Studieren in Großbritannien

Studieren in Großbritannien
Großbritannien gilt nach wie vor als eines der beliebtesten Ziele für ein Studium im Ausland. In kaum einem anderen Land ist die Dichte internationaler Studierender so hoch wie im Vereinigten Königreich. Die Gründe hierfür sind denkbar einfach: Studieren an den renommiertesten Universitäten der Welt, Leben in beliebten Trendmetropolen wie London oder Edinburgh, ein pulsierendes Nachtleben und extrem hohe Forschungs- und Bildungsstandards. Worauf wartest du also noch? Nichts wie ab auf die Insel. Wir zeigen dir, was du bei der Planung deines Auslandsstudiums in Großbritannien beachten solltest und was sich konkret durch den Brexit geändert hat.

Warum in Großbritannien studieren?


Das Vereinigte Königreich ist weitaus mehr als die Königsfamilie und Fish and Chips. Egal ob schroffe Küsten, immergrüne Wald- und Wiesenlandschaften oder sprudelnde Metropolen. Im UK kommen Natur- und Stadtliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten. Auch kulturell und historisch hat Großbritannien eine Menge zu bieten. Von preisgekrönten Musicalproduktionen im West End in London bis hin zu faszinierenden Ausstellungen im Camera Obscura in Edinburgh ist für jeden Kulturfanatiker etwas Passendes dabei. Das Beste an der Sache: Häufig sind kulturelle Angebote im Vereinigten Königreich wesentlich günstiger als hier bei uns in Deutschland und in manchen Fällen sogar komplett kostenlos. So ist beispielsweise das weltbekannte British Museum in London für Besucher frei zugänglich.

Neben seiner atemberaubenden Natur, der traditionsreichen Geschichte und der Fülle an kulturellen Angeboten, zeichnet sich das UK aber vor allem durch eine Sache aus: Die Vielzahl hochrangiger Universitäten, die schon seit Jahren die internationalen Hochschul-Rankings konkurrenzlos anführen. Eliteunis wie etwa Cambridge oder Oxford verfügen über eine Ausstattung von der die meisten deutschen Hochschulen nur träumen können. Doch auch die weniger etablierten Namen können sich nicht nur in Bezug auf ihre ausgezeichnete Lehrqualität durchaus sehen lassen. Man fühlt sich in den prunkvollen Universitätsgebäuden nahezu aller britischen Universitäten häufig so, als würde man in die Welt der beliebten Harry Potter Romane eintauchen und durch die Gänge von Hogwarts wandern. Wenn du also Lust hast in einem der kultur- und geschichtsträchtigsten Länder Europas zu leben und an einer modern ausgestatteten Uni mit top Dozentinnen und Dozenten zu lernen, ist ein Studium in Großbritannien genau das Richtige für dich.

britische flagge mit peace zeichen

Wie funktioniert das Bildungssystem in Großbritannien?


Ähnlich unserer Bundesländer teilt sich Großbritannien in vier Verwaltungszonen auf: England, Schottland, Wales und Nordirland. Den Verwaltungszonen ist es dabei ähnlich wie bei uns selbst überlassen, wie sie ihr jeweiliges Bildungssystem ausgestalten. Die Unterschiede zwischen England, Schottland, Wales und Nordirland sind dabei aber bei weitem nicht so gravierend wie in den deutschen Bundesländern.

Grundsätzlich unterteilt sich das britische Bildungssystem in sechs verschiedene Stufen. Die Bildungslaufbahn eines jeden britischen Schülers beginnt mit der frühkindlichen Erziehung und einer daran anschließenden Grundschulausbildung („Primary School“). Anschließend folgt die Sekundarausbildung und die sogenannte „Further Education“, abschließend die Hochschulausbildung („Higher Education“). Für alle Kinder und Jugendlichen in Großbritannien zwischen 5 (4 in Nordirland) und 16 Jahren (18 in England) besteht dabei eine Schulpflicht.

