6 typische Fehler bei Referaten

6 typische Fehler bei Referaten Referate halten, gehört zu jedem Studium, auch wenn in der regel in geisteswissenschaftlichen Fächern deutlich mehr Vorträge gehalten werden müssen als z.B. in Medizin, BWL oder Mathematik. Du weist damit deine inhaltliche Kompetenz für ein bestimmtes Thema und deine rhetorischen Fähigkeiten nach. Sicher gehört zu einem Referat auch immer etwas Lampenfieber. Wenn du darauf achtest, einige typische Fehler zu vermeiden, hast du jedoch die Chance, mit deinem Vortrag bei Professoren, Dozenten und Kommilitonen sehr gut anzukommen.

Vortrag, Präsentation - oder Referat?


Vorträge und Präsentationen begleiten uns in der Ausbildung und später im Beruf praktisch durch das gesamte Leben. Natürlich werden nicht nur durch diese beiden Vortragsformen, sondern auch durch Referate Inhalte vermittelt - insofern liegen die Voraussetzungen und "Techniken" für einen guten Vortrag, eine gute Präsentation und ein gutes Referat nahe beieinander. Für Referate an der Uni kommen jedoch einige weitere Voraussetzungen ins Spiel.

Vorträge und Präsentationen sollen in erster Linie überzeugen und Impulse geben. Bei einer Präsentation im Unternehmen geht es beispielsweise darum, eigene Projektergebnisse vorzustellen oder für ein neues Projekt zu werben. Demgegenüber ist ein Referat an der Uni im Kern ein Leistungsnachweis, für den oft auch detaillierte formale Anforderungen gelten, die von der Hochschule vorgegeben werden. Mit einem Referat weist du nach, dass du über den jeweils erforderlichen Wissensstand deines Studienfachs verfügst, angemessen recherchiert hast und zu wissenschaftlich fundiertem Arbeiten in der Lage bist. Zu den Bewertungskriterien gehören:

• Inhaltliche Kenntnisse und Recherche
• Methodisch fundierte Aufbereitung des Themas
• Deine Performance während des Vortrags und in der anschließenden Diskussion
• Qualität und Vollständigkeit einer schriftlichen Arbeit bzw. einer Dokumentation/eines Handouts, die dem Referat zugrunde liegen.

Eine gute Vorbereitung auf das Referat ist entscheidend


Ob du mit deinem Referat erfolgreich bist und mit einer guten Note rechnen kannst, entscheidet sich bereits bei deiner Vorbereitung. Wir empfehlen, dass du zunächst - noch ohne Fokus auf den Vortrag - deinen wissenschaftlichen Text verfasst. Im nächsten Schritt geht es darum, die dort ausgeführten und möglicherweise recht komplexen Inhalte so aufzubereiten, dass sie auch im mündlichen Vortrag überzeugend sind. Der letzte Schritt deiner Vorbereitung auf das Referat besteht in einem "Praxistraining", bei dem es um das Üben des konkreten Vortrags und deine Rhetorik geht.

Bei einem wichtigen Referat planst du idealerweise eine "Generalprobe" mit Zuhörern ein, die in der Lage sind, dir zu deinem Auftritt Feedback zu geben. Viele typische Fehler bei Referaten lassen sich bei einem solchen Testlauf schnell und unproblematisch korrigieren. Unsere Übersicht zeigt dir, auf welche Fehlerquellen bei Referaten du besonders achten solltest.

Typische Fehler bei Referaten


1. Wissenschaftlicher Text und Folien sind deckungsgleich
Bei der Vorbereitung des Referates packst du deinen gesamten Text einfach in Folien, die du während deines Vortrags abliest. Damit hast du eine gute Grundlage geschaffen, das Interesse deiner Zuhörer bereits nach wenigen Minuten abzuwürgen.

Tipp: Auf die Folien gehört die Quintessenz deines Referats - natürlich visuell entsprechend aufbereitet. Hierzu zählen beispielsweise deine wesentlichen Arbeitsschritte, knapp gehaltene Informationen zum aktuellen Forschungsstand, Stichpunkte zur Methodik, "Key Findings" und Thesen. Dein Publikum wird für aussagekräftige Visualisierungen - beispielsweise Infografiken - dankbar sein. Einige Anregungen und Vorlagen für dein Referat findest du kostenlos auf Lerntippsammlung.de.

2. Verzicht auf Storytelling
Bei einem Uni Referat kann es durchaus ein Balanceakt sein, den Nachweis deiner wissenschaftlichen Fähigkeiten mit dem sogenannten Storytelling zu verbinden. Zunächst einmal geht es dabei um den roten Faden - also eine schlüssige Gliederung und die Kernaussagen - deines Referats, jedoch auch darum, auf welche Art und Weise Inhalte vermittelt werden.

