Motivationsschreiben für Master- und Bachelorstudium

Motivationsschreiben für Master- und Bachelorstudium

1. Allgemeine Hinweise


Bevor es mit Beispielen und genaueren Hinweisen losgeht, gibt es einige Dinge zu beachten, die man sich immer vor Augen halten sollte und die für ein gutes Motivationsschreiben für Stipendium, Master, Bachelor oder einen Job gleichermaßen gelten.

Rechtschreibung


Trotz der mittlerweile weit entwickelten Rechtschreibeprogramme von Word und Konsorten schleichen sich nach wie vor Fehler in Motivationsschreiben, Bewerbungen etc. Das liegt einfach daran, dass es kein Programm gibt, welches Texte so komplett analysieren und verstehen kann, dass es jede Art von Fehler entdeckt.

Deswegen gilt: kein Programm kann ein zweites paar Augen ersetzen. Lasst euren Text also auf jeden Fall von jemandem gegenlesen, so habt ihr nicht nur bessere Chancen, einen fehlerfreien Text abzugeben, vielleicht entdeckt euer Lektor auch noch inhaltlich ausbaufähige Stellen.

Wer ein Schreiben mit mehr als zwei oder drei Fehlern abgibt, hat seine Chancen auf den Studienplatz mit hoher Wahrscheinlichkeit verspielt!

Der rote Faden


Kaum etwas ist langweiliger zu lesen als eine Aufzählung. Verwechselt euer Motivationsschreiben daher nicht mit einem zweiten Lebenslauf!

Stellt euch stattdessen lieber vor, dass ihr eine Geschichte schreibt und zwar mit allen dazugehörigen Komponenten: einem Anfang, einer Mitte, einem Schluss und einer Motivation für den Hauptcharakter (euch).

Wo wollt ihr hin und wieso? Wie sieht euer bisheriger Werdegang aus und wie passt er auf das beschriebene Ziel?

Natürlich muss euer Schreiben keinen schweißtreibenden Spannungsbogen aufweisen aber zählt eure Stationen nicht einfach auf, sondern beschreibt, was euch von der einen zur nächsten geführt hat.

Bevor an dieser Stelle schon einige von euch verzweifeln: der stringente rote Faden mit klarem Ziel ist natürlich bei den meisten zu einem Teil Fiktion und das wissen auch die Menschen, die die Bewerbungen lesen! Natürlich hat nicht jeder Mensch völlig klare Ziele und hat sein Leben lang auf diese hingearbeitet. Trotzdem wollen die Leute, die euer Schreiben lesen, wissen, was euch zu der Bewerbung gebracht hat und was eure Vorstellungen sind. Ihr beweist mit einem gut aufgebauten Schreiben einfach, dass euch etwas an der Bewerbung und eurem Werdegang liegt.

Das richtige Auftreten


Wie auch bei einem Bewerbungsgespräch ist Selbstbewusstsein für ein gutes Motivationsschreiben wichtig. Also macht klar, dass ihr wirklich für den Studiengang, das Stipendium, den Job geeignet seid und dass euch die Bewerbung wichtig ist.

Ein guter Tipp in dieser Beziehung ist, sich möglichst selten passiv auszudrücken. Wenn ihr zum Beispiel beschreibt, wie ihr von eurem Bachelor in ein Praktikum gekommen seid, formuliert es als eine auf eure angestrebte Laufbahn passende Entscheidung. Das Motivationsschreiben sollte insgesamt also implizieren, dass ihr einen Plan habt, auf dessen Durchführung ihr hinarbeitet.

Motivationsschreiben Beispiel: „Um das im Studiengang XYZ erlernte wissen zu vertiefen, entschied ich mich nach meinem Abschluss für ein Praktikum im Bereich XYZ.“

Jedes Motivationsschreiben hat andere Anforderungen


Es widerspricht vielleicht ein wenig dem Sinn des Artikels aber: was in ein Motivationsschreiben gehört, ist natürlich auch vom jeweiligen Studiengang, Stipendium oder Beruf abhängig.

