Prokrastination im Studium: Das hilft gegen die Aufschieberitis

Prokrastination im Studium: Das hilft gegen die Aufschieberitis Wir haben es alle hundertfach erlebt: Statt zuerst das Unangenehme, was aber oft auch wichtig ist, anzupacken und danach freudig gelassen in den Tag zu gehen, schieben wir es unaufhaltsam weiter vor uns her. Auf einmal müssen wir den Schreibtisch aufräumen, sonst geht anscheinend gar nichts. Dann der obligatorische E-Mail-Check. Neugierde verlangt keinen Aufschub. Ach ja, die Karteikarten vom letzten Lernen ordnen, den Kumpel kurz ansimsen usw., usw. Aber die noch fehlende Definition raussuchen oder endlich mit dem nächsten Prüfungsstoff zu beginnen fällt dagegen so unendlich schwer. Warum eigentlich?

Das Phänomen nennt sich Prokrastination oder zu gut deutsch: man weiß, was man tun sollte, tut es aber trotzdem nicht. Kurzfristig verschwinden so unangenehme Gefühle wie Stress und Leistungsdruck, die Zeit kann für Freizeitaktivitäten jedweder Art genutzt werden. Langfristig gibt es aber viele Nachteile wie die längere Studiendauer, schlechtere Noten oder sogar den Studienabbruch. Wir verraten dir daher heute, wie du die Aufschieberitis in den Griff bekommst.

Prokrastination im Studium


Prokrastination betrifft vor allem Studenten, die ihr Studium verhältnismäßig frei planen können. In Geisteswissenschaften wie Germanistik, Philosophie, Geschichte oder Politikwissenschaft kann man eine Hausarbeit häufig auch ein Semester später erst abgeben, ohne mit Problemen im Hinblick auf die Studienplanung rechnen zu müssen. In stärker strukturierten Studiengängen wie im Maschinenbau oder den Rechtswissenschaften ist dies nicht ohne Weiteres möglich. Wer den Schein nicht vorweisen kann, darf auch keine darauf aufbauenden Seminare besuchen. Der Antrieb, zügig die geforderten Leistungen zu erbringen, ist dementsprechend weitaus höher.

Arten von Aufschieberen


Grob kann man 2 Arten von Prokrastinierern unterscheiden. Zum einen diejenigen, die den Kick und Druck brauchen und deshalb erst in allerletzter Sekunde mit dem Lernen oder der Hausarbeit beginnen. Zum anderen Studierende, die Arbeiten vor sich herschieben, weil sie von Versagensängsten geplagt werden und hohe Ansprüche an sich selbst stellen.

Zunächst täglich ein kleines Zeitfenster der Hausarbeit einräumen


Sollte deine Prüfungsordnung es nicht hergeben, ist es ergo wichtig, dass du dir selbst eine Struktur erarbeitest und diese auch einhältst. Selbstorganisation ist das Zauberwort. Das Gute: Das Erledigen von wichtigen Arbeiten kann man lernen. Durchbrich alte Gewohnheiten und übe dich darin, Aufgaben gleich zu erledigen.

Um es dir einfacher zu machen, kannst du dir zunächst kleine Ziele setzen, also z.B. pro Tag arbeite ich 2x30 Minuten an der Hausarbeit. Dies klingt zunächst vermutlich nicht viel, aber man muss bedenken, dass prokrastinierende Studenten häufig vorher überhaupt keine Zeit für das Verfassen von wissenschaftliche Hausarbeiten genutzt haben. Eine Stunde täglich stellt dahingehend schon eine große Steigerung dar. Hast du dies erledigt, machst du eine Pause, kannst dich belohnen und die Freizeit ohne schlechtes Gewissen genießen.

Arbeitsziele definieren: motivieren, nicht deprimieren


Vor jedem Arbeitsbeginn solltest du dir ein Ziel setzen, z.B. "Heute beende ich das erste Kapitel und kümmere mich um die Fußnoten." So behältst du das große Ganze im Blick, setzt dich aber nicht so sehr unter Druck.

Vor der Arbeitszeit: ein Ritual


Um dich auf die Arbeitszeit einzustimmen, kannst du diese auch mit einem Ritual beginnen. Wichtig dabei: dieses sollte ein klares Ende haben. Geeignet sind z.B. das Trinken einer Tasse Tee oder eine bestimmte Atemtechnik Übung. Das Lesen von Mails, ein vermeintlich kurzes Quizduell oder das Checken des Facebook-Accounts zählen nicht dazu und verleiten dich nur wieder zum Aufschieben!

Tipp: Mittlerweile gibt es sogar viele Hochschulen, die extra Workshops oder eine "Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten"anbieten. Einen Selbsttest für Prokrastination findest du zudem hier.

Es hilft letztlich nur eins: nicht darüber nachdenken, sondern einfach mit dem ersten Schritt beginnen. Oft stellt sich dann die Erkenntnis ein, dass es gar nicht so schlimm war. Und stell dir vor, wie leicht dir all die anderen Aufgaben des Tages von der Hand gehen, wenn du schon mal den größten Brocken – die „Kröte“ – geschluckt hast.

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