Studieren in Korea

Studieren in Korea Hell beleuchtete, bunte Einkaufsstraßen, Streetfood soweit das Auge reicht, historische Bauten sowie ein hoch entwickeltes Bildungssystem und eine interessante Kultur – Seoul hat von allem etwas zu bieten und ist damit ein immer beliebteres Reiseziel für Touristen. Immer mehr junge Menschen zieht es in die hochmoderne Hauptstadt Südkoreas. Kein Wunder also, dass auch die Zahl der Studieninteressierten weiter ansteigt . Ob Auslandssemester oder Vollzeitstudium – Ein Auslandsstudium bietet dir viele neue Erfahrungen und die Möglichkeit, in ein völlig anderes Leben einzutauchen.

Hier erfährst du alles, was du über dein Studium in Südkorea wissen musst.

Bildungssystem in Korea


Einheitliche T-Shirts, Blazer oder Anzüge, bei den Mädchen Faltenröcke – Ein Bild, was viele von uns bereits im Kopf haben, wenn sie an eine koreanische Schule denken. Was in Deutschland selten zu finden ist, ist an koreanischen Schulen meist Standard. Jede Schule hat hier Ihre einzigartige Schuluniform.

Das koreanische Schulsystem besteht aus drei Stufen. Mit dem Alter von sechs bis sieben Jahren, besuchen koreanische Kinder sechs Jahre lang die Grundschule bevor sie in die Mittelstufe kommen.

Die koreanische Mittelstufe dauert drei Jahre und ist mit der siebten, achten und neunten Klasse unseres deutschen Schulsystems zu vergleichen.

Neun Jahre lang besteht in Korea eine Schulpflicht. Nach dem Absolvieren der Pflichtjahre besuchen fast alle Schüler die Oberschule. Die dreijährige Oberschule bildet die Grundlage für ein Studium an einer koreanischen Universität. Vergleichbar ist das mit den zehnten bis zwölften Klassen der gymnasialen Oberstufe in Deutschland.

Bereits in jungen Jahren stehen die Schüler in Korea bereits unter enormem Leistungsdruck. Bei der koreanischen Unterrichtsmethode handelt es sich meistens um reinen Frontalunterricht. Kreativität und Phantasie der Schüler werden nicht gefördert und kommen meist zu kurz. Reines Auswendiglernen, sehr viel Disziplin und Selbstständigkeit stehen an der Tagesordnung. Fragen stellen ist generell untersagt.

In Asien gilt: Wenn die Schüler etwas nicht verstehen, sind sie selbst schuld. Doch wozu all der Leistungsdruck? Ziel jedes Schülers in Korea ist der Abschluss eines Studiums an einer renommierten Universität. Um an einer Universität aufgenommen zu werden, muss sich jeder Schüler einer achtstündigen Universitätseintrittsprüfung (수능- Suneung) stellen. In dieser Prüfung wird das Wissen der letzten drei Klassen der Oberstufe in Form eines Multiple-Choice Textes abgefragt.

Bildungssystem Südkorea AuslandsstudiumBildquelle: Vielen Dank an 周 康 für das Bild (©).周 康/www.pixabay.de).

Studieren an einer koreanischen Universität


Hat man den achtstündigen Aufnahmetest bestanden, ist man dazu berechtigt, sich an einer koreanischen Hochschule zu bewerben.

Grundsätzlich unterscheidet man in Korea zwischen öffentlichen und privaten Universitäten. Ähnlich wie in Deutschland unterscheiden sich beide Formen hauptsächlich im Preis. Private Universitäten sind viel teurer als öffentliche. Trotzdem entscheiden sich sehr viele Koreaner für eine private Hochschule, da nur etwa 20 % aller Hochschulen öffentliche Einrichtungen sind.