Die Sekundarschulausbildung kann abhängig von der Verwaltungszone und den individuellen finanziellen Mitteln an verschiedenen Schultypen absolviert werden. So gibt es beispielsweise „Comprehensive Schools“, etwa mit unseren Gesamtschulen vergleichbar, die Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihren Leistungen aufnehmen. Außerdem gibt es noch „Grammar Schools“, die man mit unseren Gymnasien vergleichen kann. Hier müssen die Lernenden zunächst eine Aufnahmeprüfung ablegen. Ähnlich wie an unseren Gymnasien liegt der Fokus an der „Grammar School“ auf der Vorbereitung auf das spätere Hochschulstudium. Weiterhin sehr populär, allerdings nicht für jeden erschwinglich, sind die „Public Schools“. Man sollte sich hier allerdings nicht vom Namen verwirren lassen. Es handelt sich dabei nämlich um Privatschulen, die nicht staatlich finanziert sind und durch eine dementsprechende elitäre Organisation geprägt sind. Die international bekannteste dieser britischen „Public Schools“ ist das „Eton College“ in der englischen Grafschaft Berkshire. Am Ende der Sekundarausbildung folgt dann noch eine Abschlussprüfung, das „General Certificate of Secondary Education" (GCSE). Das entsprich in etwa unserer mittleren Reife.

Die weitere Ausbildung ist dann fakultativ. So ist es den Britinnen und Briten freigestellt, für welche Art von „Further Education“ sie sich entscheiden. Die meisten besuchen nach den GCSEs ein College. Ein britisches College unterscheidet sich dabei allerdings von einem US-amerikanischen College. So entspricht ein College in den USA auch gleichzeitig einer Universität. In Großbritannien handelt es sich bei einem College aber um eine Institution, die auf das Hochschulstudium vorbereiten soll. Hier kann beispielsweise die „Sixth Form“, vergleichbar mit unserer Oberstufe, besucht werden. Der Besuch der „Sixth Form“ berechtigt dann zur Teilnahme an den „A-Levels“, die unserem Abitur entsprechen und die Eintrittskarte für die Universität darstellen.

Die 10 beliebtesten Hochschulen in Großbritannien


Im gesamten Vereinigten Königreich gibt es über 300 Hochschuleinrichtungen von denen aktuell 162 dazu berechtigt sind, akademische Abschlüsse zu vergeben. Wie soll man sich da entscheiden, welche die Richtige für das Studium in Großbritannien ist? Damit du dich nicht im Universitäten-Dickicht verlierst, haben wir die zehn beliebtesten Hochschulen bei internationalen Studierenden für dich recherchiert:

1.) Universität von Oxford

2.) Universität von Cambridge

3.) Imperial College London

4.) University College London (UCL)

5.) Universität von Manchester

6.) King’s College London (KCL)

7.) London School of Economics and Political Science (LSE)

8.) Universität von Bristol

9.) University of the Kingmaker

10.) Durham University


bibliothek an der universitaet in oxford

Die großen Namen an der Ranking-Spitze sind dir mit Sicherheit ein Begriff. Es lohnt sich aber durchaus auch, sich die weniger bekannten Namen einmal genauer anzusehen. So gehört die Durham University beispielsweise zur internationalen Forschungsspitze in Bereichen wie Bildung, Theologie, Archäologie und Alter Geschichte. Wenn du dich für ein Studium in einem dieser Bereiche interessierst, solltest du unbedingt mal einen Blick auf die Website der jew. Universität werfen.

Wie bewerbe ich mich an einer britischen Hochschule?


Wenn du das Abitur erworben hast, bist du im Wesentlichen gut gewappnet für die Aufnahme eines Studiums in Großbritannien. Abhängig von der Studienrichtung sind Universitäten aber durchaus auch bereit, Bewerberinnen und Bewerber mit einer beruflichen Qualifikation für das Studium zuzulassen. Inwieweit das auch für deinen Wunschstudiengang gilt, musst du bei der jeweiligen Universität erfragen.

