Lampenfieber im Studium: was tun?

Lampenfieber im Studium: was tun? Lampenfieber kennt wohl jeder Student. Gerade Referate und mündliche Prüfungen sind für Studenten dabei häufig eine noch größere Belastung als eine schriftliche Klausur.

Wenn man in einer schriftlichen Prüfung eine Antwort nicht weiß, kann man weiter zur nächsten Frage springen und am Ende nochmal darüber nachdenken. Wenn man gar nicht auf die Antwort kommt, streicht man das Feld eben durch und hofft darauf, dass der Rest der Klausur zum Bestehen gereicht hat. Sobald man abgegeben hat ist man immerhin erlöst und meistens kennt der Professor nicht mal die Gesichter zu den Namen auf den Klausuren. Man kann sich also eigentlich gar nicht blamieren. Bei Referaten und mündlichen Prüfungen ist das anders. Wenn man hier eine Frage nicht beantworten kann, bleibt einem nichts anderes übrig, als fragend in das Gesicht des Prüfers zu starren, versuchen um das Thema herum zu reden oder schlicht und einfach zuzugeben, dass man die Antwort nicht weiß. Peinlich ist das. Und aus genau diesem Grund haben Menschen Lampenfieber. Sie haben Angst zu scheitern, bloßgestellt oder zurückgewiesen zu werden.

Ursachen für Lampenfieber im Studium


Solche Ängste sollte man vorerst zulassen. Schwierig wird es dann, wenn sie die Übermacht gewinnen. Bei Lampenfieber sieht der Körper die zu bewältigende Prüfung als eine potenzielle Bedrohung an und begibt sich in einen Kampf-oder-Flucht-Modus. Da das Flüchten in den meisten Fällen nicht infrage kommt, da man sonst automatisch durch die Prüfung rasseln würde, muss man sich also zum Kämpfen entscheiden, was bei manchen Personen dazu führt, dass sie in eine Art Schockstarre verfallen. Der so genannte Blackout tritt ein. Um dies zu verhindern, ist es ratsam, sich schon Tage vor der Prüfung mit dem Lampenfieber auseinandersetzen.

Du solltest dir bewusst machen, dass du an Lampenfieber leidest und dies als Motivation sehen. Wer Lampenfieber hat, erweist oftmals ein gutes Selbstcoaching und bereitet sich genauer auf seine Reden, mündlichen Prüfungen und Referate vor.

Ein weiterer Grund dein Lampenfieber im Studium positiv zu sehen bietet dir dein Körper selbst. In dem Moment, in dem du nervös bist, schüttet dein Körper Adrenalin aus, welches deine Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit erhöht.

Außerdem solltest du des Öfteren darauf achten, wie du dich verhältst, wenn du im Publikum eines Redners sitzt. Merkst du dem Redner seine Nervosität an? Siehst du, dass seine Hände schwitzen oder bemerkst du plötzlich ein feuerrotes Gesicht? Das ist meistens nicht der Fall und daran solltest du denken. Das Publikum nimmt viele Anzeichen deines Lampenfiebers gar nicht wahr und selbst wenn, wird es dich nicht dafür verurteilen, im Gegenteil.

Was hilft gegen Lampenfieber im Studium?


Das alles hilft selbstverständlich nicht gegen deine schwitzigen Hände und deinen trockenen Mund. Was du aktiv gegen körperliche Reaktionen auf Lampenfieber tun kannst erfährst du hier:

Herzrasen: Dass dein Herz auf 180 ist, liegt an deiner Atmung. Entspanne dich und atme dreimal tief ein und wieder aus. Nach jedem Einatmen halt die Luft für etwa drei Sekunden an. Direkt danach wirst du merken, dass sich deine Atmung stabilisiert und dein Herzschlag langsamer wird.

Zittern: Falls du am ganzen Körper ein nervöses Zittern verspürst, spanne deine Muskeln etwa 10 Sekunden lang an und lasse dann wieder locker. Das entspannt die Muskeln und das Zittern sollte sich vermindern. Ein weiterer kleiner Tipp: Benutze für deine Notizen keine DinA4-Blätter, denn wenn deine Hand zittert, ist das anhand des Zettels eindeutig zu sehen. Mit kleinen Karteikarten in der Hand fällt das Zittern nicht so auf.

Schwitzen: Das Schwitzen kannst du leider nicht unterbinden, aber in schwarzer Kleidung sieht man Schweißflecken weniger als in einem grauen oder blauen Shirt. Des Weiteren solltest du Kleidung aus Baumwolle trage, denn die ist atmungsaktiver, als Polyester.

Trockener Mund: Achte darauf, dass du vor deinem Vortrag keine salzhaltigen Nahrungsmittel zu dir nimmst, die deinem Mund Wasser entziehen können. Auch auf Kaffee und Milch solltest du verzichten. Was gegen den trockenen Mund hilft ist Wasser, Wasser, Wasser. Trinke bevor du beginnst etwas und auch zwischendurch kann es nicht schaden. Auch Kaugummis und Bonbons helfen, allerdings darfst du nicht vergessen diese bevor du beginnst aus deinem Mund zu nehmen.