In Korea ist es sehr wichtig, an welcher Universität man studiert hat. Alle Universitäten haben einen unterschiedlichen Ruf und genießen ein unterschiedlich hohes Ansehen. Die drei am höchsten angesehenen Universitäten in der Hauptstadt Seoul sind die Seoul National University, die Korea University und die Yonsei University. Die drei Top-Universitäten sind sehr begehrt in ganz Korea. Dementsprechend schwer ist es auch, dort einen Studienplatz zu bekommen. Aber das ist kein Grund aufzugeben. Bei den rund 400 Hochschulen, die es in Korea gibt, bleibt immer noch genug Auswahl.

Wegen des stark angestiegenen Wirtschaftswachstums, investiert die koreanische Regierung viel Geld in die Bildung des Landes. Auch die Internationalität in Korea wird inzwischen gefördert. Immer mehr Hochschulen stellen sich auf internationale Studierende ein und bieten englischsprachige Studienprogramme an.

Um das Studieren in Korea noch attraktiver zu machen, bietet die koreanische Regierung oft auch Stipendien an international Studierende an.

Voraussetzungen für das Studieren in Korea


Um in Korea studieren zu können, musst du eine mindestens zwölfjährige schulische Laufbahn, sprich ein Abitur oder ggf. auch ein Fachabitur, nachweisen können. Das entspricht der Länge der koreanischen Schulausbildung, die für ein Studium erforderlich ist.

Neben den schulischen Voraussetzungen sind natürlich die sprachlichen Kenntnisse genauso von Bedeutung. Egal ob englisch-sprachiger oder koreanisch-sprachiger Studiengang: um an einer koreanischen Hochschule aufgenommen zu werden, verlangen viele Hochschulen in Korea einen Nachweis über deine Sprachkenntnisse.

Nachweise für ein englischsprachiges Studium bekommst du entweder durch den TOEFL-Test oder durch den IELTS-Test. Entscheidest du dich für ein Studium in koreanischer Sprache, erbringst du mit dem TOPIK-Test den notwendigen sprachlichen Nachweis.

Aber Achtung: Auch bei einem englischsprachigen Studium sind grundliegende Sprachkenntnisse im Koreanischen sehr wichtig, da viele Koreaner kein Englisch sprechen. Erste Sprachkenntnisse oder die Teilnahme an einem Sprachkurs vor oder während dem Studium werden dir den Alltag in Korea um einiges erleichtern.

Welche Voraussetzungen du außerdem erfüllen musst, hängt natürlich auch von der jeweiligen Hochschule ab. Einige Hochschulen verlangen beispielsweise auch einen Nachweis, dass du während der Studienzeit finanziell abgesichert bist.

Brauche ich ein Visum in Korea?


Grundsätzlich benötigt man für die Einreise nach Korea kein Visum, sofern man nicht länger als drei Monate bleibt. Entscheidet man sich für einen längeren Aufenthalt oder gar ein Studium, benötigt man ein Visum. Die Art des Visums unterscheidet sich je nach Vorhaben während des Aufenthalts. Möchtest du in Korea studieren, so benötigst du das D2-Visum. Beantragen sollte man das Visum frühzeitig beim diesen Anlaufstellen:

• bei der koreanischen Botschaft der Republik Korea in Berlin

• bei der Außenstelle der Botschaft der Republik Korea in Bonn

• beim Generalkonsulat der Republik Korea in Frankfurt a. Main

• der beim Generalkonsulat der Republik Korea (Hamburg)

Hast du deine nächste Anlaufstelle gefunden, solltest du einige Unterlagen bereithalten. Diese Unterlagen benötigst du, um das Visum zu beantragen:

das vollständig ausgefüllte Antragsformular

• 1 Passbild (Farbfoto 3,5 x 4,5 cm)

• Reisepass (Gültig für die komplette Aufenthaltsdauer

• einen Nachweis darüber, dass du dir den Aufenthalt in Korea vorerst selbst finanzieren kannst. (In Form von Kontoauszügen, einer Bürgschaft durch die Eltern, einen Nachweis über ein Stipendium etc.)