Wenn du planst dein Studium komplett im Vereinigten Königreich zu absolvieren, solltest du dich bis zum 15. Januar über das Bewerberportal des UCAS („Universities and Colleges Admission Service“) bewerben. Aber Achtung: Für medizinische Fachbereiche und einige künstlerische Studiengänge gelten meist abweichende Bewerbungsfristen. Auch diese erfährst du über das UCAS. Es ist möglich sich pro Jahr an bis zu 5 verschiedenen Unis zu bewerben. Nach der Online-Bewerbung folgt meist noch eine schriftliche oder mündliche Eignungsfeststellungsprüfung.

Außerdem brauchst du als internationaler Studierender einen Nachweis über deine Englischkenntnisse. Dieser soll meist in Form eines Sprachzertifikateswie TOEFL erbracht werden. Welche Art von Sprachnachweis konkret akzeptiert wird obliegt allerdings der jeweiligen Universität. Es macht also Sinn, sich vorab auf der entsprechenden Website oder im International Office deiner Wunschuni zu informieren.

Wenn du lediglich planst ein oder zwei Auslandssemester im UK zu verbringen, kannst du dich direkt bei deiner Wunschhochschule bewerben. Eine Bewerbung über den UCAS ist hier nicht nötig. Wenn du bereits an einer deutschen Universität studierst und dich für einen Auslandsaufenthalt an einer britischen Partneruniversität interessiert, kannst du dich über das Akademischen Auslandsamt informieren und entsprechend beraten lassen.

Das Studentenleben in UK


Das Studentenleben an britischen Universitäten zeichnet sich vor allem durch ein starkes Gemeinschaftsgefühl und einen guten Zusammenhalt innerhalb der Studierendenschaft aus. Jeder Studierende bekommt gleich zu Beginn seines Studiums einen Tutor oder eine Tutorin, meist handelt es sich hierbei um Studierende höherer Semester, die den „First Years“ mit Rat und Tat zu Seite stehen. Auch das Verhältnis zwischen Dozierenden und Studierenden ist meist wesentlich enger als wir das aus Deutschland gewohnt sind.

Das Partyleben kommt an britischen Unis selbstverständlich auch nicht zu kurz. Legendär sind die „Freshers Weeks“ für Erstsemester, die meist in den letzten Wochen vor Semesterbeginn stattfinden. Die ersten Partys beginnen hier meist um 12 Uhr mittags und es fließt jede Menge Alkohol. Die Briten haben nicht umsonst den Ruf, ausgesprochen trinkfest zu sein. Sehr populär sind dabei auch die „International Partys“ für ausländische Studierende. Diese Events sind häufig eine kulturelle Begegnungsstätte für Studierend aus aller Welt.

gebaeude cardiff students union

Wie du dein Studentenleben gestaltest, bleibt aber natürlich ganz allein dir überlassen. Egal, ob du es lieber ein weniger ruhiger angehen lässt und dich voll und ganz deinem Studium widmest oder Studieren eher Nebensache ist und du es ordentlich krachen lassen willst. Ein Studium im Vereinigten Königreich bietet für beide Optionen eine ideale Plattform.

Kann ich trotz Brexit noch im Vereinigten Königreich studieren?


Aber was nützen dir unsere Tipps, wenn es dir als deutschem Staatsbürger oder als deutscher Staatsbürgerin nach dem Brexit gar nicht mehr erlaubt ist im Vereinigten Königreich zu studieren? Da können wir dich beruhigen. Du bist nach wie vor dazu berechtigt, ein Studium in Großbritannien aufzunehmen. Es gibt allerdings ein paar mehr Hürden zu überwinden, als das noch vor dem Brexit der Fall war.

Brauche ich jetzt ein Visum für meinen Studienaufenthalt in Großbritannien?


visum auf landkarte
Die kurze Antwort: Ja, in den meisten Fällen schon.