Zitternde Stimme: Die zitternde Stimme ist für viele das größte Problem, denn das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass jemand Lampenfieber hat. Hinzukommt, dass die zitternde Stimme eines Redners das Publikum stört oder zum Nichtzuhören verleitet. Solltest du also während deines Vortrags bemerken, dass deine Stimmt zittert, höre auf zu sprechen huste oder räuspere dich bewusst und sprech danach lauter, denn wenn man laut ansetzt zittert die Stimme weniger.

Worauf du bei Lampenfieber außerdem achten solltest:


- Übung: Die Fakten im Kopf zu haben ist etwas anderes als sie laut auszusprechen. Bei einem Referat sowie bei einer mündlichen Prüfung solltest du vorher proben. Egal ob vor Freunden oder deiner Familie. Alles einmal verbal durchzugehen kann nicht schaden.

- Zeitsicherheit: Es gibt nichts Schlimmeres als gehetzt zur Prüfung kommen und ohne ein kurzes Durchatmen loslegen zu müssen. Deswegen plane immer etwas Pufferzeit ein, sodass du, falls der Bus Verspätung hast oder du anderweitig aufgehalten wirst, trotzdem noch fünf Minuten verschnaufen kannst bevor es losgeht.

Falls deine mündliche Prüfung oder dein Referat erst am späten Nachmittag stattfinden sollte und du dich durch das ständige Wiederholen deiner Fakten nur verrückt machst, ist Ablenkung die beste Methode gegen Lampenfieber. Rufe einen Freund oder eine Freundin an und erzähle ihr vom letzten Wochenende oder schaue einen Film.

- Erfolge: Ersetze deine inneren Monologe über das Scheitern durch Erinnerungen an deine Erfolge. Was hast du bereits erreicht und wann hast du dich selbst überrascht?

- Freundliche Gesichter: Dieser Tipp ist vielleicht etwas nutzlos, wenn du dich auf eine mündliche Prüfung vorbereitest, in der höchstens drei Personen zuhören, aber bei einem Referat könnte er dir helfen. Suche dir freundliche Gesichter im Publikum. Vielleicht hast du sogar eine Kommilitonin mit der du dich besonders gut verstehst. Dann schaue sie bei deinem Vortrag an und achte nicht auf das vielleicht grimmige Gesicht deines Dozenten.

- Humor: Na klar ist es schwierig in einer Situation, in der man Druck ausgesetzt ist Humor zu zeigen, aber es bringt dir auch nichts peinlich berührt in der Ecke zu stehen, wenn dir ein Fehler im Referat unterläuft. Versprecher und Verhaspler können jedem mal passieren. Also kannst du auch darüber lachen.

- Bewegung: Bewegung kurz vor deinem Vortrag trickst den Körper im Sinne des Kampf-oder-Flucht-Zustandes aus. Da sich der Körper bewegt bildet er sich ein er würde fliehen, was dich ruhiger werden lässt.

- Keine Zigaretten: Kurz vor dem wichtigen Referat noch eine rauchen empfinden viele Menschen als entspannend. Das Nikotin verengt allerdings deine Blutgefäße, was bei großem Lampenfieber von Nachteil sein kann.

- Kein Koffein: Auch auf den Kaffe solltest du verzichten, da dich das Koffein nur noch mehr putscht und somit deine Nervosität steigert.

Um dich mental auf deinen Vortrag vorzubereiten, hast du am vorherigen Tag bereits einige Möglichkeiten dich zu entspannen:

Sport: Bewegung befreit den Kopf und körperliche Anstrengung überdeckt geistige Sorgen. Auch wenn du ein kleiner Sportmuffel bist, tut dir nach der ganzen Vorbereitung ein Spaziergang an der frischen Lust gut. Sport frei!

Lavendel: Lavendel wirkt nachgewiesener Weise beruhigend. Träufle etwas Lavendelöl auf ein Taschentuch, was du des Öfteren rausholen kannst. Oder lege dir ein Lavendelsäckchen unter das Kopfkissen.

Hausmittel: Es gibt eine Menge Hausmittel gegen Prüfungsangst. Dazu gehören unter anderem: Kamille, Baldrian, Melisse und Hopfen.

Diese ganzen Tipps können dein Lampenfieber im Studium mindern, wenn nicht sogar unterbinden. Was zum Abschluss noch gesagt werden muss ist: Versuche auf jeden Fall locker zu bleiben. Versuche Konversation statt Präsentation zu betreiben und sei immer offen für Fragen und Kritik. Denn ein freundliches Auftreten beeinflusst Menschen, auch Dozenten.

Bildquelle: Vielen Dank an Alexis für das Bild (© Alexis/www.pixabay.de).

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