Praktikum Ja oder Nein

Praktikum Ja oder Nein Wir sind die „Generation Praktikum“. Wir arbeiten für Hungerlöhne, wir haben keine Rechte und wir sammeln keine Berufserfahrung, weil wir überhaupt erst einen Beruf bräuchten, um Erfahrung sammeln zu können. Wenn das stimmen würde, dann müsste es mit unserer Generation längst den Bach runtergehen. Dabei sind Praktika heutzutage nicht nur Realität, bei aller Schwarzmalerei bieten sie auch handfeste Vorteile!

Pro Praktikum
Fast jeder Studiengang hat ein Pflichtpraktikum im Programm. Gerade in eher theoretisch orientierten Fachrichtungen soll damit zumindest rudimentäre Praxiserfahrung gesammelt werden. Und das ist es letztlich, worum es beim Prinzip Praktikum geht: Einblick ins Berufsleben. Es macht sich gut im Lebenslauf, wenn man ein paar Praktika im Portfolio hat, weil man als Student oder frischer Absolvent in der Regel noch keine Berufserfahrung vorzuweisen hat. Man kann früh berufliche Kontakte knüpfen und hat so bei einem potenziellen Arbeitgeber schon einen Fuß in der Tür.

Außerdem gehört es zum Studium dazu, sich selbst auszuprobieren. Mit einem Praktikum kann man testen, was einem liegt oder eher nicht. Und auch, wenn ihr nicht quer durch alle Branchen springen solltet (ein roter Faden macht sich gut im Lebenslauf!), könnt ihr in verschiedene Bereiche hinein schnuppern ohne große Verpflichtung oder übertriebene Verantwortung.

Contra Praktikum
Der große Pferdefuß ist natürlich immer die Bezahlung. Ein Praktikum ist keine Festanstellung, ihr bekommt in der Regel eine Aufwandsentschädigung, die nicht ausreicht, um komplett davon zu leben. Die Gefahr ist immer, dass man als „billige Arbeitskraft“ herhalten muss – gleiche Arbeit wie die anderen, aber kaum Lohn. Das ist vor allem dann problematisch, wenn es nach dem Studium nicht direkt mit dem Traumjob klappt und das Praktikum erstmal als Einstieg herhalten muss.

Es besteht natürlich, gerade in größeren Firmen, auch immer die Gefahr, das Klischee des schlecht bezahlten Kaffeekochens zu erfüllen. In einem Praktikum will man etwas lernen und Erfahrungen sammeln, nicht Dokumente abheften, Archive aufräumen und eben Kaffee kochen. Das kann euch in einem kleinen Start-Up eher nicht passieren, da ist man oft auf eure Arbeit wirklich angewiesen!

Welche Rechte habe ich als Praktikant?
Als Praktikant habt ihr Rechte und müsst euch nicht alles gefallen lassen! Viele sind so dankbar, überhaupt einen Platz bekommen zu haben, dass sie sich gar nicht trauen, ihren Arbeitgeber zu hinterfragen. Ihr habt ein Recht auf eine angemessene Vergütung. Ihr habt ein Recht auf angemessene, nicht übertriebene Arbeitszeit. Ihr habt ein Recht auf Urlaub, wenn es sich um ein längeres Praktikum handelt. Ein Praktikant ist eben nicht nur eine billige Arbeitskraft.

Fazit: Lasst euch von den Pessimisten nicht entmutigen – ein Praktikum ist grundsätzlich eine gute Sache, die euch in eurem Karriereplan voranbringen kann, auch wenn es kein Managergehalt gibt. Wichtig ist aber, dass ihr auch gefordert und sinnvoll eingesetzt werdet und nicht nur Kaffee kocht und Büroklammern zählt.

Bildquelle: Vielen Dank an bykst für das Bild (© bykst/www.pixabay.de).

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