Seit dem Inkrafttreten des Ausstiegsabkommens vom 31. Januar 2020 ist das Vereinigte Königreich kein Mitglied der Europäischen Union und des Schengen-Raums mehr. Wie bei den meisten Nicht-EU-Ländern üblich, musst du für einen längeren Aufenthalt im Land ein Visum beantragen. Beschränkt sich dein Studienaufenthalt in Großbritannien allerdings auf maximal 6 Monate ist es nicht nötig ein entsprechendes Studierenden Visum zu beantragen. Wenn du also planst, nur ein Semester im UK zu verbringen, sparst du dir das Geld für ein Visum. Hierbei musst du allerdings beachten, dass dein Aufenthaltszweck im Land einzig und allein das Studium ist. Es ist dir nicht erlaubt, noch einer weiteren Nebentätigkeit nachzugehen. Deinen Kontostand durch diverse Nebenjobs aufzubessern, ist in diesem Fall also leider nicht möglich.

Möchtest du für mehrere Semester oder ein komplettes Studium nach Großbritannien, kommst du um das Studierenden Visum nicht herum. Den Visumsantrag kannst du ganz einfach online ausfüllen. Er kostet ganze 348 britische Pfund, umgerechnet ca. 400 Euro. Nachdem du erstmal 400 Euro in dein Visum investiert hast, ist es dir jetzt aber immerhin erlaubt, nebenher zu arbeiten und so die Studentenkasse wieder ein wenig aufzubessern.

Weiterhin bist du nach Erhalt deines Visums rechtlich dazu verpflichtet, dich beim britischen Gesundheitsdienst (NHS) zu registrieren. Solltest du einen Unfall haben oder krank werden, kommst du seit dem Brexit mit deiner deutschen Krankenkarte also nicht mehr weit. Für den Zugang zum NHS musst du einen „Immigration Health Surcharge“ zahlen. Diesen Beitrag kannst du dir aber immerhin nach Beendigung deines Aufenthalts rückerstatten lassen.

Welche Kosten erwarten mich beim Studium?


Abhängig von Länge und Art deines Auslandsaufenthaltes kannst du mit einem entsprechend höheren oder niedrigeren Kostenaufkommen rechnen. Grundsätzlich gibt es im UK aber Studiengebühren die um einiges höher sind als bei uns in Deutschland. Mit welchen Kosten du dabei mindestens rechnen musst, haben wir für dich mal recherchiert.

blaues sparschwein

Aktuell belaufen sich die Studiengebühren auf 11.000 bis 40.000 Pfund (ca. 13.000 bis 47.000 Euro) im Undergraduate, also Bachelor-Bereich und 11.000 bis 30.000 oder in Einzelfällen bis zu 50.000 Pfund (60.000 Euro) im Postgraduate, also Masterbereich. Wie hoch die exakten Kosten an deiner Wunschhochschule sind, erfährst du auf der jeweiligen Website. Zuvor haben EU-Bürgerinnen und EU-Bürger die gleichen Gebühren wie einheimische Studierende gezahlt. Seit dem Brexit zahlen auch Studierende aus EU-Ländern die sogenannten „overseas fees“, die nochmal ein wenig höher sind, als die der einheimischen Studierenden.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?


Ein Studium in Großbritannien ist also mit durchaus hohen Kosten verbunden und du fragst dich jetzt bestimmt, wie du dir das Ganze leisten sollst. Zum Glück gibt es nach wie vor zahlreiche Finanzierungsmöglichkeiten. Dabei liegt es vor allem auch im Interesse der britischen Universitäten ihr Stipendienangebot und ihre Kooperationen mit ausländischen Hochschulen besonders jetzt nach dem Brexit kontinuierlich zu erweitern.

Die meisten einheimischen Studierenden finanzieren ihr Studium durch einen Kredit, den „student loan“. Dieser Kredit ist staatlich finanziert und muss nach dem Studium zurückgezahlt werden. Auch für EU-Bürgerinnen und Bürger ist es seit 2022 wieder möglich, einen solchen Kredit zu beantragen. Auch in diesem Fall muss der Kredit nach Beendigung des Studiums ähnlich wie unser BAföG einkommensabhängig zurückgezahlt werden. Die Beantragung eines solchen Kredits lohnt sich in den meisten Fällen allerdings nur, wenn du planst dein komplettes Studium in Großbritannien zu absolvieren.

