Traditionen in der Ersti-Woche: In Deutschland und weltweit

Traditionen in der Ersti-Woche: In Deutschland und weltweit
Dein Studium fängt an und du bist schon ganz gespannt, was dich erwartet? Du hast schon viel von der Ersti-Woche gehört und nun ist es Zeit, sie selbst zu erleben. Wir erzählen dir, worauf du dich freuen kannst du was dich in deiner ersten Woche an der Uni erwartet.

Ersti-Woche mit Begrüßungsveranstaltungen



Die erste Woche an der Universität ist die Orientierungswoche. Diese dient dem Kennenlernen von neuen Menschen, der Campusorientierung und allgemein dem Studienstart. Dazu gehören Begrüßungsveranstaltungen vom eigenen Studiengang. Bei diesen wird dir erklärt, was im Studium auf dich zukommt und an wen du dich bei Fragen wenden kannst. Auch bietet diese Veranstaltung eine erste Chance, Kontakt mit deinen neuen Mitstudenten aufzunehmen. Am Ende dieser Veranstaltung erhält jeder neue Studierende eine Goodie-Bag. Bei der Begrüßung wird auch der Fachschaftsrat vorgestellt, der meistens auch eigene Veranstaltungen in der Ersti-Woche plant, an denen man teilnehmen kann.

In der Ersti-Woche neue Freunde finden

Rallyes in der Ersti-Woche



In der Ersti-Woche werden Stadtrallyes angeboten. Diese werden von älteren Studierenden organisiert. In kleinen Gruppen löst du gemeinsam mit anderen Studierenden verschiedene Aufgaben. Dazu gehören z. B. Fragen beantworten, Gegenstände finden, Orte oder Gebäude ausfindig machen, Sachen tauschen und mehr. Dabei lernst du spielerisch die Stadt kennen und schließt eventuell neue Freundschaften. Oft werden diese Rallyes von Alkohol begleitet, aber trinken ist kein muss. Die Hauptsache ist, dass man Spaß hat. Meistens enden diese Stadtrallyes in einer Kneipe, wo man gemeinsam den lustigen Tag ausklingen lässt und noch mehr trinkt oder einfach nur beisammen ist.

Kneipentour



Bei der Kneipentour ziehst du mit anderen Studierenden und Fachschaftlern, wie der Name schon sagt, von Kneipe zu Kneipe. Dafür trifft man sich z. B. auf dem Uni-Campus, teilt sich in kleinere Gruppen auf und geht los. In den Bars kriegt ihr meistens ein Getränk günstiger. In jeder Kneipe gibt es Kennenlernspiele. Und auch wenn es eine Kneipentour ist, musst du keinen Alkohol trinken. Du kannst auch alkoholfreie Getränke oder gar nichts trinken, das einzig Wichtige ist, dass du Spaß hast. Außerdem musst du nicht bis zum Ende dabeibleiben und bei jeder Kneipe mitgehen. Wenn du genug hast, kannst du einfach gehen.

In der Ersti-Woche Spaß auf Kneipentouren

Campustouren



Wenn du deine Uni noch nicht so gut kennst, dann bietet sich eine Campustour an. Bei dieser werden dir und anderen neuen Studierenden in kleineren Gruppen, der Campus, die Universität, die Mensa und eventuell auch die Unibibliothek vorgestellt. Oft wird einem etwas über die Geschichte der Universität oder lustige Anekdoten erzählt. Mithilfe dieser Touren wirst du dich besser in der Uni orientieren können und deine Hörsäle bzw. Seminarräume finden.

Achtung: Für die meisten Veranstaltungen musst du dich vorher anmelden. Einige kosten auch etwas, aber für Erstis sind sie meistens günstiger.


Ersti-Woche – Traditionen weltweit



Nicht nur in Deutschland gibt es verschiedene Aktionen und Traditionen, an denen man in der Ersti-Woche teilnehmen kann. Weltweit gibt es die unterschiedlichsten Traditionen, denen man in der Ersti-Woche nachgeht. Einige dieser Traditionen stellen wir hier vor.

