Promotion: So geht's zum Doktortitel

Promotion: So geht's zum Doktortitel Der Doktor ist der höchste akademische Grad in Deutschland. Spätestens seit Bologna ist er für viele Studenten (auch ohne Ambitionen auf eine wissenschaftliche Laufbahn) ein ernstzunehmendes Ziel, um sich von der Masse abzusetzen. Man muss sich aber bewusst sein: Die Promotion verlängert das Studium um mehrere Jahre, verschiebt entsprechend ein gutes Einkommen nach hinten und ist nicht mal eben so nebenbei erledigt.

Promotion: Ablauf

Die Promotion ist die Verleihung des akademischen Grades Doktor oder Doktorin. Sie wird erlangt durch die Dissertation – eine selbständige wissenschaftliche Arbeit, die neue wissenschaftliche Ergebnisse enthält – und eine mündliche Prüfung (Kolloquium oder Disputation).

Die Bezeichnung Dr. wird allerdings meist erst offiziell geführt, wenn die Dissertation veröffentlicht bzw. publiziert wurde. „Professor“ ist übrigens eine Dienstbezeichnung und kein akademischer Grad! Trotzdem ist an den allermeisten Hochschulen eine Promotion für eine Beschäftigung als Professor nötig.

Voraussetzung für eine Promotion ist in der Regel ein akademischer Abschluss, der einem Master, Staatsexamen, Diplom oder Magister entspricht.

Der Ablauf des Promotionsverfahrens ist je nach Hochschule und Studiengang unterschiedlich und ist in der Prüfungsordnung des jeweiligen Fachs festgeschrieben. Die groben Eckpfeiler sind allerdings gleich:

1. Studienabschluss mit guter Note und entsprechende Voraussetzungen wie Sprach- oder Qualifikationsnachweise (divergieren je nach Fach)

2. Wahl eines Doktorvaters

3. Anmeldung beim Promotionsausschuss der Fakultät

4. nach Zulassung als Promotionsstudent Bearbeitung der Dissertation

Als Doktorand beginnt man nun die Arbeit an der Dissertation, die knapp 30 bis mehrere Tausend Seiten umfassen kann, abhängig von Fach, Anforderungen und so weiter. Oft muss man als Doktorand neben der Dissertation weitere Aufgaben übernehmen.

Dazu gehören zum Beispiel Doktorandenseminare, Publikationen, Mitarbeit am Lehrstuhl (Übungen halten, Klausuren stellen etc.) und natürlich die erwähnte mündliche Prüfung und die Publikation der Dissertation.

Promotion: Bewertung der Doktorarbeit

Die Bewertungsskala für die Doktorarbeit variiert. Mehr oder weniger „standard“ sind die folgenden Stufen:

1 – Summa cum laude (mit Auszeichnung)
2 – Magna cum laude (sehr gut)
3 – Cum laude (gut)
4 – satis bene (befriedigend)
5 – rite (ausreichend)
6 – non probatum (ungenügend, nicht bestanden)


Die Bewertungen spiegeln nicht zwangsläufig Schulnoten wider. Oft gibt es nur vier oder fünf Abstufungen. Seht die Noten daher eher als Orientierung.

Die Habilitation

Die Habilitation ist die höchstrangige Hochschulprüfung in Deutschland und stellt die Lehrbefähigung in einem wissenschaftlichen Fach dar. Hierfür müssen herausragende Leistungen in Wissenschaft und Lehre nachgewiesen werden.

Voraussetzungen sind die erfolgreiche Promotion, die Habilitationsschrift (ähnlich der Dissertation) und diverse wissenschaftliche Veröffentlichungen.

Nach erfolgreicher Habilitation bekommt man den Titel Doktor habilitatus (Dr. habil.). Die Habilitation ist nicht nötig, um eine Professur an einer Hochschule zu erhalten. Sie ist aber ein entscheidender Schritt dorthin.

Das deutsche Habilitationssystem wird zunehmend kritisiert. Das Alter des eigentlichen Berufseinstieges wird erhöht, außerhalb der Wissenschaft hat die Habilitation wenig Gewicht und die Einführung der Juniorprofessur erleichtert und verkürzt den Einstieg in die Lehre. Trotzdem steht sie in den Fachbereichen an vielen Universitäten noch hoch im Kurs. Experten sind sich uneins, ob sie obsolet ist oder noch in Zukunft ihren Stellenwert behalten wird.

Ehrendoktorwürde

Ben Affleck, Kylie Minogue oder Robert DeNiro – Sie alle sind Doktor. Eine Dissertation haben sie aber nicht geschrieben. Das Kürzel h.c. für honoris causa verrät den Zusatz „ehrenhalber“.

Normalerweise wird dieser nur aufgrund wissenschaftlicher Verdienste verliehen und in Deutschland ist man mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde auch sehr sparsam. International, gerade in den Vereinigten Staaten, wird sie aber auch gern für „andere“ Verdienste verliehen, oft finanzieller Natur.

Man kann sich einen Doktortitel mittlerweile auch „zum Spaß“ kaufen. Da ist man dann schnell mal Doktor für Exorzismus oder Ufologie. Ein offizieller akademischer Grad ist das selbstredend aber nicht. Juristen streiten im Übrigen darüber, ob das überhaupt legal ist.

Aberkennung der Doktorwürde


Apropos legal: Gefühlt wöchentlich müssen sich diverse Politiker mittlerweile mit Plagiatsvorwürfen in ihren Abschlussarbeiten auseinandersetzen. Erwischt hat es medienwirksam u.a. schon Klaus-Theodor zu Guttenberg, Silvana Koch-Mehrin, Annette Schavan oder Georgios Chatzimarkakis.

Wem wissenschaftliches Fehlverhalten (das schließt ein Plagiat natürlich ein) nachgewiesen wird, kann die Doktorwürde wieder aberkannt bekommen.

Das kann aber nur die Hochschule und Fakultät durchführen, die den Grad verliehen hat. Zusätzlich kann ein Plagiat auch noch weitere rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Ein weiterer Grund für die Aberkennung des Doktortitels ist die rechtskräftige Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr.

Bildquelle: Vielen Dank an omar franc für das Bild (© omar franc/www.sxc.hu).

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