Die meisten Studierenden aus dem EU-Ausland finanzierten sich früher ihren Auslandsaufenthalt vor dem Brexit über das Erasmus+-Programm. Seit dem Brexit ist das allerdings leider nicht mehr möglich. Großbritannien ist kein Teil des Erasmus+-Abkommens mehr und ein Studienaufenthalt im Land wird daher auch nicht mehr durch EU-Mittel gefördert. Besteht eine Partnerschaft zwischen einer britischen Hochschule und deiner Heimathochschule ist es in seltenen Fällen bis 2023 noch möglich eine Förderung durch Erasmus+ zu erhalten. Du kannst dich darüber bei den Erasmus+-Koordinierenden deiner Hochschule informieren. Auch bereits laufende Aufenthalte werden noch bis 2023 zu den gewohnten Konditionen weitergeführt. Selbiges gilt auch für Auslands-BAföG. Deutsche Studierende, die bereits an einer britischen Uni eingeschrieben sind, erhalten auch noch weiterhin eine entsprechende Förderung.

Nach dem Austritt aus dem Erasmus+-Abkommen hat die britische Regierung das Alan Turing-Programm ins Leben gerufen. Ähnlich wie bei Erasmus+ wird ausländischen Studierenden im Zuge des Programms eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten geboten. Im Rahmen einer Veranstaltung der Interessengemeinschaft diverser britischer Universitäten wurden Anfang 2021 einige dieser Fördermöglichkeiten vorgestellt. Nähere Informationen zu den unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und den Bewerbungsmodalitäten findest du auf der Webseite des Alan Turing-Programms.

Außerdem hast du natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, dich für diverse Stipendien zu bewerben. Wenn du beispielweise Lust hast nach Wales zu gehen, empfiehlt sich das von der walisischen Regierung ins Leben gerufene Austausch- und Stipendienprogramm „Taith“. Weitere Informationen zum Programm findest du auch hier auf der Website. Auch die schottische Regierung bietet ein eigenes Stipendienprogramm für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger an. Die Saltire-Stipendien richten sich speziell an Studierende, die Interesse daran haben, ihr Masterstudium in Schottland zu absolvieren. Wenn du nicht konkret nach Schottland oder Wales möchtest, hast du zusätzlich die Möglichkeit ein für dich passendes Stipendium über den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) zu finden. Der DAAD hat eine eigene Stipendiendatenbank mit deren Hilfe du ganz einfach nach einem für dich passenden Stipendium suchen kannst.

Wie finde ich eine geeignete Unterkunft?


Es ist auf jeden Fall ratsam, sich möglichst früh um eine Unterkunft zu kümmern. Die günstigste Variante sind meist die internen Wohnheime der Universitäten. Die Plätze in den „Halls of Residence“ sind aber häufig knapp bemessen und für einheimische Studierende reserviert. Du solltest dich daher mindestens ein Jahr vor Antritt deines Studiums in Großbritannien auf ein Zimmer im Wohnheim bewerben.

Weiterhin gibt es sogenannten „Student Houses“, in denen Studierende zusammenwohnen und sich die Miete teilen. Eine WG-Kultur wie hier bei uns in Deutschland gibt es in Großbritannien aber nicht. Entsprechende Anzeigen und Gesuche findest du meist in diversen Gruppen auf Facebook.

Außerdem kannst du dich beim Wohnungsvermittlungsbüro deiner Hochschule über entsprechende Privatunterkünfte informieren. Generell musst du dich aber auch in Bezug auf die Wohnungssuche darauf einstellen, dass es wesentlich teurer wird, als bei uns in Deutschland. Besonders in der Trendmetropole London gehen die Preise seit Jahren durch die Decke.

Werden meine Leistungen in Deutschland problemlos anerkannt?


Wenn du im Rahmen deines Studiums in Deutschland für ein Auslandssemester nach Großbritannien gehst, solltest du vorher mit deiner Hochschule genau besprechen, welche Leistungen anerkannt werden können. Gehst du mit einem konkreten Austauschprogramm ins Vereinigte Königreich, werden die Anerkennungsmodalitäten bereits vor Beginn deines Aufenthaltes festgelegt, sodass es für dich zu keinerlei Problemen kommt.

