Arbeiten im Ausland

Arbeiten im Ausland Wer eine Karriere im Ausland anstrebt, sollte bereits im Studium die ersten Weichen stellen. Ein Auslandssemester hilft Dir dabei, Deine Sprachkenntnisse zu verbessern, fremde Kulturen näher kennenzulernen und Dich persönlich weiterzuentwickeln. Du hast auf dieses Abenteuer verzichtet? Das ist nicht weiter schlimm, denn auch so stehen viele Türen sperrangelweit offen.

FAQ: Was es beim Arbeiten im Ausland zu beachten gilt

Wo bestehen die besten Jobchancen?


Häufig legen sich Studenten oder Absolventen auf ein bestimmtes Traumziel fest. Es lohnt sich aber, einen Blick über den Tellerrand zu werfen:

Je nach Qualifikation bieten andere Länder bessere Einstellungschancen.

Einen ersten Überblick erhältst Du bei der Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung (ZAV). Diese Seite wird von der Bundesagentur für Arbeit verwaltet und liefert Dir internationale Tendenzen. So kannst Du erkennen, wo welche Fachkräfte aktuell benötigt werden.

Generell ist fast jeder Studiengang für die Arbeit im Ausland geeignet. Es kommt eher darauf an, bereits während des Studiums entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Sogar als verbeamteter Lehrer kann man sich ins Ausland wagen, sofern man die länderspezifischen Bedingungen erfüllt.

Welche Voraussetzungen muss ich für eine Karriere im Ausland erfüllen?


1. Arbeitsmarkt
Es muss ein gewisser Mindestbedarf bestehen. Ein Land, das ein Überangebot an Soziologen hat, braucht idR keineweiteren ausländischen Fachkräfte. In der Regel benötigt man einen fixen Arbeitsvertrag, um die Karriere im Ausland zu starten.

Absolventen mit einem medizinischen, technischen oder wirtschaftlichen Studiengang haben es deutlich leichter, da gerade Ingenieure und Ärzte weltweit gefragt sind. Geisteswissenschaftler sollten ein paar Jahre in Deutschland gearbeitet haben, bevor sie sich nach Jobs im Ausland erkunden.

Viele deutsche Unternehmen haben auch ausländische Niederlassungen. Erkundige dich, ob Stellenangebote im Ausland offen sind und die Möglichkeit besteht, sich ins Ausland versetzen zu lassen.

2. Sprachkenntnisse
Eine Fremdsprache muss in Form eines Tests oder Zertifikats nachgewiesen werden. Die Einteilung erfolgt von A1 (Anfänger) bis C2 (Experte).

- Englische Sprachzertifikate sind TOEFL, TOEIC und das Cambridge Certificate der Universität Cambridge. Sie sind auch für Bewerbungen außerhalb Europas anerkannt. Darüber hinaus führt das British Council über IELTS eine englische Sprachprüfung durch.

- Für den spanischen Raum ist das Sprachzertifikat DELE zu empfehlen.

- In Europa wird die französische Sprache über DELF nachgewiesen, dass die Niveaustufen A1 bis B2 abdeckt. Für das Niveau C2 musst Du einen DALF-Test absolvieren.

Für die Arbeit im Ausland sollte man mindestens ein Sprachniveau von B2 vorzuweisen haben.

TIPP: Unser Partner EF Education First bietet zahlreiche bezahlbare Sprachkruse im Ausland für Studenten an. Aktuell kannst du hier sogar einen Examenskurs gewinnen. Der Gewinner kann aus den Sprachexamen TOEFL/TOEIC, IELTS und das Cambridge Certificate (FCE, CAE, CPE) auswählen.Wer unsicher ist wie gut sein Englisch ist, kann man mit dem EF Englisch Test kostenlos sein Englisch testen.



3. Arbeitsvisum
Jedes Land legt seine Kriterien selber fest. Um Dir zu zeigen, worauf es ankommt, sollen einige beliebte Einwanderungsländer vorgestellt werden.

• Australien
In Australien musst Du einen Blick auf die Skilled Occupation List (SOL) werfen. In ihr legt das Department of Immigration and Border Protection fest, welche Berufe aktuell gefragt sind. Qualifiziert Dich Dein Studium für einen dieser Jobs, hast Du sehr gute Chancen.

• Kanada
Der Express Entry ist ein Test, der Dir zeigt, ob Du die Anforderungen erfüllst. Generell sucht Kanada nach gut ausgebildeten Arbeitnehmern, die sich auch niederlassen möchten.

• Neuseeland
Die Einwanderungsbehörde NZ Qualifications Authority (NZQA) hat ein Punktesystem entwickelt, das jeden Bewerber anhand einer Punkteskala einordnet. Die höchste Punktezahl erhalten junge Kandidaten, die ein Jobangebot in einer wirtschaftlich schwachen Region vorzuweisen haben. Wer für bis zu 3 Jahre Arbeitsluft schnuppern möchte, kann die Application to Work beantragen.

