Protokoll schreiben leicht gemacht

Protokoll schreiben leicht gemacht Für viele ist das erste anzufertigende Protokoll eine echte Herausforderung. Aus diesem Grund haben wir dir hier die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Protokoll schreiben aufgelistet:

Was ist ein Protokoll?

Ein Protokoll ist eine besondere Form der Mitschrift. Im Gegensatz zur üblichen persönlichen Mitschrift in der Uni zeichnet sich ein Protokoll durch Vollständigkeit aus und ist nicht vom Verfasser selbst geprägt. Persönliche Einschätzungen, Vorwissen, Kritik des Protokollanten finden sich im Protokoll also nicht wieder. Der öffentliche Charakter des Protokolls dient v.a. der Information über Versammlungen, Sitzungen, Seminare und Versuche und soll im Nachhinein durch die schriftliche Darstellung des Sitzungsverlaufs als Gedächtnisstütze dienen.

Was gibt es für Protokoll Arten?

1. Wörtliches Protokoll
Wörtliche Protokolle finden v.a. vor Gericht oder in der Politik Anwendung, da hier alle Diskussionsbeiträge wörtlich wiedergegeben werden. Dabei ist besonders auf die Zitierregeln zu achten. Besonders bei strittigen Fragen dienen wörtliche Protokolle als wichtige Nachweise. Dadurch das alles genau festgehalten wird, ist diese Art des Protokolls in der Regel sehr umfangreich und teilweise auch recht unübersichtlich.

2. Verlaufsprotokoll
Im Gegensatz zum wörtlichen Protokoll werden Verlaufsprotokolle stichpunktartig angefertigt. Dieses zeichnet chronologisch den Verlauf des Seminars bzw. der Vorlesung nach. Gerade in den Naturwissenschaften wird diese Form des Protokolls häufig angewendet, da damit Experimente exakt beschrieben werden können. Darüber hinaus sind Verlaufsprotokolle auch in der Informatik beliebt, um den Verlauf einer Parameterexperimentierrunde am PC genau festzuhalten.

Folgende Punkte sind im Verlaufsprotokoll anzugeben: Protokollkopf (Name der Hochschule, Seminar, Thema, Lehrender Dozent, Semester, Protokollant, Datum), Thema des Seminars/der Sitzung, Stichworte zum Ablauf der Sitzung (Vorschläge, Kritik, Begründungen (bei wichtigen Einwänden mit Namenshinweis), Ergebnisse der Sitzung, Unterschrift des Protokollanten und Seminarleiters, ggf. Anlagen.

3. Ergebnisprotokoll
Ergebnisprotokolle werden v.a. in den geisteswissenschaftlichen Fächern angefertigt, z.B. in der Sprachwissenschaft. Ähnlich wie bei den Verlaufsprotokollen werden die Beiträge in Stichpunkten zusammengefasst. Im Gegensatz zum Verlaufsprotokoll werden hier aber die Beiträge zusammenfassend systematisiert. Die Ergebnisse der Seminarsitzung werden also unabhängig vom Verlauf in eine logische Ordnung gebracht. Am besten orientierst du dich, wenn vorhanden, am vorgegebenen Ablaufplan und handelst die Punkte entsprechend ab. Dabei ist es unwichtig, ob die Tagesordnung auch real in dieser Reihenfolge im Seminar durchgesprochen wurde. Wenn das Seminar ohne Ergebnis endet, ist es günstig, die verschiedenen einzelnen Standpunkte mit den jeweiligen Argumenten herauszuarbeiten. Vom Thema abweichende Meinungen werden nicht erwähnt, ebenso wenig namentliche Wortmeldungen.

Diese Angaben gehören in ein Ergebnisprotokoll: Kopf (Name der Hochschule, Seminar, Thema, Lehrender Dozent, Semester, Protokollant, Datum), Thema des Seminars/der Sitzung und wenn vorhanden Ablaufplan, Ergebnisse der Sitzung, Unterschrift des Protokollanten und Seminarleiters, Anlagen wie Kopien, Bemerkungen zum Protokoll etc..

4. Seminarprotokoll
Seminarprotokolle sind häufig eine Mischform der Ergebnis- und Verlaufsprotokolle. Vor der Sitzung wird ein Protokollant bestimmt, der Inhalte, Verlauf und Ergebnisse des Seminars festhalten soll. Jenes dient v.a. dazu, dass sich die übrigen Seminarteilnehmer auf das Seminar konzentrieren können und nicht durch das ständige Mitschreiben abgelenkt werden. Auch hier ist auf Übersichtlichkeit und Neutralität zu achten. Obwohl es dir als Protokollant obliegt, welche Fragestellungen, Thesen und Beiträge ins Protokoll aufgenommen werden, ist es günstig, sich um Vollständigkeit zu bemühen.

Folgende Punkte sind in einem Seminarprotokoll abzuarbeiten: Protokollkopf (Name der Hochschule, Seminar, Thema, Lehrender Dozent, Semester, Protokollant, Datum), Thema der Sitzung, Arbeitsschritte, behandelte Fragestellungen, Ergenisse (und ggf. offen gebliebene Fragen bzw. Hinweise für die nächste Sitzung), Anhang (Tafelbilder, Textauszüge, Thesenpapiere etc.). Bei den im Anhang befindlichen Materialien sollte aber bereits während des eigentlichen Protokolls auf deren Stellenwert im Seminars verwiesen werden.

5. Gedächtnisprotokoll
Wie der Name bereits verrät, wird ein Gedächtnisprotokoll idR nach dem Seminar aus der eigenen Erinnerung heraus angefertigt. Die Beschlüsse bzw. einzelnen Punkte werden dabei dem Sinn nach aufgeführt, wobei Abstimmungsergebnisse dennoch genau wiederzugeben sind. Da diese Form der Protokolle vorrangig auf dem Erinnerungsvermögen des Protokollanten beruht, trägt das Protokoll weniger Beweiswert als die anderen bereits vorgestellten Formen und eignet sich besonders für Seminarsitzungen, bei denen weniger wichtige Fragen diskutiert werden.

Wie ist ein Protokoll zu schreiben?
Protokolle sind kurz und sachlich zu halten. Wertende Adjektive sind dabei ebenso wenig wie Konjunktionen, die kausale Beziehungen herstellen, enthalten. Protokolle werden generell im Präsens geschrieben, wobei Begründungen im Konjunktiv zu zitieren sind. Erklärende Hinweise werden in Klammern gesetzt. Wichtig ist, die Ergebnisse genau und so objektiv wie möglich wiederzugeben. Am besten fertigst du während des Seminars zunächst eine Mitschrift an, die du am selben Tag dann noch zum Protokolltext ausformulierst.

TIPP: Über 100 fertige Protokolle, geschrieben von Studenten, findest du auf Uniturm.de. Mehr Infos und Hinweise zum Verfassen eines Protokolls findest du auch im utb Band Klausur, Protokoll, Essay“ von Kirsten Schindler. Darin werden dir inhaltliche und formale Anforderungen für die verschiedenen „kleineren“ Textsorten wie Protokoll, Thesenpapier, Essay, Praktikumsbericht oder Portfolio vermittelt. Neben der Diskussion authentischer Muster erhältst du auch praktische Hinweise zur typographischen Gestaltung eines Protokolls.

Bildquelle: Vielen Dank an Foundry für das Bild (© Foundry/www.pixabay.de).


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