Ausbildung oder Studium? Oder beides?

Ausbildung oder Studium? Oder beides? Erst eine Lehre zu absolvieren und danach ins Studium zu gehen kann durchaus seine Vorteile haben. Denn gerade in Zeiten, in denen jährlich Rekorde für die meisten Erstsemester in Deutschland aufgestellt werden, wird es immer schwieriger gerade in zulassungsbeschränkte Fächer zu kommen. Wer da nicht mit dem Einser-Abi angeben kann, der muss Wartesemester einplanen. Und die kann man sinnvoll nutzen. Zum Beispiel, indem man vor dem Studium eine Ausbildung macht.

„auf Nummer sicher“ mit einer Ausbildung
Der eine große Nachteil, wenn man mit einer Ausbildung beginnt und im Anschluss noch ein mehrjähriges Studium anschließt, ist die langgezogene fehlende finanzielle Sicherheit. 3 Jahre Ausbildung, 5 Jahre Studium – da ist man schnell Mitte bis Ende 20 bevor man überhaupt ins Berufsleben einsteigt. Man verdient zwar oft in der Ausbildung schon Geld und kann während des Studiums BAföG in Anspruch nehmen, aber reich wird man damit nicht.

Eine gute Alternative, um früher in Lohn und Brot zu kommen und das Wunschstudium trotzdem zu realisieren, ist ein berufsbegleitendes Studium. So können zum Beispiel Einzelhandelskaufleute nach abgeschlossener Ausbildung direkt in den Beruf gehen und parallel ein BWL-Studium an einer Fern-Hochschule absolvieren. Es gibt auch direkt die Möglichkeit, Ausbildung und Studium innerhalb eines dualen Studiums zu verbinden. Der Unterschied zum klassischen Hochschulstudium ist der verstärkte Praxisbezug. Große Teile des Studiums werden in Praxisblöcken in einem Unternehmen absolviert.

Studium oder Ausbildung?
Ob man sich generell nach der Schule für eine Ausbildung oder für ein Studium entscheidet, ist abhängig davon, wo man in Zukunft hin will. Wer möglichst schnell in den Job und Geld verdienen will, der ist mit einer Ausbildung besser beraten. Überzeugt man im Betrieb schon früh mit guter Arbeit, ist die Chance fest übernommen zu werden sehr hoch. Der Nachteil ist, dass man sich sehr früh auf einen bestimmten Beruf festlegt. Will man etwas anderes ausprobieren, muss man oft umschulen – als Einzelhandelskaufmann kann man z.B. nicht mal eben so den Job als Lebensmitteltechniker annehmen. Einige Jobs setzen ohnehin direkt ein Hochschulstudium voraus. Wer Arzt oder Ingenieur werden will, der muss so oder so an die Uni oder an die FH.

Natürlich hat auch ein Studium Vorteile. Es dauert zwar in der Regel länger bis zum ersten echten Gehalt, aber das fällt oft bedeutend höher aus als in einem Ausbildungsberuf. Durch das Bachelor- und Mastersystem kann man heutzutage auch ein Studium in drei Jahren absolvieren und früher in den Beruf gehen, allerdings wird man als Bachelor-Absolvent auf dem Arbeitsmarkt noch oft kritisch beäugt. Der Master ist in vielen Bereichen Pflicht. Fluch und Segen zugleich ist die breiter gefächerte Qualifikation, die man sich aneignet. Ob man als Sozialwissenschaftler in die Forschung geht, in die Medien oder in die Kulturwirtschaft - Möglichkeiten hat man viele. Es fehlt allerdings ein klassischer Abschluss für Jobs als Geisteswissenschaftler. „Berufs-Germanist“ findet man in den Jobbörsen eher selten. Letztlich landet man als Akademiker überdurchschnittlich oft als Quereinsteiger im Job, es sei denn, man hat ein explizit berufsvorbereitendes Studium absolviert, zum Beispiel als Ingenieur oder Elektrotechniker.

Fazit: Es ist letztlich sehr typenabhängig, welche Richtung man einschlägt. Im Studium hat man „mehr vom Leben“, mit einer Ausbildung kommt man früher in ein geordnetes Leben. Wer Ausbildung und Studium absolvieren oder gar verbinden möchte, der hat es heute leichter denn je. Zum einen durch duale Studiengänge, zum anderen aber auch durch das Bachelor- und Mastersystem. Da kann man selbst nach dem Bachelor die Ausbildung machen und trotzdem noch einen Master dranhängen. Diese „Ausbildungsflexibilität“ gab es vor 20 Jahren noch nicht.

Bildquelle: Vielen Dank an mikegi für das Bild (© mikegi/www.pixabay.com).

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