Wie finanzieren sich deutsche Studierende?

Wie finanzieren sich deutsche Studierende?
Es ist kein Geheimnis, dass Studierende meistens weder ein hohes Einkommen, noch einen prall gefüllten Geldbeutel haben. Neben einem Vollzeitstudium bleibt kaum Zeit, um einen Nebenjob auszuüben – bei dem auch nicht sonderlich viel Gehalt herausspringt. Studierende üben oft einen Minijob zum Mindestlohnsatz aus, aber das allein kann nicht reichen, um die Lebensunterhaltungskosten zu decken – welche Strategien nutzen deutsche Studierende also, um sich zu finanzieren?

Herausforderungen bei der Finanzierung

Herausforderungen für Studierende bei der Finanzierung



Studierende sind durch ihr geringes Einkommen besonders gefährdet in Zeiten, in denen die Preise steigen. Sie haben meistens keine Rücklagen, nach denen sie greifen können, wenn die Mietpreise mal wieder in die Höhe schießen, durch die Inflation alles teurer wird und dann auch noch der Semesterbeitrag ansteigt. Es wird fast unmöglich, das Studium ganz allein zu finanzieren – es bedarf verschiedener Strategien und vor allem Hilfestellungen.

Strategien der Finanzierung



Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Studierende sich während des Studiums finanzieren können.

Strategien der Finanzierung

Elternunterstützung: Viele Studierende bekommen finanzielle Unterstützung aus dem Elternhaus. Sei es die Übernahme der Miete, ein Taschengeld für den Wocheneinkauf oder die Überweisung vom Kindergeld – die meisten Studierenden können sich ihr Studium nur leisten, weil sie auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen können. Laut dem Centrum für Hochschulentwicklung erhielten 2021 90% der Studierende Unterstützung durch ihre Eltern. Schwierig ist es für jene Studierende, welche nicht auf Hilfe von Zuhause setzen können. Sie sind gezwungen, Alternativen zu finden, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.

BAföG: Einige Studierende haben Anrecht darauf, staatliche Unterstützung zu beziehen. Beim BAföG handelt es sich zur Hälfte um einen Zuschuss, zur Hälfte um ein zinsloses Darlehen. Tatsächlich bekommen allerdings nur sehr wenige Studierende BAföG: Laut dem Centrum für Hochschulentwicklung bezogen 2023 nur 12,55% der Studierenden eine BAföG-Förderung. Das liegt in den meisten Fällen nicht daran, dass das Geld nicht benötigt wird! Die BAföG-Anträge sind berüchtigt dafür, dass sie sehr kompliziert gestaltet sind und eine lange Bearbeitungszeit haben. Außerdem: vielen Studierenden wird die staatliche Unterstützung verweigert, da ihre Eltern knapp „zu viel“ verdienen.

Nebenjobs: Immer mehr Studierende gehen neben dem Studium arbeiten – in den meisten Fällen nehmen sie eine Minijob-Tätigkeit zu Mindestlohnbedingungen auf. Fast drei Viertel aller Studierenden arbeiten nebenher bis zu 20 Stunden pro Woche. Dabei empfiehlt es sich vor allem, eine Tätigkeit auszuüben, die etwas mit deinem Studium zu tun hat! So kannst du schon Berufserfahrungen sammeln, bevor du mit deinem Studium fertig bist.

Stipendien: Einige ausgewählte Studierende haben die Chance auf ein Stipendium. Auch damit ist eine gute Geldquelle gesichert. Für ein Stipendium kannst du dich durch herausragende Noten oder anderweitiges Engagement qualifizieren. Aktuell bekommen etwa 4% der Studierenden ein Stipendium. Das sind viel weniger, als möglich! Viele Fördergelder bleiben ungenutzt, weil viele Studierende sich nicht bewerben. Es fehlen Informationen, der Bewerbungsprozess kann kompliziert sein und es besteht die Angst vor Ablehnung – aber es kann sich sehr für dich lohnen!

Studienkredite: Die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkredite sinkt seit Jahren stetig. Während 2014 noch 58.543 Verträge abgeschlossen wurden, waren es 2024 nur noch 12.965. Es wird immer unbeliebter, einen Kredit aufzunehmen: die Verschuldung nach dem Studium ist keine rosige Zukunft. Dazu kommen steigende Zinsen, psychischer Druck und die Beeinflussung späterer Lebensentscheidung durch die Belastung der Schulden.

Sparstrategien von Studierenden



Es ist also kein Wunder, dass Studierende zu Spar-Genies werden! Wir haben die besten Spartipps für dich, wie du im Studium etwas Geld sparen kannst.

Sparstrategien

Mensa statt Restaurant: Keine Lust zu kochen, aber bestellen oder Essen gehen ist viel zu teuer? Ein Besuch in der Mensa lohnt sich! Günstige Preise und dauernd wechselnde Angebote überzeugen Studierende, ihr Mittagessen in der Uni-Mensa zu verspeisen.

Studi-Rabatte nutzen: Als Studierende:r qualifizierst du dich für eine Menge Rabatte! Deshalb: mach‘ dich schlau, bevor du etwas kaufst – es besteht die Möglichkeit, dass du es günstiger bekommen könntest.

In einer WG leben: Eine WG ist der Alltag für die meisten Studierenden. Vor allem in großen Städten, in denen die Mietpreise explodieren, lohnt es sich, die Kosten mit anderen zu teilen. Natürlich gibt es auch mal Probleme in der WG – aber du sparst eine Menge Geld!

Mit dem Deutschland-Ticket mobil sein: Mobilität kann ganz schön teuer sein – vor allem, wenn du oft mit dem Auto unterwegs bist. Es ist deutlich günstiger, auf öffentliche Verkehrsmittel zu setzen. Mittlerweile ist das Deutschland-Ticket an vielen Unis schon im Semesterbeitrag enthalten: so kannst du flexibel durch Deutschland reisen.

Second-Hand shoppen: Du möchtest gerne eine neue Jacke oder eine neue Hose kaufen, aber die Klamotten im Geschäft sind einfach zu teuer? Geh‘ doch mal in Second-Hand-Läden stöbern! Mit etwas Glück findest du dort auch genau das, wonach du gesucht hast – und das deutlich billiger.

wie finanzieren sich deutsche Studierende

Tipp: Du willst besonders viel sparen? Wir haben für dich gesammelt, was vergünstigt oder sogar gratis für Studierende ist!


Fazit



Studierende haben nicht sonderlich viel Geld zur Verfügung – aber dadurch sind sie geübt darin, die besten Strategien und Spartipps zu kreieren, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. So stressig die finanzielle Situation oft auch ist: Viele Studierende lernen dadurch früh, mit Geld umzugehen. Budget planen, Prioritäten setzen und spontane Ausgaben hinterfragen - Fähigkeiten, die auch lange nach dem Studium noch nützlich bleiben.

Vielen Dank für die Bilder an Towfiqu barbhuiya, Kampus Production, Valeria Boltneva und Emil Kalibradov (©pexels.com) und an das Centrum für Hochschulentwicklung

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