Tipp: Auf die formale Gliederung und die Überprüfung der fachlichen Richtigkeit des Inhalts folgt bei deiner Vorbereitung ein weiterer Check: An welchen Stellen ist es möglich, das Referat nicht nur mit Fakten, sondern auch mit spannenden Informationen anzureichern? Dies können beispielsweise Verweise auf Höhepunkte oder Schwierigkeiten im Prozess der Erkenntnisfindung sein - aufgrund deiner eigenen Erfahrungen oder Infos aus der Literaturrecherche. Auch Empirie und Anekdoten sind erlaubt, sofern sie einen Bezug zum Thema haben.

3. Ablesen von Folien
Bei einem Referat trittst du auch als "Speaker" auf. In der freien Wirtschaft übernehmen diese Rolle zum Teil hochbezahlte Spezialisten, die mit ihren Vorträgen Überzeugungsarbeit leisten sollen. Hierzu gehört ein aktiver Dialog mit dem Publikum. Auch bei einem Referat ist es mit dem Ablesen von Folien nicht getan.

Tipp: Auch Referate an der Uni sollten idealerweise dazu dienen, eine Diskussion in Gang zu bringen. Bei deiner Vorbereitung kannst du entweder inhaltliche Punkte wählen, an denen du deinen Vortrag durch ein Diskussionsangebot unterbricht oder nach deinem Referat Raum für Fragen und Debatten geben. Bei einigen Hochschulreferaten ist die Diskussion bzw. Verteidigung des Themas nach dem Vortrag aus formalen Gründen vorgeschrieben. Vorab kannst du für beides auch dein Auftreten in solchen Diskussionen proben.

4. Überlänge
Ein überlanger Vortrag ist ein Aufmerksamkeitskiller erster Ordnung. Die Anwesenden sind gelangweilt und wenden sich innerlich anderen Dingen zu, was nicht nur für die Resonanz, sondern auch für die Bewertung von Referaten kritisch werden kann.

Tipp: Vor deinem eigentlichen Auftritt solltest du dein Referat mindestens einmal zur Vorbereitung halten. Dabei kannst du nicht nur die Länge des Referats, sondern auch dein Sprechtempo und deine Körpersprache überprüfen. Falls für deinen Vortrag eine maximale Dauer vorgegeben ist, muss dieses Limit zwingend eingehalten werden. Außerdem solltest du überlegen, an welchen Stellen du während des Referats noch problemlos kürzen und auf einige Folien verzichten kannst. Vielleicht unterteilst du deine Präsentation von vornherein in zwingend notwendige Folien und Back-ups, die während des Vortrags weggelassen werden können, im Handout jedoch Hintergrundinformationen liefern.

5. Zu viele Informationen
Zu viele Informationen (und zu große Komplexität) in einem Vortrag bewirken ebenfalls, dass wichtige Sachverhalte und Zusammenhänge untergehen. In deinem Referat - nicht notwendigerweise im Handout - solltest du dich daher konsequent auf das Wesentliche beschränken.

Tipp: Hier spielt auch deine Zeitplanung eine Rolle. Wenn du genügend Zeit hast, dein Referat im Abstand von mindestens einem Tag ein- oder mehrmals durchzugehen, fallen dir inhaltliche oder formale Schwächen, Stellen mit einem Überangebot an Informationen oder Redundanzen zuverlässiger auf, als wenn du deine Arbeit nur einmal und im Schnelldurchlauf überprüfst.

6. Kein Plan B bei Technikpannen
Wir alle sind gewöhnt, bei einem öffentlichen Vortrag der Technik automatisch zu vertrauen. Eine Computer- oder Beamerpanne während des Referats kann jedoch äußerst problematisch werden, wenn kein Plan B existiert, damit dein Vortrag nicht aus solchen Gründen platzt.

Tipp: Dein Referat sollte sich nicht in erster Linie auf den PowerPoint-Folien, sondern in deinem Kopf entwickeln. Optimal ist, wenn du in der Lage bist, es notfalls frei zu halten und dich dafür an einigen Notizen orientieren kannst. Positiver Nebeneffekt: Wenn du in deiner Vorbereitung so weit kommst, dass auch diese Möglichkeit besteht, bist du in der Lage, vor deinen Zuhörern besonders sicher und überzeugend aufzutreten. Die vorbereitete Präsentation ist dann nur noch "Kulisse" für ein Referat, das sehr authentisch und überzeugend wirkt.

Bildquelle: Vielen Dank an nikolayhg für das Bild (© geralt/www.pixabay.com).

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