Ein perfektes Motivationsschreiben gibt es nicht. Dinge wie eine gute Rechtschreibung und Grammatik sind sicher in jedem Bereich Voraussetzung aber man kann davon ausgehen, dass eine überdurchschnittliche Ausdrucksfähigkeit zum Beispiel in einer Bewerbung für einen Master in kreativem Schreiben wichtiger ist, als in einer Bewerbung auf einen wirtschaftlich orientierten Studiengang.

Demnach sind die hier aufgeführten Tipps und Hinweise nur als Orientierung zu verstehen! Unterschiedliche Motivationsschreiben können unterschiedliche Anforderungen haben.

Achtung: Es ist heute leicht, Plagiate durch eine einfache Google Suche zu erkennen, man sollte also auf keinen Fall welche der folgenden Beispiele oder generell Motivationsschreiben Muster einfach kopieren oder Wort für Wort übernehmen, versucht auf jeden Fall, eigenständig zu formulieren!

2. Die Einleitung des Motivationsschreibens


Gerade die ersten Sätze von Bewerbungs- oder Motivationsschreiben sind bekanntermaßen wichtig, weil sie den Ton dafür angeben, was den Leser im Folgenden erwartet.

Hier sollte man also zum Beispiel versuchen, auf allzu abgenutzte Formulierungen und inhaltsleere Floskeln zu verzichten (Zum Beispiel: „Mein Name ist X und Ihr Studiengang gefällt mir sehr gut.“ – Da ihr euch bewerbt, versteht sich das von selbst).

Das Ziel sollte sein, in wenigen Zeilen klar zu machen, wer ihr seid, was ihr wollt und wieso ihr es wert seid, den Platz zu bekommen.

Motivationsschreiben Beispiel: "Mein Ziel ist es, als Redakteur in den Printmedien zu arbeiten, worauf ich bereits durch mein journalistisch ausgerichtetes Bachelorstudium und meine Abschlussarbeit „Printmagazine im Zeitalter der Online-Medien“ hingearbeitet habe. Das von Ihnen angebotene Masterstudium im Bereich Journalismus mit dem Schwerpunkt „klassische Printmedien“ sehe ich deswegen als bestmöglichen nächsten Schritt für meinen Werdegang.“

Das zu Anfang angegebene Ziel zeigt, wieso ihr euch bewerbt und in gewissem Sinne auch, wer ihr seid und wofür ihr euch interessiert. Der Bezug zu dem bereits absolvierten Bachelorabschluss und der Abschlussarbeit wiederum macht klar, dass ihr euch hier nicht einfach mal spontan bewerbt, sondern bereits seit geraumer Zeit eben auf das genannte Ziel und damit auch auf den angestrebten Studiengang als nächsten Schritt hinarbeitet.

Wie schon erwähnt, kommt es hier natürlich auch ein wenig auf den Studiengang an. Bewirbt man sich zum Beispiel im sozialen Bereich und hat hier durch persönliche Erfahrungen ein besonderes Interesse, kann man auch damit einsteigen. Auch, wenn ihr euch auf einen Bachelor bewerbt und keine passenden Erfahrungen oder Praktika vorweisen könnt, gilt es natürlich, eure Motivation auf andere Weise zu erklären.

3. Hauptteil des Motivationsschreibens


Wenn ihr es durch eine gute Einleitung geschafft habt, das Interesse des Lesers zu wecken, wird dieser wahrscheinlich auch das restliche Schreiben lesen und ihr müsst zusehen, dass ihr die wichtigsten Informationen unterbringt und genau erklärt, wieso ihr richtig für den jeweiligen Studiengang seid. Dazu können zum Beispiel folgende Dinge gehören:

Wahl von Bachelorstudium oder Abiturschwerpunkten: Immer im Zusammenhang eurer allgemeinen Laufbahn beschreibt ihr hier, wieso ihr euch für euren Bachelor oder bestimmte Schwerpunkt im Abitur entschieden habt.

