Frauen und Karriere – Herausforderungen, Chancen und Perspektiven

Frauen und Karriere – Herausforderungen, Chancen und Perspektiven
Viele junge Frauen starten mit idealen Qualifikationen ins Berufsleben. Allerdings stoßen sie dann auf ihrem Karriereweg auf Hürden, die ihre männlichen Kollegen nicht überwinden müssen. Wir zeigen dir, warum Frauen immer noch Nachteile im Berufsleben erfahren müssen, geben dir wichtige Tipps mit und stellen dir einige Programme vor, von denen Frauen bei der Berufswahl profitieren können.

Benachteiligung von Frauen in der Berufswelt

Benachteiligung von Frauen in der Berufswelt – warum Frauen immer noch nicht gleichberechtigt sind



Frauen sind immer noch nicht gleichberechtigt – das zeigt sich auch in der Berufswelt.

Gender Pay Gap: Frauen verdienen im Durchschnitt oft immer noch weniger als Männer – trotz gleicher Qualifikation und Anstellung.

Frauen in Führungspositionen: Frauen sind in führenden Positionen immer noch unterrepräsentiert. Das ist unter anderem das Resultat aus traditionellen Rollenbildern, weniger beruflichen Netzwerken und Vorurteilen bei Beförderungen.

Vereinbarkeit von Familie und Karriere: Frauen übernehmen immer noch den größten Teil der Kinderbetreuung und Hausarbeit, weshalb sie häufiger ihre Karriere unterbrechen oder in den Hintergrund stellen müssen. Das beeinflusst den Karriereaufstieg und das Einkommen.

Entwicklungen bei Homeoffice und flexiblen Arbeitsmodellen: Frauen nehmen flexible Arbeitsmodelle häufiger wahr, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Dadurch werden sie im Arbeitsumfeld jedoch weniger sichtbar – und haben Nachteile bei Karrierechancen.

Frauen in MINT-Berufen: Frauen sind in MINT-Berufen weiterhin unterrepräsentiert. Das liegt vor allem an Geschlechterstereotypen, fehlenden Vorbildern, geringerer Förderung und einer familienunfreundlichen Arbeitskultur.

Realität von Frauen in der Berufswelt

Realität für Frauen, die Karriere machen wollen



Wenn du als Frau Karriere machen möchtest, kommen leider immer noch einige Hindernisse auf dich zu. Wir zeigen dir, worauf du dich wahrscheinlich vorbereiten musst.

Vorurteile im Bewerbungsprozess: Frauen werden schon im Bewerbungsprozess aufgrund von (un)bewussten Vorurteilen anders bewertet, als ihre männlichen Konkurrenten. Dadurch verringern sich ihre Chancen auf eine Einstellung oder eine Beförderung.

Geringere Bewerbungshäufigkeit auf Führungspositionen: Männer bewerben sich häufig schon auf Positionen, auch wenn sie nicht alle Bedingungen erfüllen. Frauen warten hingegen meistens darauf, dass alle Kriterien auf sie zutreffen – und verlieren dadurch Karrierechancen.

Confidence Gap: Frauen unterschätzen ihre Fähigkeiten häufiger oder treten zurückhaltender auf, obwohl ihre Leistungen vergleichbar mit denen von Männern sind. Das kann sich auf Gehaltsverhandlungen, Beförderungen und Bewerbungen auswirken.

Sichtbarkeit in männlich dominierten Teams: In Teams mit wenigen Frauen werden ihre Ideen und Leistungen schnell weniger wahrgenommen oder anerkannt. Die Folgen sind geringerer Einfluss und erschwerter beruflicher Aufstieg.

Vereinbarkeit von Karriere und Familienplanung: Schwangerschaft, Elternzeit und die häufige Übernahme von Betreuungsaufgaben können Karrierewege von Frauen unterbrechen oder verlangsamen. Das wirkt sich auf Einkommen, Aufstiegschancen und berufliche Entwicklung aus.

Tipps für den Berufseinstieg

Tipps für den Berufseinstieg – worauf du als Frau achten solltest



Es gibt jedoch auch einige Tipps, mit denen du diesen Herausforderungen entgegenwirken kannst! So wirst du dich nicht aufhalten lassen:

Nicht warten, bis du alle Anforderungen erfüllst: Viele Frauen bewerben sich erst, wenn sie einen Großteil der Anforderungen einer Stelle erfüllen. Männer bewerben sich oft schon deutlich früher. Wenn du also die wichtigsten Anforderungen erfüllst und die Rolle dich interessiert, bewirb dich! Stellenausschreibungen sind häufig Wunschlisten, keine Checklisten.

Über Geld sprechen lernen: Das Gehalt wird oft als unangenehmes Thema empfunden. Aber die ersten Gehaltsverhandlungen können langfristige Auswirkungen auf die Einkommensentwicklung haben! Also bereite dich vor: recherchiere typische Marktgehälter, bereite eine konkrete Gehaltsvorstellung vor und sei in der Lage, deine Qualifikationen und Erfahrungen benennen zu können.

Sichtbarkeit aktiv gestalten: Frauen neigen häufig dazu, darauf zu vertrauen, dass gute Arbeit automatisch wahrgenommen wird. In vielen Unternehmen ist Sichtbarkeit jedoch ein wichtiger Karrierefaktor! Du kannst dich selbst sichtbarer machen, indem du deine Ergebnisse dokumentierst, deine Erfolge in Meetings oder Berichten erwähnst und Verantwortung für Projekte übernimmst.