Die Beantragung des Visums wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist daher sehr wichtig, das Ganze frühzeitig zu beantragen.

In Korea angekommen solltest du dich innerhalb von neunzig Tagen beim Immigration Office vor Ort melden, um eine Registration Card zu bekommen. Diese Karte brauchst du, um zum Beispiel ein Bankkonto zu eröffnen oder einen Handyvertrag abzuschließen.

Was kostet ein Studium in Korea?


Ein konkreter Preis um in Korea zu studieren, lässt sich nicht festlegen. Die Kosten variieren je nach Hochschule, Unterkunft und eigenem Bedarf. Fakt ist aber, dass ein Studium in Korea nicht billig ist.

Die Semestergebühren einer koreanischen Universität variieren sehr stark je nach Hochschule und Studiengang. Wie in Deutschland, sind private Universitäten auch in Korea wesentlich teurer als staatliche. Auch die Position im Ranking, also das gesellschaftliche Ansehen der Hochschulen, ist ausschlaggebend für Höhe des Semesterbeitrags. Ein Medizin Studium ist zudem teurer als beispielsweise Studiengänge im Bereich Sozialwissenschaften. Je nachdem können die Gebühren für ein Studienjahr zwischen 4000€ und 14.000€ liegen.

Neben den eigentlichen Studiengebühren fallen natürlich auch andere Kosten an. Laufende Kosten wie Lebenshaltungskosten oder Transportkosten solltest du ebenfalls mit einplanen.

Eine positive Nachricht: In Korea sind die generellen Lebenshaltungskosten günstiger als in Deutschland. Etliche Imbisse und Restaurants bieten leckere Gerichte bereits für kleines Geld an. Auch die Transpostkosten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind sehr günstig. Eine Fahrt mit der Subway, dem wohl gängigsten Transportmittel, kostet rund 1250 ₩. Umgerechnet ist das ca. 1€.

Einen Flug nach Seoul bekommst du ab 700 €. Ein Hin- und Rückflugticket solltest du am besten schon vorab in der Tasche haben. Das erleichtert dir nicht nur den Antrag eines Visums, sondern sicherst dir einen Rückflug, sollte es gegen Ende des Studiums finanziell etwas knapper werden.

Ebenfalls wichtig ist, sich im Voraus um eine Auslandskrankenversicherung zu kümmern. Diese wird von den meisten Krankenversicherungen als Zusatzleistung angeboten und ist während dem Studieren in Korea unabdingbar.

Finanzierung deines Studiums in Korea


Es gibt heute einige Möglichkeiten, sich für die Finanzierung eines Auslandsstudiums etwas Unterstützung zu holen. Die wohl bekannteste Möglichkeit ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Für ein Studium im Ausland kannst du das so genannte Auslands Bafög beantragen.

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreut sich das ERASMUS Programm. Erasmus bietet eine finanzielle Unterstützung für diejenigen an, die ein Auslandsstudium bzw. ein Auslandssemester anstreben. Wie auch beim BAföG musst du hier allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um dieses Stipendium genehmigt zu bekommen.

Eine weitere Möglichkeit, an ein Stipendium zu gelangen, bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD). Der DAAD fördert eine internationale, akademische Ausbildung und somit auch Studenten, die ein Studium im Ausland anstreben.

Sollte keine dieser Angebote für dich in Frage kommen, gibt es noch die Möglichkeit, einen Bildungskredit aufzunehmen. Anders als Stipendien, ist ein Studienkredit immer möglich, unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern, dem gewählten Studiengang oder dem Land. Nach Beendigung der Ausbildung muss allerdings auch der Bildungskredit vollständig zurückgezahlt werden.

Wohnen in Korea


In Korea gibt es verschiedene Mietformen zwischen denen du wählen kannst.