• USA
In den USA musst Du mehrere Hürden überwinden. Zuerst brauchst du ein konkretes Jobangebot, wofür das Unternehmen einen Antrag auf Arbeitsgenehmigung stellen muss. Erst dann erhält man ein Arbeitsvisum.

Grundregel: Es benötigt fast immer ein Jobangebot des Ziellandes, um ein Arbeitsvisum zu erhalten.

Einige Länder versuchen eine Stelle mit einem heimischen Bewerber zu besetzen. Ist das nicht möglich, werden ausländische Kandidaten zugelassen. Das Unternehmen muss seine erfolglosen Anstrengungen nachweisen. Das ist nicht überall so, aber in vielen Ländern. Ein Blick ins Arbeitsrecht hilft weiter. Apropos Gesetz: Steuerliche Aspekte sind ebenfalls zu beachten, ob zum Beispiel ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland besteht.

Was sollte man persönlich mitbringen?


Ich wollte schon immer im Ausland arbeiten, das ist bestimmt eine tolle Erfahrung!

Sätze wie diese sind Standard, wenn es um Jobs im Ausland geht. Dabei wird vernachlässigt, dass eine solche Tätigkeit mit einer enormen Umstellung verbunden ist. Das gewohnte Umfeld verschwindet von heute und morgen, was auch für Freunde und Familie gilt. Man muss sich alleine durchkämpfen und erhält nur wenig Unterstützung.

Sprachliche und kulturelle Unterschiede können der Psyche zu schaffen machen. Wer an seiner Karriere im Ausland leichte Zweifel hegt, sollte es zuerst mit einer befristeten Stelle versuchen. Eine Dauer von 6 Monaten bis hin zu 2 Jahren ist eine sinnvolle Einsatzlänge - am besten mit der Option auf Verlängerung.

Anpassungsfähigkeit ist enorm wichtig: Die Arbeitsmoral kann sich vom deutschen Standard unterscheiden. Bereits in der Schweiz bestehen kulturelle Unterschiede - die Hierarchien sind flacher und die einzelnen Mitarbeiter werden stärker in den Entscheidungsprozess eingebunden. In Asien fallen die Unterschiede noch größer aus. Gute Soft Skills helfen Dir weiter, was den Umgang mit fremden Menschen betrifft.

Woran kann die Karriere im Ausland scheitern?


Häufig übersehen Bewerber regionale Unterschiede. Im Jobreport des jeweiligen Landes heißt es, dass medizinisches Fachpersonal und Absolventen des Studiengangs Maschinenbau gesucht werden.

Die Vorfreude ist groß, doch es findet sich kein guter Arbeitgeber. Meistens handelt es sich um die Tendenzen eines ganzen Landes. Womöglich besteht nur in einer bestimmten Region ein hoher Bedarf an Maschinenbauern. Das ist so, wie wenn man das Ruhrgebiet mit dem Inselort Sylt vergleicht.

Gehe bei den Recherchen immer ins Detail.

Das gilt auch für die Bewerbung: Sie muss die formalen Kriterien des Ziellandes erfüllen - sonst landet sie ungelesen im Papierkorb. Das sind die häufigsten Fehlerquellen:

- Beginnt der Lebenslauf bei der Geburt oder später?

- Narrativer oder tabellarischer Aufbau?

- Grammatik und Rechtschreibung beachtet? (in der Schweiz schreibt man "ss" statt "ß")

- Ist ein Foto notwendig?

- Zeugnisse bei der Bewerbung oder erst im Vorstellungsgespräch?

- Auf einige Zertifikate verzichten?

- Motivationsschreiben beifügen?

Die Europäische Kommission hat den sogenannten Europass-Lebenslauf ins Leben gerufen, um die Bewerbung innerhalb der EU zu erleichtern. Dennoch solltest Du Dich über die landestypischen Besonderheiten informieren.

Bereite Dich gründlich auf die Arbeit im Ausland vor. Viele Absolventen unterschätzen den organisatorischen Aufwand und versuchen alles auf den letzten Drücker zu erledigen. Die Koffer sind schnell gepackt, doch wie sieht es mit dem Visum und der aktuellen Wohnung aus? Was passiert mit dem Auto, während Du 5.000 Kilometer entfernt wohnst? Viele Arbeitgeber helfen ihren Mitarbeitern bei der Suche nach einer gemütlichen Bleibe.

Fazit: Eine Karriere im Ausland ist für viele Fachkräfte und Spezialisten ein Teil ihres Berufslebens. Auslandseinsätze sind eine wertvolle Erfahrung, unabhängig davon, wie lange der Aufenthalt geplant ist.

Bildquelle: Vielen Dank an StartupStockPhotos für das Bild (© StartupStockPhotoswww.pixabay.com).

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