

Warum haben so viele junge Leute eine so hohe Bildschirmzeit?
Digitale Medien sind längst ein enorm großer Teil des Alltags geworden. Da ist es nicht verwunderlich, dass so viele - vor allem junge - Leute eine hohe Bildschirmzeit verzeichnen.
Social Media: Junge Menschen verbringen viel Zeit auf Social Media. Unterhaltung, soziale Kontakte und Aufmerksamkeit in einer App kombiniert – das sorgt dafür, dass du möglichst lange dranbleibst.
Unterhaltung: Serien und Videospiele fesseln uns. Häufig merkst du gar nicht, wie viel Zeit eigentlich schon vergangen ist, während du die nächste Folge abspielst oder das nächste Level beginnst.
Kommunikation: Kontakt mit Freunden und Freundinnen geschieht hauptsächlich digital: Chatten, telefonieren oder Fotos schicken – Freundschaften müssen heutzutage auch online gepflegt werden.
Gewohnheit und Langeweile: Du stehst an der Haltestelle und es dauert noch ein paar Minuten, bis der nächste Bus kommt? Kein Problem: die Zeit kannst du dir einfach beim Scrollen auf TikTok vertreiben. Bei kurzen Wartezeiten wird meistens direkt zum Handy gegriffen – und das fast schon automatisch.
Algorithmen und Benachrichtigungen: Bei jeder Benachrichtigung greifst du zum Handy – und einige Zeit später scrollst du immer noch, ganz vergessend, was du ursprünglich machen wolltest. Es fällt schwer, nicht zum Opfer von „Doomscrolling“ zu werden, bei dem du immer weiter scrollst, obwohl dich die Flut von schlechten Nachrichten eigentlich nur runterzieht. Apps sind so gestaltet, dass Nutzerinnen und Nutzer lange bleiben und häufig wiederkommen!
Gesellschaftlicher Druck: Alle sind online – da ist es schwierig, sich auszuklinken. Wir kennen alle die Angst, etwas zu verpassen. Es werden dauernd neue Geschichten, Memes und Gruppendynamiken geteilt – du willst nicht die einzige Person sein, die etwas nicht mitbekommt. Viele junge Menschen erleben „FOMO“ (Fear of Missing Out) und verbringen ihre Zeit nur online, um nicht das Gefühl zu bekommen, außer vor zu sein.

Folgen von hoher Bildschirmzeit
Eine hohe Bildschirmzeit hat einige negative Auswirkungen auf deine Gesundheit. Die Zeit vor dem Bildschirm ist eine große Belastung für die Augen – die Kurzsichtigkeit wird stark gefördert, bis 2050 wird weltweit jeder zweite Mensch kurzsichtig sein. Regelmäßige Kontrollen bei Augenarzt oder Optiker sind essenziell: bei Mister Spex kannst du zum Beispiel einen kostenlosen Sehtest machen lassen.
Außerdem: die ganze Zeit vor dem Bildschirm resultiert in Bewegungsmangel und du bekommst Schlafprobleme, da dein Gehirn die ständige Überstimulation nicht richtig verarbeiten kann. Bei der Resmed 2026 Global Sleep Survey gaben die Befragten die Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen als dritthäufigsten Grund für ihre Schlafprobleme an.
Viel Zeit vor dem Bildschirm hat auch psychische Folgen: Viele Menschen fühlen sich durch ständige Nutzung von Social Media gestresst oder unter Druck gesetzt. Außerdem können Einsamkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und das damit einhergehende Bedürfnis nach konstanter Überstimulation entstehen. Besonders der dauerhafte Vergleich mit anderen im Internet kann das Selbstbewusstsein schwächen und depressive Stimmung fördern.

Tipps zur Reduzierung der eigenen Bildschirmzeit
Um diese Folgen abzuwenden, kann es helfen, die eigene Bildschirmzeit zu reduzieren. Wir haben die besten Tipps für dich, wie du das schaffen kannst!
Bildschirmfreie Zeiten einführen: Setze dir selbst Limits! Es ist zum Beispiel sinnvoll, nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen oder direkt nach dem Aufstehen dein Handy zu benutzen. Es kann helfen, diese Zeiten einzuhalten, wenn du dir andere Beschäftigungen suchst. Also greif‘ Abends doch mal zu einem Buch, statt zu deinem Handy.
Bildschirmzeit verdienen: Überlege dir ein Belohnungssystem: erledige die Dinge, die du eigentlich machen solltest oder vielleicht auch gerne machen möchtest und erlaube dir für anders verbrachte Zeit ein gewisses Maß an Social Media.
Zeitlimits für einzelne Apps einrichten: Bei vielen Geräten kannst du mittlerweile in den Einstellungen Limits für einzelne Apps einrichten. Das ist besonders sinnvoll für Social Media oder Games, also Apps, von denen du nicht so einfach wieder loskommst. Es gibt auch spezielle Apps, die dafür ausgerichtet sind. Mit „Forest“ kannst du dir zum Beispiel Timer stellen, für eine Zeit, in der du produktiv bist und wirst am Ende dafür belohnt. Wenn du das Problem hast, dass du Apps impulsiv öffnest und dann hängenbleibst, ist „one sec“ eine gute Wahl für dich. Diese blockiert Apps und du musst dich erneut aktiv dazu entscheiden, sie zu öffnen.

Graduelle Reduktion: Kalter Entzug kann sehr schwierig sein. Da kann es helfen, dir kleine Ziele zu setzen! Nimm‘ dir Etappen vor, in denen du das Handy einfach komplett zur Seite legst: schon eine halbe Stunde kann ein guter Startpunkt sein! Arbeite dich dann langsam vor – bald ist die bildschirmfreie Zeit gar kein Problem mehr.
Bildschirm schwarz-weiß einstellen: Klingt langweilig – und ist es auch. Aber genau deswegen hilft es so sehr, den Bildschirm auf schwarz-weiß einzustellen! Die Grafik ist weniger stimulierend und macht nicht so viel Spaß, zu scrollen. Dadurch bleibst du weniger auf den Apps hängen.
Apps deinstallieren: Ein harter Schritt – aber effektiv. Du kannst nicht von deinen ganzen verlockenden Apps verleitet werden, wenn keine Apps mehr da sind! Ein Kompromiss wäre es, dir an 1-2 Tagen in der Woche die Apps wieder herunterzuladen – so behältst du die Kontrolle während der restlichen Woche.
Mehr Zeit mit anderen Aktivitäten verbringen: Klingt simpel, aber ist effektiv! Verbringe deine Zeit einfach mit anderen Dingen – dafür hast du weniger Zeit für den Bildschirm. Probiere dich doch mal an einem neuen Outdoor-Hobby aus! Du stehst nicht so auf Action im Freien? Lesen ist auch eine tolle Beschäftigung, die gleichzeitig die Aufmerksamkeitsspanne trainiert. Bei Thalia findest du eine große Auswahl an Büchern – es ist sicher auch das Richtige für dich dabei.
Fazit
Unsere Bildschirmzeiten werden immer höher – mit schweren Folgen. Daher ist es nur sinnvoll, die eigene Zeit am Handy zu reduzieren! Mit unseren Tipps kannst du es schaffen, deine Geräte öfter mal wegzulegen und stattdessen etwas anderes zu machen, um deinem überlasteten Gehirn etwas Gutes zu tun.
Vielen Dank für die Bilder an Ravi Roshan, Malte Luk, cottonbro studio und Ersin (©pexels.com)
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