
Gute Noten sind hilfreich, jedoch wird praktische Erfahrung heutzutage immer stärker gewertet. Das heißt aber nicht, dass dein Abschluss nichts wert ist. Wir zeigen dir, wie sich eine sehr gute Gesamtnote auf deine Suche im Berufsalltag auswirkt und welche weiteren Kompetenzen du für den Berufseinstieg benötigst.
Gute Noten für das Studium
Zunächst einmal ist ein guter Notendurchschnitt entscheidend, wenn du mit dem Studium anfängst und der Studiengang, den du gewählt hast, einen hohen Numerus Clausus benötigt. Denn oft werden nur die angenommen, die den entsprechenden Numerus Clausus haben und selbst dann reicht es nicht immer aus, um den Studienplatz zu erhalten.
Auch wenn du nach deinem Bachelorabschluss den Master absolvieren willst, ist eine gute Abschlussnote sehr wichtig. Denn bei vielen Studiengängen gibt es Anforderungen für die Abschlussnote, die man erfüllen muss, sonst wird man nicht für das Masterstudium angenommen.

Praktische Erfahrungen während des Studiums sammeln
Nach einem abgeschlossenen Studium stehen viele vor der Frage, wie es nun weitergeht. Natürlich fangen viele gleich mit der Jobsuche an, doch diese ist meistens schwerer als gedacht. Viele Arbeitgeber verlangen von den Bewerbern, dass sie bereits praktische Erfahrungen nachweisen können. Gerade als Student ist dies nicht immer leicht, vor allem dann, wenn der Studiengang keine Zeit für Werkstudentenjobs übrig lässt.
Eine Möglichkeit, um praktische Erfahrungen zu sammeln, sind Praktika. Bei einigen Studiengängen sind Praktika sogar Pflicht. Wenn dies bei deinem Studienfach nicht der Fall ist, kannst du trotzdem während des Studiums, in der vorlesungsfreien Zeit oder direkt nach dem Studium ein Praktikum durchführen.
Doch aufgepasst: Wenn dieses Praktikum freiwillig ausgeübt wird, muss es erst vergütet werden, wenn es länger als 3 Monate dauert. Davor darf der Arbeitgebende selbst entscheiden, ob du bezahlt wirst.
Weitere Alternativen, um praktische Erfahrungen zu sammeln, sind Tätigkeiten als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft oder Nachhilfeunterricht. So kannst du auch gleich dein eigenes Wissen auffrischen.
Netzwerken für den Berufseinstieg
Heutzutage geht fast alles über Beziehungen. Menschen, die Kontakte aufbauen, sind oft sichtbarer und haben dadurch bessere Chancen, einen Job zu bekommen, als jene, die nur formelle Bewerbungen abschicken. Deine Noten sind zwar wichtig und werden auch anerkannt. Trotzdem werden Menschen mit Beziehungen und praktischen Erfahrungen bevorzugt. Engagiere dich daher z. B. ehrenamtlich oder suche nach Minijobs oder Ähnlichem, um Kontakte zu knüpfen.
Wenn du Beziehungen hast, verdeutlicht das auch, dass du gut mit anderen Menschen zusammenarbeiten kannst und kommunikationsfähig bist. Ein guter Teamgeist und ein positives Arbeitsklima sind in der Arbeitswelt äußerst wichtig, da sie die Effizienz und Motivation steigern. Kommunikation ist das A und O. Ohne sie geht nichts.

Auch ein guter Notendurchschnitt öffnet Türen
Nun stellst du dir bestimmt die Frage, ob gute Noten sinnlos sind und das ganze Lernen umsonst war. Keine Sorge, dem ist nicht so. Gewiss wird praktische Erfahrung gern und auch bevorzugt gesehen, aber auch einwandfreie Noten zahlen sich aus. Diese verdeutlichen, dass du diszipliniert und lernfähig bist und dass du ein gutes Durchhaltevermögen hast. In Branchen wie Finanzen, Medizin, Jura oder Unternehmensberatung ist dies ein bedeutender Vorteil.
Jedoch musst du auch beachten, dass hervorragende Noten dir zwar helfen können, aber später nicht mehr so stark gewichtet werden und stattdessen die praktischen Erfahrungen mehr zählen. Gute Noten öffnen dir Türen, aber du musst selbst schauen, was du dazu beisteuerst, damit diese sich noch weiter öffnen.
Kompetenzen und praktische Erfahrungen
Arbeitgeber achten heutzutage immer mehr auf gewisse Kompetenzen. Problemlösungsfähigkeit ist eine davon. Selbstständiges Denken sowie das praktikable Lösen von Aufgaben werden gefordert.
Weitere Kompetenzen, die essenziell sind, sind Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit. Gute Noten bringen dir nichts, wenn du nicht dazu in der Lage bist, Neues aufzunehmen und dich weiterzuentwickeln. Auch die Fähigkeit, Konflikte professionell zu lösen, wird erwartet.
Ein Lebenslauf mit diversen Nebenjobs, Praktika, ehrenamtlichen Tätigkeiten, Projekten oder Ausbildungen wirkt gleich professioneller und ansprechender. Außerdem brauchst du wahrscheinlich weniger Einarbeitungszeit, wenn du ähnliche Tätigkeiten schonmal ausgeübt hast. Das ist auch für den Arbeitgeber von Vorteil, denn Zeit ist Geld. Ebenfalls beweist praktische Erfahrung deine Handlungskompetenz – Theorie zeigt Wissen, Praxis zeigt, dass du es anwenden kannst.
Fazit
Gute Noten sind heute nicht mehr ausschlaggebend, um einen Job zu bekommen. Natürlich heißt das nicht, dass sie gar nicht wichtig sind, aber heute werden andere Kompetenzen erfragt. Teamfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Lernbereitschaft und vor allem praktische Erfahrungen werden erwartet. Ein hervorragender Notenabschluss kann dir sicherlich helfen, wenn du in den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen oder Jura arbeiten willst, doch selbst da ist er kein Garant. Arbeitgeber achten heutzutage mehr auf die praktischen Erfahrungen, die du schon gesammelt hast, und machen sich so einen Eindruck von dir.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gute Noten weiterhin relevant sind, praktische Erfahrungen jedoch stärker zählen.
Vielen Dank für die Bilder an Felipe Gregate, Mimi Thian und RUT MIIT ©unsplash.com
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