Netzwerke früh aufbauen: Karrierechancen entstehen oft über Kontakte, Empfehlungen und Austausch. Also pflege deine Kontakte aus dem Studium oder Praktika, besuche Fachveranstaltungen und nutze Frauenveranstaltungen oder Mentoringprogramme! Wir haben in diesem Artikel einige für dich zusammengestellt.

Grenzen setzen können: Gerade engagierte Berufseinsteigerinnen übernehmen häufig zusätzliche Aufgaben, um sich zu beweisen. Aber: Nicht jede Anfrage muss sofort angenommen werden! Prioritäten abzustimmen wirkt meist sogar professioneller, als alles gleichzeitig erledigen zu wollen.

Berufsalltag von Frauen

Kompetenz nicht klein reden: Viele Frauen formulieren vorsichtiger oder relativieren eigene Leistungen. Du solltest dich nicht davor scheuen, angemessen für deine Leistung wertgeschätzt zu werden!

Auf Unternehmenskultur achten: Bereits im Bewerbungsprozess lassen sich Hinweise erkennen: Gibt es Frauen in Führungspositionen? Werden Entwicklungsmöglichkeiten konkret beschrieben? Gibt es flexible Arbeitsmodelle? Wie wird über Vielfalt und Karriereförderung gesprochen? Die Unternehmenskultur beeinflusst den Karriereweg oft stärker, als der Jobtitel.

Perfektionismus hinterfragen: Viele Berufseinsteigerinnen setzen sich selbst unter Druck, sofort fehlerfrei funktionieren zu müssen. In der Realität sieht es jedoch meist ganz anders aus: Niemand erwartet Perfektion, Fragen stellen gehört dazu und Fehler sind Teil des Lernprozesses! Keine Sorge: Lernbereitschaft wird sowieso meist höher bewertet, als Fehlerfreiheit.

Karriere aktiv gestalten: Karrieren entstehen selten allein durch gute Arbeit. Sie entstehen durch eine Kombination aus Leistung, Sichtbarkeit, Beziehungen und Chancen. Deshalb lohnt es sich, dich regelmäßig zu fragen: Welche Fähigkeiten möchtest du entwickeln? Welche Aufgaben bringen dich weiter? Wer kann dich fördern? Welche Ziele hast du für die nächsten Jahre?

Viele Frauen starten mit dem Gedanken, erst beweisen zu müssen, dass sie gut genug sind. Für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist es jedoch oft sinnvoller, dir bewusst zu werden, dass du lernen, Fragen stellen, Verantwortung übernehmen und dich weiterentwickeln darfst!

Berufsnetzwerke für Frauen

Berufsnetzwerke für die Berufswahl



Girls‘ Day: Der Girls‘ Day ist ein bundesweiter Aktionstag, an dem Mädchen Berufe kennenlernen können, in denen Frauen bisher unterrepräsentiert sind, insbesondere in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften.

Femtec: Femtec ist ein Netzwerk zur Förderung von Studentinnen und Absolventinnen in MINT-Fächern. Es bietet Weiterbildungen, Mentoring und Kontakte zu Unternehmen.

Cybermentor: Cybermentor ist Deutschlands größtes Online-Mentoring-Programm für Mädchen im MINT-Bereich. Schülerinnen werden von Frauen aus technischen und naturwissenschaftlichen Berufen begleitet.

Komm, mach MINT: Hier handelt es sich um eine Initiative von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die Mädchen und Frauen für MINT-Studiengänge und Berufe begeistern und fördern möchte.

Global Digital Women: Global Digital Women ist ein Netzwerk für Frauen aus der digitalen Wirtschaft, das Austausch, Weiterbildung, Sichtbarkeit und Karriereförderung unterstützt.

BPW Germany: BPW ist ein Netzwerk berufstätiger Frauen, das sich für Chancengleichheit, gleiche Bezahlung und die Förderung von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft einsetzt.

Female Founders: Diese Organisation unterstützt Frauen beim Gründen von Start-Ups und bietet Zugang zu Wissen, Investorinnen und Investoren sowie Netzwerken.

Verband deutscher Unternehmerinnen: Der VdU ist ein Zusammenschluss von Unternehmerinnen und Führungskräften, der die Interessen von Frauen in Wirtschaft und Politik vertritt und Vernetzung ermöglicht.

Frauen und Karriere

Fazit



Frauen haben heute deutlich bessere Bildungs- und Karrierechancen als früher, sind im Berufsleben jedoch weiterhin mit Herausforderungen wie Lohnunterschieden, geringerer Präsenz in Führungspositionen und der schwierigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf konfrontiert. Gleichzeitig tragen Initiativen, Netzwerke und flexible Arbeitsmodelle dazu bei, bestehende Hürden abzubauen. Um jedoch echte Chancengleichheit zu erreichen, sind weiterhin Veränderungen in Unternehmen, Politik und Gesellschaft notwendig.

Vielen Dank für die Bilder an Alena Shekhovtcova, Walls.io, Kampus Production, Yan Krukau, Pavel Danilyuk, MART PRODUCTION und olia danilevich (©pexels.com)

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