Abbrecherquoten im Studium sinken

Abbrecherquoten im Studium sinken Die MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik – sind die Hochburgen der Studienabbrecher. Nirgendwo sonst wird in den ersten Semestern so hart ausgesiebt wie hier. Aber sie sind nicht die einzigen.

Das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat die Entwicklung der Studienabbruchquoten an deutschen Hochschulen untersucht. Insgesamt brechen 29% aller Bachelorstudenten ihr Studium ab.

Die gute Nachricht: die Abbrecherquoten sinken. Und wer mal im Master ist, der zieht auch durch.

Studienabbrecherquoten: FH schlägt Uni


Insgesamt brechen weniger Studenten an Fachhochschulen ab (27%) als an Universitäten (32%).

Was dabei aber sehr auffällig ist: während die Studienabbrecherquoten an den Universitäten seit 2006 kontinuierlich sinken (insgesamt: 3%), steigen diese an den Fachhochschulen deutlich an. Von den Studienanfängern 2008/2009 bis zu jenen 2010/2011 erhöhten sich die Abbruchswerte um satte 8%!



Studenten der Mathematik und Naturwissenschaften brechen am häufigsten ihr Studium ab

Spitzenreiter sind die Studenten der Mathematik und Naturwissenschaften an den Universitäten: die Studienabbruchquote liegt hier bei 39%. Und das sehr stetig: der Wert stagniert seit 2006/2007 auf demselben Niveau.

Mit 32% folgen die Ingenieurwissenschaften, die ihre Quote im Vergleich zu den Studienabbrüchen 2006/2007 um 17% verringern konnten.

Bei den Wirtschafts-, -Sozial- und Rechtswissenschaften hat sich die Studienabbrecherquote hingegen von 27% (Studienanfänger 2008/2009) auf 30% (Studienanfänger 2010/2011) weiter erhöht.

Auch die Sprach-, Kultur- und Sportwissenschaften haben aktuell eine Studienabbrecherquote von 30%. Hier hat sich zwischen den Studienanfängern 2008/2009 und den Studienanfängern 2010/2011 nichts verändert.

Die wenigsten Studienabbrecher findet man in den Studiengängen der Kunstwissenschaften (23%) und der Agrar-, Forst- und Sozialwissenschaften (28%).



Erfreulich: Wer es erstmal bis zum Master geschafft hat, der schafft in der Regel auch seinen Abschluss. Nur 10% der Masterstudenten an Universitäten bricht ab, an Fachhochschulen sind es sogar nur 7%. Im Master Mathematik– im Bachelor noch eines der Fächer mit den höchsten Quoten – beenden sage und schreibe 95% ihr Studium erfolgreich.

Bologna und Fachkräftemangel


Für das Bundesbildungsministerium sind die insgesamt positiven Zahlen „ein Erfolg für die Hochschulpolitik der Bundesregierung. Wir haben die Hochschulen mit zahlreichen Initiativen wie dem Hochschulpakt und dem Qualitätspakt Lehre dabei unterstützt, mehr junge Menschen zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu führen.“ Das ist natürlich richtig, aber maximal die halbe Wahrheit.

Mit der Bolognareform und damit der flächendeckenden Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen gingen die Abbrecherquoten zunächst nach oben. Mittlerweile haben sich Hochschulen genauso wie Studenten an das System gewöhnt.

Die Studiengänge wurden entschlackt und vergleichbar gemacht und die Hürden vor allem in den ersten Semestern wurden verringert, so dass sich immer weniger Studenten fragen müssen, was sie nach dem Studienabbruch tun sollen.

Ein weiterer Grund, der nicht zu unterschätzen ist: Die Wirtschaft klagt seit Jahren über einen massiven Fachkräftemangel, nicht nur im MINT-Bereich. Der ist nur mit fähigen Absolventen zu bekämpfen.

Die deutschen Hochschulen, vor allem wirtschaftsnahe FHs können es sich aktuell schlicht gar nicht leisten, tausende Studenten durch das Raster fallen zu lassen, weil gerade diese mittelfristig angehalten sind, den Fachkräftemangel abzufedern. Wo man früher bewusst hohe Einstiegshürden aufstellen musste, um die Elite herauszufiltern, muss man heute eher dafür Sorge tragen, mehr als nur einige wenige zum Abschluss zu bekommen. Für Wirtschaft wie für Studierende ist das eine gute Nachricht.

Last but not least muss zudem erwähnt werden, dass auch die Schulen mittlerweile immer stärker die Studienwahl und Berufsorientierung (BoGy) in den Lehrplan aufnehmen. Neben Besuchen bei den Arbeitsagenturen werden zunehmend Exkursionen in regionale Unternehmen, Schnuppertage an die Unis oder sogar eigene kleine Jobmessen angeboten, die es den Gymnasiasten erleichtern sollen, von vornherein einen Studiengang zu finden, der gut zur eigenen Persönlichkeit passt.

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