nach 5 Jahren beginnt, kannst du aber noch zu dieser Gruppe gehören. In diesem Fall ist es wichtig, sich an die Fristen zu halten, denn folgende Prämien werden nur auf Antrag gewährt:

Es gibt eine Prämie von 25 Prozent bei Abschluss innerhalb der Förderungshöchstdauer. Brauchst du sechs Monate länger, sind es 20 Prozent. Ein Jahr später liegt der Rabatt bei 15 Prozent. Hast du dein Studium vier Monate schneller als die Förderungshöchstdauer abgeschlossen, werden dir 2.560 Euro erlassen. Bei zwei Monaten sind es immerhin noch 1.025 Euro Teilerlass.

Eine weitere Prämie bekommen die 30% besten Absolventen eines Kalenderjahres. Ob du zu dieser Gruppe gehörst, wird automatisch ermittelt. Im Gegensatz zur oberen Prämie musst du hier keine Nachforschungen anstellen.

Mögliche Kostenfallen bei der BAföG Rückzahlung


Das BAföG soll Studenten bei ihren beruflichen Träumen unterstützen. Deshalb wird es ohne Zinsen gewährt, mit einer kleinen Ausnahme: Bezahlst du die Raten erst nach 45 Tagen, werden unnötige Strafzinsen fällig.

Häufig verrechnen sich Studenten zudem bei der Rückzahlung. Sie vergessen das Bankdarlehen vom Staatsdarlehen zu trennen. Aus juristischer Sicht ist ein KfW-Darlehen vorrangig zu behandeln. Du musst dieses also zuerst begleichen, doch dafür verlängert sich dein Rückzahlungszeitraum auch auf 22 Jahre.

Fazit: Informiere dich frühzeitig, wie hoch deine Rückzahlung ausfallen wird. Dein Fokus sollte darauf liegen, den kompletten Betrag auf einen Schlag zu begleichen. Mit einem Sofortkredit kannst du deine Schulden effektiv senken und das gesparte Geld für deine neue Lebensphase verwenden. Läuft es am Arbeitsmarkt nicht so gut wie erwartet, kannst du dich von der BAföG-Rückzahlung jeweils um ein Jahr freistellen lassen.

Bildquelle: Vielen Dank an geralt für das Bild (© geralt/www.pixabay.de).

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