Studium und Leistungssport - vereinbar?

Studium und Leistungssport - vereinbar? Wer an Spitzensport denkt, der kommt in Deutschland sofort auf das Millionengeschäft Fußball. Wer es schafft, Profifußballer zu werden, muss sich um sein Einkommen keine Sorgen machen und wird auch nach der Karriere nicht am Hungertuch nagen, zumindest wenn man in der 1. Bundesliga spielt. Aber Spitzensport oder Leistungssport ist nicht nur Fußball. Vor allem die sogenannten Randsportarten locken nicht gerade mit der Aussicht auf Millionen. In der Leichtathletik oder im Rudern wird man nicht mit Geld überschüttet, wenn man nicht gerade ein medienwirksamer Goldmedaillengewinner wie Usain Bolt ist. Viele arbeiten daher nebenbei oder studieren und bereiten die Karriere nach der Karriere vor. Das ist mit sehr viel Aufwand und persönlichem Ehrgeiz verbunden, funktioniert dank immer besserer Unterstützung mittlerweile aber sehr gut.

Partnerhochschulen des Spitzensports
Gerade die Zeit zwischen der Volljährigkeit und den beginnenden 30ern ist einerseits die Zeit der höchsten Leistungsfähigkeit und gleichzeitig die Zeit, in der man die Weichen für die berufliche Zukunft stellt. Zahlreiche vielversprechende Talente hören daher nach dem Abi und vor dem Studium mit dem Sport auf, weil sie sich die Doppelbelastung nicht zutrauen und lieber etwas Sicheres machen. Wer kann zu diesem Zeitpunkt schon garantieren, dass man seine Form halten und weiter verbessern kann und wirklich irgendwann groß rauskommt?

Mittlerweile gibt es aber Wege, Sport und Studium zu vereinen und das wird genutzt: fast ein Drittel aller deutschen Leistungssportler studieren parallel, ein Viertel arbeitet. Diskus-Weltmeister Robert Harting, Boxprofi Sebastian Köber oder die Handballspieler Torsten Jansen und Lars Kaufmann sind nur vier Beispiele für erfolgreiche Leistungssportler, die neben ihrer Profikarriere im Sport parallel noch Fächer wie Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, BWL oder Geschichte und Politik studieren. Das geht, weil viele Hochschulen aktive Sportler besonders fördern und umgekehrt Sportverbände wie der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) ihre Schützlinge bei der Ausbildung unterstützen.

Der adh startete 1999 die Initiative „Partnerhochschulen des Spitzensports“, an der mittlerweile ca. 90 Hochschulen teilnehmen. Sie garantieren den studierenden Sportlern vor allem die zeitlichen Nachteile während des straffen Bachelor-Studiums auszugleichen. Ein flexibler Stundenplan ist bei mehreren Stunden Training täglich unausweichlich. Auch die Genehmigungen von Urlaubssemestern vor Großereignissen wie den Olympischen Spielen oder den Weltmeisterschaften werden erleichtert. Außerdem gibt es beim DOSB an den Olympia-Stützpunkten Laufbahnberater, die bei der Organisation des Studiums helfen und zwischen Sportler und Hochschule vermitteln. So bleibt der Spagat zwischen Studium und Sport zwar weiterhin hart, aber händelbar.

Vor allem BWL und Sportwissenschaften sind beliebt
Wer sich für ein Studium interessiert oder sich fragt, ob er es mit dem Leistungssport unter einen Hut bekommt, sollte sich bei seinem Verband oder seiner Hochschule melden und die Sache mit einem Berater besprechen. Am besten lassen sich die beiden Pole freilich in einem Fernstudium zum Beispiel an der Fernuni Hagen vereinen, da es hier kaum Präsenzzeiten gibt und man seinen persönlichen Stundenplan flexibel gestalten kann. Aber auch ein Präsenzstudium ist möglich. Vor allem die TU oder die HU in Berlin – auch Partner des adh – sind bei Sportlern beliebt, da Berlin ohnehin einer der größten olympischen Stützpunkte ist und die Wege zwischen Trainingszentrum und Vorlesungssaal kurz sind.

Hoch im Kurs stehen vor allem Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Sportwissenschaft, Marketing oder Gesundheitswissenschaften. Sport ist Leidenschaft und viele Sportler wollen auch nach der Karriere in der Branche bleiben, ob als Trainer, Manager oder Pressesprecher. Der positive Nebeneffekt der anstrengenden Sportlerjahre während des Studiums: über Bewerbungen oder das Arbeitsamt muss man sich keine Sorgen machen, da man quasi automatisch über die Jahre Vitamin B sammelt. Im Team hinter dem Sportler will man fähige Leute, die in der Materie stecken. Das tut niemand besser als Ex-Sportler. Oder wie viele Sportfunktionäre kennt ihr, die vorher kein Profi waren?

Bestes Beispiel ist der Fußball-Europameister von 1996, Oliver Bierhoff, der nach (zugegebenermaßen recht langen) 26 Semestern im Jahr 2002 sein BWL-Diplom von der Fernuni Hagen erhielt und heute Teammanager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist. Hier zeigt sich, dass selbst ein bekannter Fußballer, der u.a. in Calcio, Monaco sowie beim AC Mailand gespielt hat und finanziell eigentlich ausgesorgt hat, schon während seiner Karriere nebenher für das Studium gepaukt hat. Weitere Fußballer, die denselben Schritt wagten, sind u.a. der bei Eintracht Frankfurt spielende Jan Rosenthal (Fachhochschule für die Wirtschaft), VfB Stuttgart-Profi Daniel Schwaab (Fernuni Hagen) und Lehramtsstudent Tobias Rau (Uni Bielfeld), der für sein Studium letztlich sogar ganz die von Experten prophezeite große Profikarriere bei Arminia Bielefeld aufgab.

Fazit: Morgens erstes Training, dann in Vorlesungen und Seminare, mittags Bibo und nachmittags wieder zum Training: Profisportler, die den Spagat zwischen Studium und Leistungssport wagen, gebührt großer Respekt. Denkt daran wenn ihr euch Zuschauerkarten für die Meisterschaften in der Leichtathletik, im Wintersport oder im Handball holt bzw. euch Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld oder auch VfB Stuttgart Tickets besorgt. Diese Spitzensportler solltet ihr besonders anfeuern :-)

Bildquelle: Vielen Dank an domeckopol für das Bild (© domeckopol/www.pixabay.de).

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