Referendariat: Alles zum Vorbereitungsdienst

Referendariat: Alles zum Vorbereitungsdienst Viele hatten in der Schule zeitweilig Unterricht beim Referendar, nicht beim Lehrer. Der wirkte am Anfang immer etwas unsicher, aber sehr motiviert. Weil er wahrscheinlich recht gestresst war, aber sich schon darauf freute, Lehrer zu werden. Bei einigen Studiengängen ist ein Referendariat Pflicht, nicht nur im Lehramtsstudium. Die Lehramtsreferendare sind aber neben den Rechtsreferendaren die bekanntesten, weil dies ebeiden Fächer zu den beliebtesten Studiengängen gehören. Wir erklären, was zum Referendariat dazu gehört und beleuchten Lehramtsreferendariat und Rechtsreferendariat etwas näher.

Was ist ein Referendariat?

Das Referendariat ist offiziell der Vorbereitungsdienst für eine Beamtenlaufbahn. Wer Beamter werden wohl, wird vorher zeingend eines absolvieren. Umgekehrt wird man aber nicht automatisch verbeamtet, wenn man es im Studium absolviert. Rechtsanwälte sind keine Beamten und leider ist auch die Verbeamtung von Lehrern längst nicht mehr die Regel. Voraussetzung für das Referendariat ist das 1. Staatsexamen. Es dauert in der Regel 2 Jahre und berechtigt zum 2. (großen) Staatsexamen. Die Bezeichnung Referendar ist übrigens rechtlich geschützt, sie darf nur mit der öffentlich-rechtlichen Zulassung zum Referendariat geführt werden.

Die bekanntesten Referendariate sind, wie erwähnt, das Lehramtsreferendariat und das Rechtsreferendariat. Man muss aber in jeder Ausbildung, die auf eine Beamtenlaufbahn eines absolvieren. Es gibt zum Beispiel auch das Bibliotheksreferendariat (öffentliches Bibliothekswesen), das Brandreferendariat (höherer Feuerwehrtehcnsicher Dienst)), das Archivreferendariat (öffentliche Archive), das Veterinärreferendariat (staatliche Veterinäruntersuchungsämter) oder das technische Referendariat, das auf den höheren technischen Dienst vorbereitet.

Wie wir gleich noch an Lehramts- und Rechtsreferendariat sehen werden, ist der Ablauf, inhaltlich wie organisatorisch, sehr unterschiedlich. Allen gemein ist das Ziel, in praktischer Weise auf den späteren Beruf vorzubereiten. Es geht darum, Praxiserfahrungen zu sammeln, die im Studium so nicht zu vermitteln sind. Im Sport würde man wohl Test unter Wettkampfbedingungen dazu sagen. Es ist ein 2-jähriges Praktikum, in dem ihr eure Kenntnisse anwendet und Verantwortung übernehmt.

Das Referendariat als Lehrer

Im Lehramtsreferendariat werdet ihr schrittweise an die Tätigkeit als Lehrer herangeführt. Es beginnt mit der Hospitation. Hierbei sitzt der Referendar zunächst nur mit im Unterricht, beobachtet und schaut sich Lehrtechniken des Lehrers ab.

Dazu unterstützt er ihn bei der Vorbereitung, beim Kontrollieren von Klausuren und so weiter. Der nächste Schritt ist der Ausbildungsunterricht, in dem der Referendar den Unterricht leitet und auch selbst vorbereitet (mit Beratung des Lehrers), der Lehrer aber mit dabei sitzt und Hinweise gibt.

Im letzten Schritt führt ihr den Unterricht allein und eigenverantwortlich. Daneben nehmt ihr an Smeinaren teil, in denen ihr euch weiterbildet. Überprüft wird man durch Lehrproben, außerdem müsst ihr regelmäßige Berichte über euren Unterricht schreiben. Das Referendariat wird mit einer eigenen Hausarbeit abgeschlossen, dann werdet ihr (bei Erfolg) zum 2. Staatsexamen zugelassen.)

Das Rechtsreferendariat

Das Rechtsreferendariat, etwa im Jurastudium, läuft anders ab.

Hier seid ihr nicht für 2 Jahre an einer Stelle, sondern es geht darum, dass ihr euch möglichst breite Praxiskenntnisse in verschiedenen Rechtsbereichen aufbaut. Das Referendariat besteht aus fünf Phasen oder Stationen an fünf verschiedenen Stellen.

Die erste Phase heißt Zivilisation. Hier sitzt ihr am Amts- oder Landesgericht Verhandlungen bei, bearbeitet Beschlüsse und Urteile und lernt vom Richter.

Die Strafstation absolviert ihr beim Staatsanwalt. In der Verwaltungsstation bekommt ihr Einblicke in die tägliche Arbeit von Behörden und der Verwaltung und in der Anwaltsstation unterstützt ihr einen Rechtsanwalt.

Die fünfte Station ist die Wahlstation. Hier könnt in einen Bereich eurer Wahl – ob Staatsanwaltschaft, Kanzlei oder Behörde – genauer und intensiver kennenlernen. Im besten Fall wisst ihr hier schon, wo es für euch später hingehen soll. Zum Abschluss legt ihr eine mündliche Prüfung über Zivilrecht, Strafrecht und Verwaltungsrecht und dann könnt ihr das 2. Staatsexamen absolvieren.

Bildquelle: Vielen Dank an gugacurado für das Bild (© gugacurado / freeimages.com).

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