Auch wenn Großbritannien nicht Teil des European Credit Transfer System ist und sein eigenes Bewertungssystem verwendet, ist die Umrechnung der britischen Credits in ECTS in der Regel kein Problem. Aufgrund der hohen Bildungsstandards und des guten Rufs britischer Universitäten, sind britische Abschlüsse außerdem international stets gern gesehen. Häufig ist es sogar so, dass dir ein Abschluss von einer britischen Universität bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschafft.

Generelle Tipps zum Studium in Großbritannien?


Wenn du für einen Auslandsaufenthalt oder für dein komplettes Studium nach Großbritannien willst, solltest du auf jeden Fall früh genug mit der Planung beginnen. Wenn du mit dem Planen auf eigene Faust ein wenig überfordert bist, findest du auch immer Unterstützung an deiner deutschen Uni. Das Akademische Auslandsamt organisiert deinen Studienaufenthalt in Großbritannien gerne vom Anfang bis zum Ende. Die Mitarbeitenden haben die entsprechende Expertise, um deinen Auslandsaufenthalt mir dir zusammen so zu gestalten, dass er deinen Bedürfnissen und Vorstellungen bestmöglich entspricht.

Außerdem ist es sicher ratsam, dir vorher ein wenig Geld anzusparen, um besser auf unvorhergesehene Mehrausgaben vorbereitet zu sein. Im Vereinigten Königreich sind nicht nur die Wohnungspreise ein gutes Stück höher als in Deutschland. Auch für die generellen Lebenshaltungskosten musst du ein bisschen mehr Geld einplanen. Damit dich dein Studium in Großbritannien nicht in den finanziellen Ruin treibt, solltest du also ein bisschen was auf der hohen Kante haben.

FAQ zum Auslandsaufenthalt


Hier findest du noch einmal zusammengefasst die wichtigsten Fragen und Antworten zu deinem Auslandaufenthalt in Großbritannien:

1.) Wann sollte ich mich für mein Auslandssemester bewerben?


Wenn du planst dein komplettes Studium in Großbritannien zu absolvieren, musst du dich bis zum 15. Januar über das Bewerberportal des UCAS („Universities and Colleges Admission Service“) bewerben. Wenn du einen Auslandsaufenthalt für ein oder zwei Semester planst, kannst du dich direkt bei deiner Wunschuni bewerben. Die Bewerbungsfristen findest du auf der Webseite der jeweiligen Hochschule. Außerdem ist es auch immer möglich die entsprechenden Informationen beim akademischen Auslandsamt zu erhalten.

2.) Brauche ich gute Englischkenntnisse um an einer britischen Uni studieren zu können?


Ja, die brauchst du. Um an einer britischen Hochschule studieren zu können, musst du in der Regel eine bestimmte Mindestpunktzahl in einem der gängigen Sprachtests (TOEFL, IELTS etc.) nachweisen. Hinweise dazu, welche Art von Sprachnachweis du konkret erbringen musst, findest du auf der Website deiner Wunschhochschule.

3.) Brauchen EU-Bürgerinnen und Bürger ein Visum?


Abhängig von der Dauer deines Auslandsaufenthaltes brauchst du ein entsprechendes Visum. Wenn du vorhast lediglich für ein Semester ins Vereinigte Königreich zu gehen und deine Aufenthaltsdauer 6 Monate nicht übersteigt, musst du kein Visum beantragen. Planst du aber mehr als ein Semester oder dein komplettes Studium in Großbritannien zu verbringen oder möchtest du währenddessen einem Nebenjob nachgehen, musst du ein Studierenden Visum beantragen. Das Visum kostet umgerechnet 400 Euro. Den Visumsantrag kannst du bequem online ausfüllen.

4.) Wie hoch sind die Studiengebühren nach dem Brexit?


Aktuell belaufen sich die Studiengebühren auf 11.000 bis 40.000 Pfund im Undergraduate, also Bachelor-Bereich und 11.000 bis 30.000 oder in Einzelfällen bis zu 50.000 Pfund im Postgraduate, also Masterbereich. Wie hoch die exakten Kosten an deiner Wunschhochschule sind, erfährst du auf der jeweiligen Website.