Gängigste Mietform für Studenten und Singles sind die sog. One-Room-Apartments (원룸). Wie der Name schon sagt, bestehen diese aus einem einzigen Raum mit Bad und Küche. Diese Einzimmerwohnungen funktionieren nach dem Monatsmietsystem, welches wir hier aus Deutschland kennen. Ein günstiger Preis und Nähe zu Hochschulen macht diese Mietform zu einer beliebten Möglichkeit bei Studenten. Um den Mietvorgang zu erleichtern, sucht man sich am besten einen oder mehrere Makler, die sich um Vertragliches kümmern.

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich Studentenwohnheime. Ähnlich wie bei uns befinden sich diese Wohnheime in Hochschulnähe und sind verhältnismäßig recht klein. Gemeinschaftsküchen oder –duschen sind hier nicht unüblich. Für ein Studentenwohnheim bezahlst du zwischen 700€ und 2000€ pro Semester.

Eine andere Mietform, wie wir sie in Deutschland nicht kennen, ist das sog. Jeonse Mietsystem. Hier hinterlegt man bei Einzug etwa 50 % des Kaufpreises der Unterkunft beim Vermieter. Dafür zahlt man während des kompletten Aufenthalts keine Miete. Beim Auszug bekommt man die komplette Summe dann wieder zurück. Das Ziel dieses Systems ist, dass der Vermieter das Geld anlegt und die Miete aus den Zinsen zieht, die er für das angelegte Geld bekommt. Dieses System gibt es bisher nur in Korea. Die Beliebtheit geht in Zeiten niedriger Zinssätze allerdings zurück.

Nach dem Auslandsstudium in Korea – Was kannst du in Deutschland mit deinem Studium anfangen?


Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten und variiert stark je nach Fachgebiet und Studiengang. Wie weit dein Studium in Deutschland anerkannt wird, solltest du bereits im Voraus abklären.

Erste Anlaufstelle könnten dabei das International Office einer deutschen Hochschule oder das Bundesministerium für Bildung und Forschung sein. Eine weitere Möglichkeit bietet die Anabin Datenbank. In dieser Datenbank sind Informationen und Bewertungen internationaler Studiengänge gesammelt.

Unproblematisch ist das Ganze jedoch, wenn du ein Auslandssemester an einer Partnerhochschule absolvierst, die mit Deutschland in Kooperation steht. Eine Anerkennung des Studiums ist hier bereits zwischen den Hochschulen geregelt.

korea studium anerkennung was damit anfangenBildquelle: Vielen Dank an Pixabay für das Bild (©).www.pixabay.de).

Alternativen zum Studieren in Korea


Du planst ein Auslandsjahr in Südkorea, möchtest aber nicht studieren? Natürlich gibt es auch Alternativen, die ein Auslandsjahr rechtfertigen. Eine dieser Alternativen ist beispielsweise Work & Travel, bei dem du im Land herumreist und dir deinen Aufenthalt in Form von verschiedenen Gelegenheitsjobs finanzierst.

Beim Au Pair wohnst du bei einer Familie, die dir Unterkunft und Verpflegung stellt. Im Gegenzug dafür hilfst du beim Versorgen der Kinder oder im Haushalt.

Ob als Studium, Work and Travel oder Au Pair – ein Auslandsaufenthalt macht sich gut bei jedem Arbeitgeber und bietet dir unvergessliche Erfahrungen, die du ganz bestimmt nie mehr vergessen wirst.

Fazit
Ein Studium in einer koreanischen Universität ist ein Abenteuer und eine Herausforderung. Hohe Kosten und Vergleichsweise großer Aufwand erfordern intensive und gut durchdachte Planung. Ein Studium in Südkorea sollte daher gut überlegt sein und weit im Voraus geplant werden. Auch ein Sprachkurs vor dem Studium kann helfen, dem Traum des Auslandsstudiums ein Stück näher zu kommen. Sind die organisatorischen und sprachlichen Hürden aber erst mal überwunden, kannst du in Südkorea viele neue Erfahrungen sammeln und dein Studium zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Bildquelle Titelbild: Vielen Dank an 8minwoo für das Bild (© 8minwoo/www.pixabay.de).

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