An der University of St. Andrews in Schottland findet seit 1413, als die Uni gegründet wurde, der “Raisin Monday” statt. Bei dieser Tradition werden die Erstis symbolisch von den älteren Studierenden „adoptiert“. Die Erstis werden „Kinder“ genannt. Sie nehmen an Spielen teil und tragen dabei außergewöhnliche Kostüme. Die „Familien“, die sich am „Raisin Weekend“ zum ersten Mal kennenlernen, bleiben meistens das ganze Studium über befreundet – manchmal auch darüber hinaus.

Der Name kommt daher, dass die „Kinder“ ihren „Eltern“ damals Rosinen schenkten. Nach den Spielen erhalten die „Kinder“ das sogenannte „Raisin Receipt“ ˗ ein besonderes Objekt, das mit ihren Kostümen verknüpft ist und eine Gravur in lateinischer Schrift aufweist.
Als krönenden Abschluss gibt es eine Schaumschlacht auf dem Gelände Lower College Lawn. Bei dieser treten die Erstis in ihren Kostümen gegeneinander an.

In Kanada werden die Ersti-Wochen „Frosh Weeks“ genannt und von den Fakultäten sowie den Studierendenschaften organisiert. Frosh wird als Slangwort für „Freshman“ verwendet.

Im Studiengang der Ingenieurswissenschaften, gibt es während der „Frosh Weeks“ ein besonderes Ritual. Bei diesem werden neue Studierende violett eingefärbt. Diese Tradition gibt es seit den 1980er-Jahren und ist an den Universitäten Queen’s, Western Ontario und vor allem Toronto verbreitet.

Die Farbe, die genutzt wurde war Kristallviolett, jedoch ist diese Krebserregend und daher inzwischen verboten. Nun nutzt man andere violette Farbe.

Diese Tradition hat auch eine würdevolle Bedeutung. Damit zeigen die Studierenden der Ingenieurwissenschaften nicht nur ihren Stolz gegenüber ihrer Fakultät, sondern sie ehren auch die Schiffsingenieure der Titanic. Diese trugen lila auf ihrem Rangabzeichen, um sie von anderen zu unterscheiden und blieben bis zum Schluss auf dem Schiff. Sie opferten sich, um die Energieversorgung zu gewährleisten.

Anders geht es in Frankreich und frankophonen Ländern zu. Bei deren Aufnahmeritualen, „Bizutage“ genannt, werden Erstsemester von älteren Studierenden zu verschiedenen Aufgaben gezwungen, um als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden. Zu diesen Bizutages gehören oft exzessiver Alkoholkonsum und Erniedrigungen; sie können sogar in sexuellen Übergriffen enden und sind manchmal tödlich. Sehr häufig werden dabei Grenzen überschritten. In Frankreich sind Bizutages offiziell seit 1998 verboten, trotzdem werden sie noch ausgeführt. Sie können mit einem Bußgeld von 7500€ und bis zu sechs Monaten Haft bestraft werden.

Aber keine Angst. Diese Aufnahmerituale werden eher an traditionsreichen Universitäten praktiziert. Wenn du etwas nicht machen willst, sprich ein klares Nein und signalisiere deutlich, dass du dich dabei nicht wohlfühlst.

Fazit



Die Ersti-Woche ist perfekt um neue Freunde kennenzulernen und sich mit seiner Uni vertraut zu machen. Es gibt viele Angebote und Spiele, bei denen man mitmachen kann. Im Vordergrund soll immer der Spaß stehen und keiner soll sich zu etwas gezwungen fühlen! Nicht nur in Deutschland gibt es die Ersti-Woche, auf der ganzen Welt werden verschiedene Traditionen begangen.

Bildquellen: Vielen Dank für die Bilder an Gina_Janosch, DenverPubCrawl und naassomz1 ©pixabay.com

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