5.) Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten durchschnittlich in Großbritannien?


Die Lebenshaltungskosten in Großbritannien sind ca. 30 Prozent höher als im Rest von Europa. Das bezieht sich nicht nur auf den Wohnungsmarkt, sondern auch auf andere Aspekte wie beispielsweise Lebensmittelkosten und die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr.

6.) Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?


Glücklicherweise gibt es nach wie vor einige Mittel und Wege, finanzielle Unterstützung während des Studiums in Großbritannien zu erhalten. Wenn du beispielsweise planst, für ein komplettes Studium in Großbritannien zu bleiben, kannst du als EU-Bürgerin oder EU-Bürger einen staatlich finanzierten Studienkredit beantragen. Außerdem hat die britische Regierung nach EU-Austritt das Alan Turing-Programm ins Leben gerufen. Das Programm bietet ausländischen Universitäten die Möglichkeit, sich mit britischen Universitäten zu vernetzen und entsprechende Kooperationen einzugehen. Auf der Webseite des Programms findest du bereits einige Förderprogramme für die du dich bewerben kannst.

7.) Kann ich trotz Brexit noch eine oder mehrere Erasmus-Semester in Großbritannien absolvieren?


Großbritannien ist seit dem Brexit kein Teil des Erasmus+-Programms mehr. Eine Förderung deines Auslandsaufenthalts durch EU-Mittel ist daher leider nicht mehr möglich. Wenn allerdings eine Partnerschaft zwischen einer britischen Hochschule und deiner Heimathochschule besteht, ist eine Erasmus+-Förderung in seltenen Fällen noch bis 2023 machbar.

8.) Darf ich neben dem Studium in Großbritannien arbeiten?


Wenn du lediglich für ein Semester ins Vereinigte Königreich gehst und du deshalb kein Visum beantragst, ist es dir nicht erlaubt, noch eine Nebentätigkeit auszuüben. Dein Aufenthaltszweck ist in diesem Fall einzig und allein dein Studium. Planst du aber einen längeren Aufenthalt oder ein komplettes Studium in Großbritannien, brauchst du ein Visum, welches es dir dann auch erlaubt, nebenbei zu arbeiten.

Fun Facts zum Abschluss:


1.) In England gilt es als Straftat, wenn man eine Briefmarke falschherum auf einen Brief klebt. Checke also lieber zweimal, ob die Briefmarke auch richtig auf der Postkarte klebt, bevor du sie nach Deutschland schickst. ;-)

2.) In Wales liegt die Stadt mit dem längsten Namen der Welt. Sie heißt Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.

3.) In London gibt es weitaus mehr indische Restaurant als in den indischen Metropolen Neu-Delhi und Mumbai.

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Fazit: Auch wenn es der Brexit deutschen Studierenden nicht unbedingt einfacher macht, ist ein Studium in Großbritannien noch immer empfehlenswert. An der hohen Lehrqualität und der exzellenten Ausstattung der Universitäten hat sich nichts geändert und auch internationale Studierende sind nach wie vor sehr gern gesehen. Der Brexit hat auch die Hochschulen in Großbritannien eiskalt erwischt und zu einer zwangsläufigen Umstrukturierung der europaweit bestehenden Kooperationen geführt. Es gibt aber schon jetzt zahlreiche neue Förderprogramme und von einem Großteil der britischen Universitäten wird ein weiterer Ausbau der internationalen und insbesondere der europaweiten Zusammenarbeit angestrebt. Ein Studium in Großbritannien nach dem Brexit ist also nicht unmöglich. Ganz im Gegenteil. Du solltest lediglich ein wenig mehr Planungszeit einberechnen und deinem Afternoon Tea auf den britischen Inseln steht nichts mehr im Weg.
Bilnachweis: Danke an MikeBirdy, Nataliya Vaitkevich, david peterson, Alessio Cesario und maitree rimthong @pexels.com

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