Medizinstudium: Wartesemester überbrücken

Medizinstudium: Wartesemester überbrücken Medizin studieren möchten viele. Aber die meisten müssen einige Semester warten, bevor sie anfangen können. Ist eine Ausbildung eine gute Möglichkeit, um Wartesemester zu überbrücken?

Ein Abi-Schnitt von 2,2 ist ein guter Durchschnitt. Aber gut ist eben nicht immer gut genug. Das musste auch Nathalie T. feststellen, als sie sich dazu entschloss, ein Medizin Studium aufzunehmen. Ein Platz weit hinter der 10.000-er Marke stand auf dem ersten Ablehnungsbescheid der ZVS (mittlerweile Hochschulstart.de). Der Traum davon, gleich nach dem Abi mit dem Medizin Studium anzufangen, rückte in die Ferne. „Im Grunde habe ich aber auch nicht erwartet, dass ich direkt angenommen werde“, meint die heute 24-Jährige. In weiser Voraussicht habe sie sich deshalb schon bereits während der Abizeit um einen Ausbildungsplatz gekümmert. „Eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin war für mich die perfekte Lösung, um die Wartezeit zu überbrücken“.

14 Wartesemester – das sind 7 Jahre und die Zeit, die ein Abiturient mit einem Notendurchschnitt von schlechter als 2,3 in der Regel mindestens verstreichen lassen muss, bis er ein Medizin Studium aufnehmen kann. (Einzelheiten zu den NC-Werten und Wartesemestern für Medizin und Zahnmedizin gibt es bei der Stiftung für Hochschulzulassung).Was machen, um die Wartezeit zu überbrücken? Mit dieser Frage beschäftigen sich die meisten, bei denen es mit dem Studium-Start nicht auf Anhieb geklappt hat. Nicht den Kopf hängen lassen, lautet die erste Devise! Denn vor allem, wenn du bereits absehen kannst, dass du mit großer Wahrscheinlichkeit einige Semester in der Warteschleife verbringen wirst, solltest du die Möglichkeit einer Ausbildung vorm Studium in Erwägung ziehen. Und gerade im Gesundheitswesen stehen zahlreiche Ausbildungsplätze zur Auswahl. Es muss also nicht immer die Ausbildung zum Krankenpfleger sein. In Betracht kommt auch eine Lehre zum Rettungsassistenten oder –sanitäter, zur Hebamme oder zum Medizinisch-technischen Assistenten.

Vorteile einer Ausbildung vor dem Medizin Studium
Wer eine Ausbildung vor dem Studium absolviert, hat bereits einen Berufsabschluss in der Tasche, bevor er überhaupt die Uni betritt. Und das verschafft Sicherheit und finanzielle Unabhängigkeit! Hast du nämlich beispielsweise eine Ausbildung zum Rettungsassistenten gemacht, kannst du neben dem Studium in der Nachtwache jobben und dir so dein Studium finanzieren. „Ich habe während der ersten zwei Studienjahre nebenbei weiter als Krankrenschwester gearbeitet“, erzählt auch Nathalie, „einfach, weil ich es vermisst habe!“. Außerdem werde man als Fachkraft auch ganz anders bezahlt als in anderen „normalen“ Studentenjobs. Die 24-Jährige ist dank ihrer Ausbildung in der Lage, sich und ihr Studium zum größten Teil selbst zu finanzieren.

„Im Nachhinein bin ich unglaublich froh, die Ausbildung gemacht zu haben“, meint Medizin-Studentin Nathalie, „die Lehre war viel mehr als eine Überbrückung der Wartezeit!“ Sie habe jede Menge aus der Zeit für sich mitgenommen und später in der Uni sei es nützlich gewesen, „von allem schon mal etwas gehört zu haben“. „Ich konnte mir dann Eselsbrücken bauen und den trockenen universitären Stoff mit der Praxis verbinden. Auch meine Medizin Zusammenfassungen aus der Ausbildungszeit waren sehr hilfreich. Bestimmte Pflichtkurse musst du übrigens nicht mehr absolvieren, wenn du bereits eine Ausbildung in der Tasche hast: Zum Beispiel das Pflegepraktikum und den Erste-Hilfe-Kurs. Damit musst du dich also nicht mehr im Studium herumschlagen.

„Viel wichtiger als das Vorwissen, das man durch die Ausbildung erlangt, ist aber die Tatsache, dass du den Umgang mit den Patienten und ihren Angehörigen lernst!“, betont Nathalie. „Ich denke, da habe ich einigen frischen Abiturienten etwas Voraus“. Zusätzlich lernst du durch die Ausbildung den Krankenhaus-Alltag kennen. „Man weiß, worauf es ankommt, und hat auch mal die Seite der Pflege kennen gelernt“, erzählt die Medizin-Studentin. Sie glaubt, das fördere später die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team. „Man hat gelernt, die Arbeit der Schwestern und Pfleger wirklich zu schätzen!“.

Nachteile einer Ausbildung vor dem Medizin Studium
Eine Ausbildung an sich solltest du aber nicht unterschätzen. Meist ist der Alltag von harter körperlicher Arbeit im Schichtdienst geprägt. Das ist nicht jedermanns Sache und du musst dich sicherlich erst einmal an einen solchen Arbeitstag gewöhnen. Eine Ausbildung im medizinischen Bereich ist auch in psychischer Hinsicht kein Zuckerschlecken. Der stete Kontakt mit Kranken, Verstorbenen und ihren Angehörigen kann einen schnell an die eigenen nervlichen Grenzen bringen! Das solltest du also bedenken, bevor du eine Lehre beginnst. Ansonsten gilt: Wenn du das Ganze nicht auf die leichte Schulter nimmst und keine rosarote Brille auf deiner Nase trägst, solltest du nur schwer von der Ausbildung enttäuscht werden!

Medizinische Ausbildung und dann?
Nathalie hat seit Ende ihrer Ausbildung im Jahre 2011 den Titel der staatlich examinierten Gesundheits- und Krankenpflegerin inne. Während ihrer Lehre im Krankenhaus hat sie sich immer wieder um einen Studienplatz in Medizin beworben – ohne Erfolg. Nachdem sie die Ausbildung absolviert hat, hatte sie 6 Wartesemester auf dem Buckel und landete bei der ZVS auf dem Rangplatz 5093. Platz 5093 klingt besser als Platz 13567. Für einen Medizin Studienplatz reichte es jedoch trotzdem nicht. Also fing die heute 24-Jährige erst einmal an, als Krankenschwester zu arbeiten. Gestört hat sie das nicht. „Ich habe wirklich Spaß an meinem Beruf!“.

Aber bereits ein Jahr später entschied das Los für sie und Nathalie ergatterte einen Teilstudienplatz in Göttingen. Bis zum Physikum konnte sie an Georg-August-Universität Medizin studieren und wurde danach an der Uni in Lübeck genommen. Nun steckt die gebürtige Thüringerin mitten im Medizin Studium. Im Vergleich zu anderen mit dem gleichen „schlechten“ Abi-Schnitt hat sie also nicht lange warten müssen. Im Normalfall wären es 12 bis 13 Wartesemester gewesen. Das Glück hat für Nathalie entschieden. Und nun? „Ich zweifele nicht daran, dass ich das Studium packe“, betont die Medizin-Studentin, „aber ansonsten ist es natürlich gut zu wissen, dass ich nicht mit leeren Händen dastehe, falls es doch nicht klappen sollte!“.

Bildquelle: Vielen Dank an Unsplash für das Bild (© Unsplash/www.pixabay.de).

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