Das funktioniert natürlich nicht immer. Wenn ihr zum Beispiel Sprachen als Schwerpunkt im Abitur hattet und dann doch in die Naturwissenschaften wollt, solltet ihr euch gut überlegen, wie und ob ihr das begründet. Wenn ihr gute Gründe für euren Interessenwechsel habt, könnt ihr diese natürlich mit einbauen, wenn es aber beispielsweise nur um bessere Verdienstmöglichkeiten geht, geht ihr besser gar nicht darauf ein. Beschreibt in diesem Fall einfach euer Interesse an dem jeweiligen Gebiet, ohne auf die Schullaufbahn zu verweisen.

Passende Schwerpunkte im vorangegangenen Studium: Bei der Bewerbung auf einen Masterstudiengang kann es sehr hilfreich sein, aufzuzeigen, dass man sich bereits im Bachelor in eine bestimmte Richtung entwickelt hat. So kann man an einer weiteren Stelle beweisen, dass man auf ein Ziel hinarbeitet und weiß, was man will. Wiederum gilt hier: wenn man etwas Dementsprechendes nicht nachweisen kann, sollte man andere gute Begründungen aufweisen können und geschickt formulieren.

Motivationsschreiben Beispiel: „In meinem Bachelorstudium habe ich vor allem daran gearbeitet, mir eine Übersicht in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre zu verschaffen, um mir eine Grundlage für die spätere Spezialisierung zu verschaffen. Ein besonders großes Interesse habe ich dabei an Logistik und Materialwirtschaft entwickelt und ich hoffe, meine Fachkenntnisse bezüglich diesen Bereiches in Ihrem Studiengang ausbauen zu können.“
(Hier sollte man auch die Möglichkeit nutzen, genaue zu erklären, was einen genau an diesem bestimmten Bereich interessiert)

Die Beruflichen Ziele: Auch im Hauptteil eures Schreibens sollte noch einmal deutlich werden, wie der Studiengang in eure Vorstellung von eurer beruflichen Laufbahn passt. Optimal ist es natürlich, wenn ihr bereits Praktika in dem angestrebten Bereich absolviert habt. Dann könnt ihr Beispielsweise sagen, dass ihr „die Erfahrungen aus dem Praktikum bei XYZ theoretisch fundieren und vertiefen“ möchtet. Alternativ können auch an dieser Stelle die richtigen Formulierungen den roten Faden klarer erscheinen lassen, als er vielleicht in Wirklichkeit ist.

Motivationsschreiben Beispiel: „Das Praktikum in der Kfz-Werkstatt XYZ hat mir vor allem gezeigt, dass mein Interesse viel eher im Bereich des Rechnungswesens, als in den handwerklichen Aspekten dieses speziellen Berufes liegt. Deswegen habe ich mich in diesem Bereich des Praktikums besonders stark eingebracht.“

Wieso gerade dieser Master? Vor allem bei Masterstudiengängen solltet ihr eine gute Argumentation erstellen, die auch zeigt, dass ihr euch mit der Universität und dem speziellen Masterstudiengang auseinandergesetzt habt. Alle Formulierungstipps und die perfekte Form helfen nicht, wenn das Schreiben inhaltlich schwach ist. Wieso soll es genau dieser Studiengang sein, was interessiert euch daran, was für Vorkenntnisse habt ihr? Eure Sätze sollten also nicht einfach lauten: „Der Studiengang ist für mich sehr interessant“, sondern, „… aus den Gründen XYZ ist gerade dieser Studiengang für mich sehr interessant.“

4. Schlussteil des Motivationsschreibens


Der Schluss ist wahrscheinlich der leichteste Teil des Motivationsschreibens. Man kann hier noch einmal kurz auf die wichtigsten, vorangegangenen Argumente eingehen („Aus den Gründen XYZ bin ich also überzeugt, gut für Ihren Studiengang geeignet zu sei“) und mit einer gewöhnlichen Grußformel abschließen: „Über eine positive Rückmeldung würde ich mich sehr freuen, mit freundlichen Grüßen…“.

Nehmt euch Zeit für eure Motivationsschreiben, lasst Freunde Korrektur lesen und achtet darauf, dass möglichst jeder Satz seine Relevanz in dem Text hat und nicht nur dazu da ist, das Schreiben zu strecken, dann klappt es auch mit dem Wunschstudiengang.

Bildquelle: Vielen Dank an Unsplash für das Bild (© Unsplash/www.pixabay.com).

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