Studieren in Belgien

Studieren in Belgien

Das Hochschulsystem in Belgien


Prinzipiell ist das Hochschulsystem in Belgien dem deutschen sehr ähnlich. Es gibt 18 Universitäten und 51 „Hogescholen“, also das belgische Pendant zu unseren Fachhochschulen. Es gibt öffentliche und private Hochschulen, diese sind aber meist konfessionell geprägt.

Insgesamt studieren etwa 360.000 Menschen in Belgien. Auch in unser Nachbarland hat Bologna Einzug gehalten, es herrscht also das ECTS-System, alle Studiengänge lassen sich via Bachelor oder Master studieren.

Die Lehre ist noch etwas straffer und verschulter als bei uns, daher ist die Regelstudienzeit in Belgien tatsächlich noch die Regel. Wie bei uns gestaltet sich das Studium an Universitäten eher theoretisch und forschungslastig, an Fachhochschulen ist es praxisorientierter.

Vollstudium in Belgien nicht in deutscher Sprache möglich


Belgien ist grob dreigeteilt in das französisch-sprachige Wallonien, das niederländische Flandern und die deutschsprachige Gemeinschaft.

Wer aber jetzt denkt, er könnte für das deutschsprachige Studium der Medizin einfach nach Belgien gehen, der irrt: Denn ein volles Universitätsstudium lässt sich nur in den französisch- und niederländisch-sprachigen Universitäten absolvieren.

Im deutschen Raum werden nur „kurze“ Studiengänge angeboten. Dementsprechend ist eine große Zulassungshürde für ein Studium in Belgien die Sprache.

Der Nachweis von guten Französisch- oder Niederländisch-Kenntnissen ist zwingend erforderlich. Die meisten Universitäten bieten entsprechende Sprachkurse an.

Hinweis: In Flandern und Wallonien sind die Semester geringfügig anders aufgeteilt. In Flandern gibt es wie bei uns zwei Semester pro Jahr. In Wallonien ist das Studienjahr in drei Perioden aufgeteilt. Die erste beginnt Mitte September, die zweite im Februar und die dritte läuft von Juli bis September. Das sind aber quasi die Semesterferien, denn darin finden in der Regel keine Lehrveranstaltungen statt. So groß ist der Unterschied dann also doch nicht.

Vorraussetzungen für ein Studium in Belgien


Die Einstiegshürden scheinen nur auf den ersten Blick gering. In Belgien gibt es nur selten einen Numerus Clausus, es gibt aber eine Art indirekten Numerus Clausus.

Im Medizin Studium zugelassen zu werden, ist erst einmal nicht schwer. Das deutsche Abitur reicht als Hochschulzugangsberechtigung aus, wer die Fachhochschulreife hat, muss sich bei der entsprechenden Hochschule erkundigen, ob es anerkannt wird.

Nach dem ersten Studienjahr werden aber alle Studierenden evaluiert und nur die besten können weiter machen. So wird quasi nach einem Jahr Probezeit ausgesiebt. Zuvor muss man in der Medizin, wie auch bei den Ingenieurwissenschaften, in der Architektur oder in vielen künstlerischen Studiengängen eine Eignungsprüfung ablegen.

Dazu kommt, dass nur ein gewisser Prozentsatz der Zulassungen an „nicht in Belgien wohnhafte“ Personen geht, um nicht von NC-Flüchtlingen überrannt zu werden.

Anerkennung von Studienleistungen aus Belgien an deutscher Heimathochschule


Die Anerkennung von Studienleistungen, die in Belgien erbracht wurden, ist dafür in der Regel kein Problem, da sich die Hochschulsysteme dort und hier sehr ähnlich sind. Wie immer gilt aber: Vorher immer mit der eigenen Hochschule abklären, ob es Probleme geben könnte.

Da Belgien EU-Mitglied ist, gibt es auch beim Thema Einreise keine Probleme. Der Personalausweis reicht aus, ein Visum ist nicht erforderlich. Wer länger als 90 Tage im Land bleibt, muss sich nur bei der nächsten Einwohnermeldebehörde melden.

Wie teuer ist ein Studium in Belgien?


Prinzipiell muss man sich finanziell kaum umstellen, wenn man dort studieren will. Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich den unseren, in großen Städten wie Brüssel ist es teurer als in ruhigeren Gegenden, die Mieten sind mal höher, mal niedriger. Im Schnitt kommt man mit 800 Euro pro Monat gut hin, das ist also nicht anders als in Deutschland.

Wie finanziere ich mein Studium in Belgien?


Auch hier gibt es keine Überraschungen. Die beste Variante ist, über ein Partnerprogramm wie Erasmus+ in Belgien zu studieren, ansonsten gibt es allerlei Stipendien, die auch für Belgien gelten, Studienkredite und natürlich das Auslands-BAföG. Ist man länger dort, kann man ganz normal jobben gehen.

Fazit: Wer nur ein oder zwei Semester nach Belgien geht, kann im deutschsprachigen Raum deutsche Kurse belegen und trotzdem internationales Flair genießen. Wer länger da bleiben möchte, muss im französisch- oder niederländisch-sprachigen Raum studieren und entsprechende Sprachkenntnisse auf dem Kasten haben.

Bildquelle: Vielen Dank an JoaquinAranoa für das Bild (© JoaquinAranoa/www.pixabay.de).

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